Das könnte nach hinten losgehen

dm überrascht mit drastischer Preis-Wende - und könnte so vielleicht Kunden vergraulen

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dm erhöht Preise - und könnte damit Kunden vergraulen.

Lange war der Drogeriemarkt dm für seine Preisgarantie bekannt. Jetzt erhöht der Konzern seine Preise drastisch - betroffen sind über 1.000 Produkte.

„Wir wollen dauerhaft niedrige Preise anbieten und es unseren Kunden ersparen, Preise zu vergleichen und sich beim Einkauf nach vorübergehenden Sonderangeboten zu richten.“ Mit diesem Zitat von Erich Harsch, dem Vorsitzenden der dm-Geschäftsführung, wirbt die Drogeriekette auf ihrer Website mit dem „günstigen dm-Dauerpreis“ - und gibt darauf sogar eine Garantie. Wie Chip in Berufung auf die Lebensmittelzeitung berichtet, scheint das Unternehmen von diesem Versprechen aber abzukommen. Der Konzern ändert seine Preisstrategie - und könnte damit Unmut bei treuen Kunden hervorrufen.

dm: 1000 Produkte von Preiserhöhung betroffen 

Lange warb dm mit dem Versprechen, dass sie Preise online so wie im stationären Handel gleich sind und konstant bleiben. Laut Stichproben der Lebensmittelzeitung erhöhte die Drogeriekette innerhalb von nur drei Wochen dennoch Preise von über 1.000 Artikeln im Onlineshop, berichtet Chip. Pro Produkt lag die Verteuerung dabei zwischen zehn und 40 Cent. Betroffen sind sowohl Artikel der dm-Eigenmarken als auch Markenprodukte anderer Hersteller. 

Es ist nicht ungewöhnlich, das Preise hier und da angepasst werden. So kommt es beispielsweise auch vor, dass sie reduziert werden. So senkte dm die Preise für Monatshygiene-Produkte bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten der Aber hinter der groß angelegten Preiserhöhung wittern Branchenkenner einen Kurswechsel. So wie die Lebensmittelzeitung es interpretiert, hat dm kein Interesse mehr daran, dauerhaft die Preisführerschaft aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen selbst sieht diese Vorwürfe aber nicht bestätigt und weist darauf hin, dass wirtschaftliche Faktoren sowie der Markt die Preise bestimmen. Außerdem kommt es auch immer wieder zu Reduzierungen, beispielsweise als dm Ende 2019 die Preise für Monatshygiene-Produkte senkte.

Lokale dm-Märkte können Preise anpassen - je nach Standort

Auch im lokalen Einzelhandel können Märkte ihre Preise anpassen. Dies erfolgt aber nicht marktübergreifend von oben, sondern es handelt sich um lokale Entscheidungen der Filialen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. „Wenn ein dm-Markt die Verkaufspreise gemäß der jeweiligen Situation variiert, dann gelten diese aber immer für mindestens vier Monate“, zitiert die Zeitung dm-Chef Christoph Werner. Auf häufige Preiswechsel und Angebote müssen sich die Kunden also auch weiterhin nicht einstellen.

Nötig ist die Anpassung der Preise vor allem, wenn Konkurrenten wie Rossmann in der Nähe positioniert sind. Wenn andere Drogerien um die Ecke aufschlagen, kann dm mit günstigen Preisen locken. Gibt es in der Umgebung aber keinen Rivalen, diktiert die jeweilige Filiale den Preis und ihn durchaus etwas nach oben schrauben. Die Preise seien also relativ zu betrachten. Nachdem die Zuwächse von dm sich verringert haben, scheint die neue Preispolitik auf Margenerhöhung zu zielen.

Kann sich dm im Kampf gegen Discounter durchsetzen?

Wie die dm-Kunden auf diese Neuigkeiten reagieren, bleibt abzuwarten. Gerade im Hinblick auf ständige Angebote und Reduzierungen der Konkurrenz hat dm vor allem in Sachen Preisstabilität über die Jahre viel Vertrauen gewinnen können. Aus diesem guten Image schöpft der Konzern nun. Im ständigen Kampf mit Discountern könnte die Strategie auch schiefgehen. Doch gerade dort, wo Kunden zur Konkurrenz gehen könnten, bleibt der Preis wohl gewohnt niedrig.

Kein Problem mit dem Preis haben einige Kunden, die sich auf der Facebook-Seite von dm beschweren. Sie stört vielmehr, dass viele Produkte des Discounters in Plastik verpackt sind, obwohl das gar nicht nötig wäre.

Eine andere Kundin fand Plastik in Babynahrung von dm. Die Reaktion des Unternehmens machte sie „fassungslos“.

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