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Streit mit Coca-Cola um Lieferstopp: Bei Edeka drohen leere Regale

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Von: Hannah Decke

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Im Streit mit Coca-Cola um einen Lieferstopp hat Edeka jetzt vor Gericht eine Niederlage kassiert. Der Getränkehersteller darf die Lieferungen an den Supermarkt stoppen.

Hamm - Kunden von Edeka könnten bald vor leeren Regalen in der Getränkeabteilung stehen: Nach einer Gerichtsentscheidung darf Coca-Cola die Lieferungen an den Supermarkt stoppen. Hintergrund des drohenden Lieferstopps ist - mal wieder - ein Streit um erhöhte Preise.

UnternehmenEdeka
HauptsitzHamburg
CEOMarkus Mosa (1. Mai 2008–)

Streit mit Coca-Cola um Lieferstopp: Leere Regale bei Edeka drohen

Coca-Cola hatte Anfang September die Lieferungen an Edeka eingestellt, weil die Supermarktkette nicht bereit war, die höheren Preise des US-Konzerns zu zahlen. Daraufhin erwirkte Edeka vor Gericht ein Lieferstopp-Verbot. Coca-Cola musste die Filialen wieder beliefern.

Jetzt die nächste Wendung im Streit: Das Landgericht Hamburg wies das Lieferstopp-Verbot zurück. Die einstweilige Verfügung vom 8. September wurde aufgehoben, wie ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Die Begründung: Edeka hat nicht ausreichend glaubhaft gemacht, dass die von Coca-Cola geforderten Preise erheblich von denjenigen abweichen, die sich bei einem wirksamen Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben würden. Außerdem fehle es an dem sogenannten Verfügungsgrund, das heißt an einer ganz besonderen Dringlichkeit für den Lebensmittelhändler, die es rechtfertigen würde, Coca-Cola zur Fortsetzung der Belieferung zu den bisherigen Konditionen zu zwingen.

Leere Getränke-Regale bei Edeka? Coca-Cola darf wieder Lieferstopps verhängen

Aber was bedeutet das Gerichtsurteil für die Verbraucher - drohen leere Cola-Regale in den Filialen von Edeka? Laut Chip.de sagt ein Getränkehersteller, der nicht namentlich genannt wird: „Die sind konsequent – wenn es keine Einigung gibt, kommt der Lieferstopp, dafür muss man nicht Edeka heißen.“

Edeka kündigte an, nach Prüfung der Urteilsbegründung über weitere rechtliche Schritte zu entscheiden. Wie ein Sprecher mitteilte, ist die Supermarktkette nach wie vor überzeugt, dass Coca-Cola mit der Preisvorgabe und deren Durchsetzung mithilfe eines Lieferstopps eine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich ausnutzt und ein kartellrechtswidriges Verhalten an den Tag legt. „Viele der vorgebrachten Preiserhöhungsforderungen beruhen nicht auf echten Kostensteigerungen.“

Coca-Cola zeigte sich - wenig überraschend - zufrieden mit der Gerichtsentscheidung. Über die nächsten Schritte, etwa einen erneuten Lieferstopp an Edeka, äußerte sich der US-Konzern noch nicht. (mit dpa-Material)

Ein anderer großer Lebensmittelhändler geht mit den erhöhten Preisen von Coca-Cola mit - Kunden von Aldi müssen künftig tiefer in die Tasche greifen.

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