Milch, Schmierseife, Brennnesseln

Blattläuse bekämpfen ohne Chemie: Diese einfachen Hausmittel wirken

Blattläuse sind ein Graus für Hobby-Gärtner. Mit diesen einfachen Hausmitteln lassen sich die Schädlinge natürlich bekämpfen - ohne die Pflanzen zu schädigen.

Hamm - Blattläuse sind ein Ärgernis. Jeder Hobby-Gärtner kennt sie, und keiner will sie auf seinen Pflanzen. Draußen werden die Schädlinge von ihren natürlichen Feinden wie Insekten oder Vögel gefressen. Doch mit fortschreitendem Sommer und bei Zimmerpflanzen vermehren sich die Blattläuse schnell. Es gibt zum Glück eine Reihe von Hausmitteln gegen die Schädlinge. Doch nicht alle helfen.

NameBlattlaus (Aphidoidea)
StammGliederfüßer
Größebis zu 7 mm Körperlänge

Blattläuse bekämpfen ohne Chemie: Hausmittel helfen gegen die Schädlinge

Viele setzen beim Kampf gegen Blattläuse auf chemische Mittel. In einigen Situationen ist ihr Einsatz unausweichlich, doch besonders bei Nutzpflanzen und auf lange Sicht gesehen sollten besser Hausmittel und Nützlinge zur Bekämpfung der Blattläuse eingesetzt werden.

Werden Blattläuse früh an Pflanzen entdeckt, können sie mit bewährten Hausmitteln bei regelmäßiger Anwendung erfolgreich bekämpft werden - ganz ohne Chemie und negative Wirkungen auf andere Tiere. Hausmittel gibt es viele, und nicht alle wirken. Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass sich Blattläuse mit Essig bekämpfen lassen. Das ist nur zum Teil richtig. Essig tötet Blattläuse nicht direkt ab, sondern beugt einem Befall nur vor, da die Parasiten Säure scheuen. Man muss mit der Dosierung zudem sehr vorsichtig sein, denn die starke Säure greift bei zu hoher Konzentration auch die Blätter an.

Besser hilft etwas, das sich aber nur mit gutem Willen als „Hilfsmittel“ bezeichnen lässt. Blattläuse lassen sich einfach mit einem harten Wasserstrahl oder mit der Bürste von den Pflanzen entfernen. Das ist mühsam und muss mehrfach wiederholt werden. Werden sie regelmäßig entfernt, stellt sich recht bald Erfolg ein.

Blattläuse bekämpfen ohne Chemie: Milch und Schmierseife wirken

Ein Hausmittel ist besonders nützlich, da es jeder im eigenen Kühlschrank hat: Milch. Das in Milch enthaltene Lecithin legt sich wie eine Schicht um Blattläuse. Die Sauerstoffzufuhr wird so unterbunden. Die Folge: Die Blattläuse können nicht mehr atmen und sterben. Mischen Sie Milch und Wasser im Verhältnis 1:2, geben Sie es in eine Sprayflasche und sprühen das Gemisch jeden Morgen auf die befallenen Blätter. Vergessen Sie die Unterseite nicht!

Das bekannteste Hausmittel im Kampf gegen Blattläuse ist Schmierseife oder Kernseife. Schmierseife ist im Gegensatz zu handelsüblicher synthetischer Seife und Spülmittel ein natürliches und unparfümiertes Produkt und schadet der Pflanze nicht. Für ein effektives Hausmittel gegen Blattläuse lösen Sie etwa 50 Gramm Schmierseife in einem Liter warmem Wasser auf, lassen alles abkühlen und sprayen sie die Seifenlösung großzügig auf die Pflanzen. Ist die Pflanze stark befallen, rühren Sie als „Turbo“ zwei Teelöffel Alkohol oder Spiritus in die Schmierseifenlösung. Das Seifen-Spiritus-Gemisch bildet einen Film, unter dem die Blattläuse nicht mehr atmen können und sterben. 

Unerwünscht: Blattläuse, die eine Pflanze befallen. Es gibt jedoch effektive Hausmittel zur Bekämpfung der Schädlinge.

Blattläuse bekämpfen ohne Chemie: Adlerfarn tötet die Schädlinge

Giftig für Blattläuse ist der Adlerfarn (Pteridium aquilinum). Ein Kilogramm von seinem Laub wird zusammen mit 10 Litern Wasser aufgekocht. Das Ganze dann eine halbe Stunde lang köcheln lassen. Die abgekühlte Brühe kann unverdünnt gegen Blattläuse gespritzt werden und ist besonders für Zimmerpflanzen geeignet. Weiterer Vorteil: Adlerfarn ist kalihaltig und ist wie Dünger für Pflanzen. Ähnlich wirkt der Rainfarn (Tanacetum vulgare). Dazu 30 Gramm Blüten mit einem Liter Wasser übergießen und eine halbe Stunde ziehen lassen.

Ein weiteres, leicht zu bekommendes Hausmittel gegen Blattläuse sind Brennnesseln, die oft genug im eigenen Garten oder an Wegesrand zu finden sind. Dazu wird aus einem Teil Brennnesseln und zehn Teilen kochendem Wasser ein Brennnesselsud hergestellt. Die Brennnesseln müssen nun zwei Tage in dem abgekühlten Sud ziehen. Mit dem lassen sich die befallenen Pflanzen besprühen. Aber, Vorsicht: Nicht bei direkter Sonneneinstrahlung einsprühen; es drohen braune Flecken auf den Blättern.

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Rubriklistenbild: © Robert Günther/dpa

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