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Obi verabschiedet sich von seinen Prospekten - aber warum?

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Obi nimmt eine große Änderung bei einem Service vor: Der Baumarkt verabschiedet sich von einer langen Tradition. Das betrifft alle Kunden. Worum es geht. 

Hamm - Obi verabschiedet sich vom Papier: Die Baumarkt-Kette verzichtet in Zukunft auf gedruckte Prospekte. Das Unternehmen äußert sich in einer aufwändigen Kampagne zu den Gründen - und warum es jetzt ganz auf die kostenlose heyOBI-App für Kunden setzt.

BaumarktObi
HauptsitzWermelskirchen
Gründung1970 in Deutschland

Obi: Wechsel zur App - kein Papier-Prospekt mehr

Der 22. Juni 2022 war ein einschneidendes Datum in der über 50-jährigen Geschichte der Obi-Baumärkte. An diesem Tag erschien in Deutschland und Österreich der letzte zentralgesteuerte nationale Prospekt von Obi. Es ist zugleich eine besondere Ausgabe, denn auf 20 Seiten erklärt das Unternehmen seine Gründe, warum es die letzte Ausgabe ist.

Auch auf seiner Internetseite listet Obi unter dem Titel „Warum du keinen Prospekt mehr von uns erhältst“ neun „gute Gründe“ auf - darunter: „Weil der Biber Bäume zum Nagen braucht“, „Weil dir Papier nicht zeigen kann, wie‘s geht“ und „Weil 50 Jahre Obi-Wissen jetzt in heyOBI steckt“.

Letzteres ist entscheidend, denn das Unternehmen mit Sitz in Wermelskirchen (NRW) stellt seine Kundenkommunikation um und stärkt die eigene Smartphone-App heyOBI. Sergio Girold, CEO der Baumarktkette, sagt dazu: „Der Stopp der Prospektwerbung ist ein konsequenter Schritt in der Digitalisierung unseres Geschäftsmodells. Wir bieten schon heute unseren Kunden mit heyOBI viel mehr, als ein Prospekt jemals leisten kann“.

Obi: Baumarkt will Kunden in „heyOBI“-App holen

Wer auch künftig keine Angebote, Rabatte und Sonderaktionen verpassen möchte, muss sich die App von Obi kostenlos auf sein Handy laden. Um sie zu nutzen, ist eine Registrierung nötig. Dort gibt es zusätzlich Beratung per Video-Chat, Anleitungen, Erklärvideos, Produktscanner, Pflegekalender für Grünpflanzen, Filial-Navi und mehr. Nach Angaben des Unternehmens haben sich bisher mehr als drei Millionen Kunden für heyOBI registriert.

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„Dass wir mit der Umstellung unserer Kommunikation viel Papier und damit einhergehend Energie, Chemie, Holz und Wasser sparen, ist zudem ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Schritt im Sinne der Umwelt“, sagt Obi-Boss Girold weiter. Beim Sparen geht es auch ganz konkret um Geld, denn Papier ist knapp und entsprechend teuer geworden. Auch den Druck und die Verteilung gibt es nicht zum Nulltarif.

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