Wurst, Mett und Salami

Hepatitis E: Infektionen nehmen zu – In welchen Lebensmitteln die gefährlichen Viren lauern können

Das Robert-Koch-Institut (RKI) registriert in Deutschland immer mehr Infektionen mit Hepatitis E. Die gefährlichen Viren lauern in verschiedenen Lebensmitteln.

Kassel - Hepatitis E ist erst seit 1980 bekannt. Mittlerweile steigen die Fallzahlen der virusbedingten Leberentzündung in Deutschland immer weiter an. Im Jahr 2011 wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 238 Fälle gemeldet - im Augst 2020 lag der Wert bei 2280. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass sich bereits 17 Prozent der Deutschen mit Hepatitis-E-Viren infiziert hatten. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli wird auf die Gefahren von Hepatitis besonders hingewiesen.

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Neben Viren können dafür auch Gifte, Medikamente und Autoimmun-Erkrankungen verantwortlich sein. Der Krankheitsverlauf von Hepatitis E verläuft bei den meisten Menschen harmlos. Für Patienten und Patientinnen mit einem geschwächtem Immunsystem kann eine Infektion aber mit dem Tod enden.

Hepatitis-E-Viren: Für Schweine nicht gefährlich, aber für Menschen

Die gefährlichen Hepatitis-E-Viren lauern vor allem in Schweinefleisch und Schweinefleisch-Produkten, die nicht ausreichend erhitzt wurden. Für die Tiere selbst sind Hepatitis-E-Viren nicht gefährlich, schreibt 24vita.de. Laut Schätzungen sind 40 bis 50 Prozent aller Hausschweine mit den Viren infiziert. Bei Wildschweinen geht man sogar von 68 Prozent aus. Deswegen warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor dem Verzehr von Wildschweinfleisch.

Gefährliche Hepatitis-E-Viren lauern in mehreren Lebensmitteln.

Auch in Rehen und Rotwild sind bereits Hepatitis-E-Antikörper nachgewiesen worden. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen schätzen, dass sich pro Jahr 300.000 Menschen in Deutschland mit den Erregern infizieren. Deshalb dringt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf eine bessere Hepatitis-Vorsorge. Folgende Lebensmittel gelten als potenziell gefährlich:

  • Fleisch, das nicht ausreichend gekocht oder gebraten wurde
  • Wurst, die nicht ausreichend gekocht oder gebraten wurde
  • Wildschweinfleisch

Hepatitis E: Fleisch und Wurst sollte vollständig erhitzt werden

Vor allem Fleisch-Produkte seien besonders häufig mit Hepatitis-E-Viren belastet, die gar nicht oder kaum gebraten beziehungsweise nur gesalzt oder geräuchert wurden. Dazu zählen:

  • Mett
  • Mettwurst
  • Salami
  • Cabanossi

Wer das Risiko für eine Infektion mit Hepatitis-E-Viren verringern will, sollte sich vermehrt vegetarisch oder vegan ernähren. Konsumenten und Konsumentinnen sollten Fleisch und Wurst gleichmäßig und vollständig erhitzen. Zudem seien Fleisch und Wurst aus artgerechter oder biologischer Haltung seltener mit Hepatitis-E-Viren belastet. (Jan Wendt)

Welt-Hepatitis-Tag

Der Welt-Hepatitis-Tag verfolgt das Ziel, die Bevölkerungen zum Thema Hepatitis aufzuklären und zur Prävention, Diagnose und Behandlung zu ermutigen. Seit 2011 wird er am 28. Juli, dem Geburtstag von Baruch Samuel Blumberg, begangen. Blumberg war ein US-amerikanischer Mediziner und Biochemiker. Er entdeckte die durch Viren verursachte infektiöse Leberentzündung Hepatitis B und erhielt dafür einen Nobelpreis.

Der Welt-Hepatitis-Tag wurde durch die World Hepatitis Alliance ins Leben gerufen. Dieser gehören weltweit 200 Patientengruppen und -organisationen an. Im Mai 2010 erkannte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Welt-Hepatitis-Tag formal als internationalen Gesundheitstag an. In Deutschland wird er von der Deutschen Leberhilfe ausgerichtet.

Die Ernährung kann die Entstehung vieler Krankheiten beeinflussen. Die Stiftung Warentest warnt wegen erhöhter Krebs-Gefahr vor mehreren Lebensmitteln*. *hna.de ist ein Angebit von IPPEN-MEDIA.

Rubriklistenbild: © Heiko Wolfraum/dpa

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