Zwei Effekte

Paprika sündhaft teuer: Warum das Gemüse jetzt fast zehn Euro pro Kilo kostet

Preis-Schock im Supermarkt: Paprika sind aktuell teuer wie nie. Einem Experten zufolge hängt das mit zwei Effekten zusammen - auch mit Corona.

Hamm - Beim Blick durch die Gemüseabteilung - ganz gleich, ob im Supermarkt oder beim Discounter - dürften einige Kunden nahezu entsetzt sein, wenn der Blick über den Kilo-Preis von Paprika geht. Von Woche zu Woche stieg dieser immer weiter an - mit einem neuen Hoch. (News zum Coronavirus)

PflanzePaprika
Wissenschaftlicher NameCapsicum
OrdnungNachtschattenartige

Paprika teuer: Warum das Gemüse im Supermarkt jetzt fast zehn Euro pro Kilo kostet

Jüngst betrug der Preis für ein Kilo Paprika - ganz gleich, ob rot, grün, gelb oder orange - fast neun Euro. Damit ist das beliebte Gemüse so teuer wie lange nicht mehr. Aber wieso? Liegt es allein an der Corona-Krise?

Hans-Christoph Behr, der bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (Ami) die Lieferketten für Obst und Gemüse beobachtet, erklärt laut t-online.de: „Die hohen Preise entstehen durch zwei Effekte. Einer hat kurzfristige Auswirkungen, der andere langfristige.“

Der langfristige Effekt ist recht simpel zu erklären. Denn dieser kommt bereits seit Beginn der Corona-Pandemie zu tragen - mal deutlicher, mal weniger klar. Grund ist der höhere Personalaufwand bei der Ernte. Ähnlich war es im vergangenen Jahr. Wurden die Leute krank, gingen sie sofort davon aus: Es ist das Coronavirus - zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine wirkliche Test-Infrastruktur.

Paprika so teuer wie nie: Gründe liegen in der Ernte in Spanien

Und wie der Experte erläutert, ist bei der Ernte unter anderem von Paprika weiterhin der Einsatz von Personen notwendig - das den Preis im Supermarkt teurer werden lässt. „Obwohl es in der Vergangenheit immer wieder Tests mit Ernterobotern gab, werden die meisten Früchte weiterhin per Hand geerntet“, erklärt Hans-Christoph Behr.

Er verweist darauf, dass bei der Ernte in Deutschland wie auch in den südeuropäischen Ländern in der Regel Saisonkräfte aus dem Ausland zum Einsatz kämen. Meist aus Osteuropa - wie hierzulande zum Beispiel auch bei der Ernte von Spargel.

Eine weitere simple Erklärung ist die Einhaltung der Corona-Regeln, die auch für die Ernte-Saisonkräfte gilt. Die Helfer müssen entsprechend Corona-konform untergebracht werden. Während der Ernte gilt es ebenfalls, sich an Abstände und andere Hygienevorschriften zu halten.

Probleme bei der Paprika-Ernte: Geringes Angebot führt zu hohem Preis

Neben den gestiegenen Kosten für den Transport von Paprika und anderem Gemüse kommt das Wetter hinzu. Das war in Spanien zuletzt eher kalt „Wir befinden uns aktuell im Übergang von der spanischen zur mitteleuropäischen Ernte. In den deutschen und niederländischen Gewächshäusern ist die Paprika erst jetzt allmählich erntereif“, so Hans-Christoph Behr.

Noch kommen die meisten Paprikas in den Supermärkten - das ist bei Edeka wie auch bei Rewe oder den Discountern Aldi und Lidl zu beobachten - jedoch aus Spanien. Dort, wo die Temperaturen zu Jahresbeginn teils deutlich unter dem üblichen Durchschnitt lagen. Den Grund dafür, warum Paprika im Supermarkt aktuell so viel kostet*, erklärte Rewe auch auf Anfrage von 24RHEIN. Ein Sprecher sagte: „Aktuell sind Paprika verhältnismäßig teuer, weil es in den aktuellen saisonalen Anbaugebieten Spanien und Marokko in den vergangenen Monaten Witterungsbedingungen gab, die die Ernte negativ beeinflusst haben.“

Daher ist es einfach zu erklären: geringeres Angebot wegen kleinerer Ernte, aber hohe Nachfrage und höhere Preise. Auch bei Toilettenpapier drohen Kunden bald höhere Preise. Die Hersteller begründen dies mit gestiegenen Kosten für Transport und Herstellung. Bei Edeka gab es derweil jüngst einen Rückruf von TK-Beeren. Es bestehe Verletzungsgefahr, hieß es. *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa

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