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26 Apfelsäfte im Test: Nicht mal ein Drittel mit „gut“ bewertet

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Von: Daniel Großert

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Stiftung Warentest hat Apfelsaft getestet. Ein Ergebnis: Gut muss nicht unbedingt teuer sein. Doch die wenigsten von ihnen wurden mit „gut“ bewertet.

Hamm - „An apple a day keeps the doctor away“, sagt ein englisches Sprichwort. Statt zur Frucht selbst greifen viele Menschen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland aber auch mal zum Apfelsaft. Stiftung Warentest hat nun 26 Säfte getestet - und ist zu teilweise überraschenden Ergebnissen gekommen.

OrganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
CEOHubertus Primus

Apfelsaft im Test: Gut muss nicht teuer sein - das sind die besten Säfte

Gut muss nicht zwangsläufig teuer bedeuten: Zwar schnitt der teuerste Apfelsaft im Test, der naturtrübe Bio-Direktsaft von Van Nahmen (3,95 Euro pro Liter), beim Geschmack am besten ab. Doch beim Gesamturteil wird er von drei günstigen Produkten geschlagen: Während Stiftung Warentest dem Van Nahmen-Apfelsaft eine Note von 2,3 gab, erhielten die Direktsäfte von Lidl (0,99 Euro), Wesergold (0,96 Euro) und Edeka (0,99 Euro) jeweils eine 2,2. Sie schnitten besonders bei der chemischen Qualität besser ab.

Für den Test wurden insgesamt 26 Produkte getrunken und analysiert, darunter 16 naturtrübe Direktsäfte und zehn Apfelsäfte aus Konzentrat. Sechs Säfte wurden mit „gut“ beurteilt - allesamt naturtrüb. Die Produkte, die aus Konzentrat hergestellt wurden, erhielten bestenfalls die Note „befriedigend“.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Drei naturtrübe Apfelsäfte benotete Stiftung Warentest mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“ - zwei davon haben sogar ein Bio-Siegel. Immerhin ist nach Ansicht der Tester kein Apfelsaft gesundheitlich bedenklich. Im Gegensatz zu vorangegangenen Untersuchungen in den Jahren 2004 und 2009 fanden sie in keinem Produkt das Schimmelpilzgift Patulin. Schimmelpilzgifte wurden dagegen jetzt bei einem Tomatenmark-Test entdeckt.

Stiftung Warentest untersucht Apfelsaft: Darum ist naturtrüb besser

Aber warum schnitten die naturtrüben Direktsäfte in der Regel besser ab als die Produkte aus Konzentrat? Sie enthalten mehr Polyphenole, also sekundäre Pflanzenstoffe. Laut Stiftung Warentest hätten Untersuchungen des Max-Rubner-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel) gezeigt, dass naturtrüber Apfelsaft Frühformen von Dickdarmkrebs vorbeugen könne. Bei der Zusammensetzung von Fruchtsäften sollten Verbraucher aber genau hinschauen, wie RUHR24* berichtet.

Apfelsaft wird in einer Fabrik in Flaschen abgefüllt.
Naturtrübe Apfelsäfte haben bei Stiftung Warentest besser abgeschnitten als Produkte aus Konzentrat. © Martin Schutt/dpa

Zudem sei der ökologische Fußabdruck von Direktsaft etwas besser als der von Säften aus Fruchtkonzentrat - aber auch nur dann, wenn die verarbeiteten Äpfel aus deutschem Anbau stammen. Die Laboranalysen von Stiftung Warentest hätten aber bestätigt, dass die Herkunftsangaben auf den Verpackungen der getesteten Apfelsäfte stimmen.

Auch Kaffee hat Stiftung Warentest jetzt getestet. Ausgerechnet die Bohnen vom Discounter haben dabei am besten abgeschnitten. (mit dpa-Material) *RUHR24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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