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Gas sparen: Wie Sie auch mit Gasheizung gut durch den Winter kommen

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Von: Katharina Bellgardt

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Die hohen Gaspreise sorgen in Deutschland für Frust. Doch man kann gut durch den Winter kommen - auch, wenn zu Hause eine Gasheizung steht.

Hamm - Welche Alternativen haben Hausbesitzer eigentlich noch in Deutschland, wenn sie eine Gasheizung eingebaut haben? Sollten sie lieber optimieren oder erneuern statt etwa auf eine Wärmepumpe zu setzen? Die hohen Gaspreise bereiten vielen Sorge - es drohen hohe Abschlagzahlungen. Wer schnell noch umrüsten will, um eine Wärmepumpe zu installieren, wird enttäuscht werden. Doch es gibt Chancen trotzdem bestmöglich durch den Winter zu kommen.

Gut durch den Winter 2022 mit Gasheizung - optimieren statt austauschen

Die Bundesregierung plant, neue Gasheizungen ab dem 1. Januar 2024 zu verbieten. Wer aktuell eine Gasheizung in der üblichen Größe hat - 4-400 kw Heizleistung - hat danach maximal 30 Jahre Zeit, um nachzubessern. Trotzdem ist das Bedürfnis nach einer Alternative jetzt schon groß, da die Gaspreise hoch sind und die weiteren Gaslieferungen aufgrund des Konflikts mit Russland unsicher.

Einfach umrüsten auf eine Wärmepumpe ist jedoch nicht möglich: Zum einen ist der Umbau teuer und die Alternativen zur Gasheizung bieten sich auch nicht für jeden an. Zum anderen gibt es aktuell auch nicht ausreichend Wärmepumpen, um den Bedarf zu decken. Immobilienbesitzer müssen sich auf längere Wartezeiten einstelle.

Für den Winter 2022 ist ein Komplettaustausch der Heizungsanlage unrealistisch. „Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist stark gestiegen. Es ist kein Trend, sondern wird getrieben durch die Ereignisse“, erklärt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Das Problem: Es gibt die benötigten Geräte nicht auf dem Markt.

Gasheizung: Handwerker können Anlagen optimal einstellen

Wer also eine Gasheizung hat, sollte sich an den Heizungsbauer seines Vertrauens wenden, rät Ebisch. Diese seien in Nordrhein-Westfalen aktuell jedoch gut beschäftigt. „Das Beratungsgeschäft hat sich vervierfacht.“ Da die Not jedoch vorhanden sei und der Gasmangel viele Verbraucher verunsichert, betont der Pressesprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima: „Handwerk muss sich solidarisch zeigen.“

Hausbesitzer sollen den Sommer nutzen, um ihre Gasheizungs-Anlagen optimieren zu lassen. Der Sommer sei dafür genau die richtige Zeit, weil die Heizungen nicht laufen. Zudem gibt es einige Tricks, wie man Energie beim Heizen sparen kann.

Für die Handwerker sei die Optimierung nicht zu zeitintensiv. Für Mieter, Vermieter und Hausbesitzer kann sie sich zudem deutlich auf der nächsten Abrechnung zeigen: Wird etwa der Brenner neu eingestellt und die Gasheizung läuft optimal, können mit der Energiesparmethode zehn bis fünfzehn Prozent eingespart werden.

Verpflichtung zum Heizungscheck - Energiefresser sollen kaltgestellt werden

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) macht aus der Optimierung von Gasheizungen zudem eine Verbindlichkeit: Besitzer von Gasanlagen sollen einen Heizungscheck durchführen müssen. Betroffen sind vor allem die Besitzer von Mehrfamilienhäuser. Mit dem Heizungscheck sollen ineffiziente Heizungen analysiert und optimiert werden, um Energiefresser kalt zu stellen.

Sollte Ihre Abschlagzahlung trotzdem unrechtmäßig hoch sein, können Sie sich auch als Mieter wehren. Viele Anbieter von Strom und Gas nehmen durch die Energiekrise mehr Geld. Einfach die Abschläge aufstocken, können sie im Normalfall allerdings nicht.

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