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Fitnessstudio: Neue Regel für Kündigung von Verträgen - diesen Haken gibt es

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Von: Simon Stock

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Sie haben vergessen, den Fitnessstudio-Vertrag zu kündigen? Bald kommt man einfacher aus einer ungewollten Verlängerung heraus. Aber diesen Haken gibt es.

Hamm - Die Kündigung im Fitnessstudio vergessen – und schon ist man weiter an den unliebsamen und oft auch teuren Vertrag gebunden: Kennen Sie das? Künftig haben Sie als Verbraucher bessere Karten - dank eines Gesetzes, das ab dem 1. März 2022 gilt. Doch Vorsicht: Nicht jeder Vertrag ist davon betroffen.

GesetzGesetz für faire Verbraucherverträge
GeltungsbereichDeutschland
Gültig ab1. März 2022

Fitnessstudio: Neue Regel bei Kündigung von Verträgen

Die neue Regelung per Gesetz ist eine große Erleichterung für Gym-Kunden, die vergessen haben, drei Monate vor dem Ende der Vertragslaufzeit im Fitnessstudio zu kündigen. Oft verlängerte sich die Mitgliedschaft um ein ganzes Jahr. Bis zur nächsten Kündigungsdeadline ist dann wieder ein paar Monate hin. Viel Zeit, um erneut zu vergessen, dass man eigentlich kündigen wollte...

Das „Gesetz für faire Verbraucherverträge“ bereitet diesem Kündigungsärger ein Ende. Es beinhaltet strengere Regelungen für stillschweigende Vertragsverlängerungen etwa in Fitnessstudios. Auch beim Kündigen von Handy-Verträgen gelten bald neue Regeln.

Demnach ist eine Allgemeine Geschäftsbedingung (AGB), wonach sich ein Verbrauchervertrag automatisch verlängert, nur dann wirksam, wenn dem Verbraucher das Recht eingeräumt wird, das verlängerte Vertragsverhältnis nach Ablauf der anfänglichen Vertragslaufzeit jederzeit mit einer Frist von höchstens einem Monat zu kündigen.

Fitnessstudio: Verbraucher kommen künftig schneller aus Verträgen

Oder anders: Nach Ablauf der ersten Vertragslaufzeit kommen Sie spätestens einen Monat nach Zugang Ihrer Kündigung aus dem Vertrag heraus. Selbst wenn sich der Fitnessstudio-Vertrag also automatisch verlängert, weil man nicht rechtzeitig gekündigt hat, gilt ab der Verlängerung jederzeit die monatliche Kündigungsfrist. Die Verbraucherzentralen raten Kunden, den Vertrag vor der Unterschrift auf die neuen AGB zu prüfen.

Coronavirus - Fitnessstudio
Eine Frau trainiert im Campus Sports Club in Saarbrücken. © Oliver Dietze/dpa

Kündigungswillige Fitnessstudio-Kunden, vor allem die vergesslichen unter ihnen, werden diese neue Regelung lieben. Es gibt jedoch eine große Einschränkung: Sie gilt nur für Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen werden! Die neuen Regelungen des Faire-Verbraucherverträge-Gesetzes gelten nicht rückwirkend für Verträge, die vor diesem Stichtag abgeschlossen wurden.

Hier gelten noch die alten Bestimmungen zu AGBs. Wer aus seinem Altvertrag mit dem Fitnessstudio aussteigen will, dem bleibt nur: Direkt nach Ende dieses Textes das Handy zücken und sich selbst eine Erinnerung „Fitnessstudio kündigen“ schreiben. Und zwar am besten deutlich vor dem Ablauf der Kündigungsfrist von drei Monaten.

Im März 2022 tritt nicht nur das „Gesetz für faire Verbraucherverträge“ in Kraft. Es stehen auch viele weitere Änderungen an, die viele Menschen betreffen.

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