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Borreliose durch Zeckenbiss: Auf welche Symptome Sie achten sollten

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Von: Tanja Koch

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Die Zahl der Borreliose-Fälle durch Zeckenbisse steigt. Doch an welchen Symptomen lässt sich die durch Zecken übertragbare Krankheit erkennen? Worauf Sie achten sollten.

Berlin – Schon zu Beginn der Pandemie wurde erwartet, dass neben Corona andere Krankheiten weniger Beachtung finden würden – etwa psychische Beschwerden oder Schlaganfälle, die nicht in der Notaufnahme landen. Eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland für die Deutsche Presse-Agentur zeigte schließlich, dass 2020 die Anzahl der Borreliose-Fälle gestiegen ist. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 8 Prozent mehr Fälle der durch Zecken übertragbaren Erkrankung registriert.  

Möglicherweise ist dies eine Folge erhöhter Freizeitaktivitäten im Grünen wegen der Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen, wie die Deutsche Ärztezeitung Dominik von Stillfried zitiert, Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. Zudem seien die warmen, trockenen Wetterbedingungen im Sommer ideal für Zecken gewesen.

Borreliose durch Zecken: Welche Symptome Sie nicht ignorieren sollten

Die Lyme-Borreliose wird von Zecken übertragen. „Wenn die Zecke sticht, dann gibt es im Schnitt bei drei Prozent eine Übertragung und in einem Prozent eine klinische Symptomatik“, zitiert die Deutsche Ärztezeitung Professor Helmut Eiffert vom MVZ wagnerstibbe für Medizinische Mikrobiologie in Göttingen. „Meistens verschwindet das komplett wieder. Es kann aber sein, dass zum Teil Jahre später diese Bakterien wieder aktiviert werden, und das sind dann die schweren Fälle. Das sehen wir mittlerweile aber fast gar nicht mehr, weil frühzeitig mit Antibiotika behandelt wird.“ Wichtig ist, die Zecke sofort ordnungsgemäß zu entfernen, am besten mit einer feinen Splitterpinzettte.

Wie das Robert-Koch-Institut erklärt, können im Falle einer Erkrankung diverse Organe betroffen sein: die Haut, das Nervengewebe, die Gelenke und das Herz. Besonders häufig sei etwa ein sogenanntes nicht erhabenes Erythem auf der Haut mit mindestens fünf Zentimetern Durchmesser, das sich zunehmend zentrifugal ausbreite. In der Mitte befinde sich meist eine Einstichstelle durch die Stecke. Auch Fieber oder Lymphknotenschwellungen können dabei auftreten, wie hna.de berichtet.

ErkrankungSymptome
Lyme-BorrelioseSich zentrifugal ausbreitendes Erythem auf der Haut
Fieber
Lymphknotenschwellungen
Frühe Neuroborreliosebrennend schmerzhafte Entzündungen einzelner Rückenmarksnerven
Gesichtslähmung
Späte Neuroborreliosespäten Neuroborreliose
Blasenstörung
Lyme-ArthritisBeschwerden an großen Gelenken wie dem Knie

Bei den neurologischen Fällen komme es bei vermutlich mehr als 98 Prozent zu einer früheren Neuroborreliose, die wenige Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich auftritt. Dabei komme es zu verstärkt nachts spürbaren brennend schmerzhaften Entzündungen einzelner Rückenmarksnerven, häufig in Verbindung mit einer Gesichtslähmung.

Schwere und langfristige Borreliose-Fälle oder Beteiligung des Herzens eher selten

Sehr selten kommt es auch zu einer späten Neuroborreliose , die sich schleichend über Monate bis Jahre entwickelt. Symptome sind etwa eine spastisch-ataktischer Gangstörung und Blasenstörung aufgrund einer entzündlichen Erkrankung des Zentralnervensystems

Die Lyme-Arthritis hingegen trete schubweise oder chronisch verlaufend auf, meist an den Knie- oder anderen großen Gelenken. Ebenfalls relativ selten treten Herzerkrankungen auf – etwa in Form von Herzrhythmusstörungen, Reizleitungsstörungen oder einer Entzündung des Herzmuskels und -beutels.

Zuletzt haben Experten eine neue Ekel-Art von Zecken in den Blick genommen. Sie wird in Deutschland heimisch. Und wegen der Zecken-Gefahr machte das RKI jüngst eine Stadt in NRW zum FSME-Risikogebiet. (tk)

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