Narkoseärztin  vor Gericht

"Sexy Cora": Prozess um tödliche Busen-OP beginnt

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Erotikdarstellerin Carolin Wosnitza alias "Sexy Cora" starb im Januar 2011 in Folge von Operationskomplikationen nach einer Brustvergrößerung.

Hamburg - Körbchengröße 70 F reichte „Sexy Cora“ nicht. Bei einer erneuten Busen-OP starb die Pornodarstellerin und ehemalige „Big Brother“-Insassin. Jetzt kommt eine Narkoseärztin in Hamburg vor Gericht.

„Sexy Cora“ lässt immer wieder nachlegen. „Mein Körper ist mein Kapital“, hat der Porno-Star mal gesagt. Und das wird aufgepolstert - mit Tätowierungen, tiefer Bräune und einer ganzen Serie von Schönheits-OPs. Mit 18 gibt's die erste Brustvergrößerung, nach der fünften ist Carolin Wosnitza - so ihr bürgerlicher Name - tot. Mit nur 23 Jahren. Ihr früher Tod hat nun ein gerichtliches Nachspiel: Eine Narkoseärztin muss sich von diesem Montag (28. Januar) an wegen fahrlässiger Tötung vor dem Hamburger Landgericht verantworten.

Was ist passiert? Vor gut zwei Jahren legt sich Carolin in einer Privatklinik wieder einmal unters Messer. Bei dem Eingriff kommt es zu einem Herzstillstand, nach mehreren Tagen im Koma stirbt die junge Frau am 20. Januar 2011 an einer Hirnlähmung. Die Anklage wirft der heute 56 Jahre alten Medizinerin schwerwiegende Behandlungsfehler vor.

Bewegender Abschied von "Sexy Cora"

Bewegender Abschied von "Sexy Cora"

„Nach dem Einleiten der Vollnarkose soll sie nicht für eine ausreichende Beatmung über eine Sauerstoffmaske gesorgt haben“, sagt Staatsanwältin Nana Frombach. Der Sauerstoffmangel, der unbemerkt blieb, habe einen Herzstillstand ausgelöst. Darauf habe die Ärztin nicht mit den vorgeschriebenen Wiederbelebungsmaßnahmen reagiert. Die Ermittlungen gegen den Chirurgen hat die Behörde dagegen eingestellt. Die Narkoseärztin habe die Verantwortung für Narkose und Reanimation, erklärt Frombach, der Chirurg assistiere dabei lediglich: „Sie gibt die Anweisungen, er führt sie aus. Das ist so klar geregelt.“

Das Gericht hat nur zwei Termine für den Prozess angesetzt, am 5. Februar wird schon das Urteil erwartet. Bei einer Verurteilung könnte es eine Geldstrafe geben, aber auch bis zu fünf Jahre Haft.

Witwer und Manager als Nebenkläger

Als Nebenkläger vor Gericht tritt Carolins Witwer und Manager Tim auf. Der 27-Jährige vermarktet seine platinblonde „Porno-Prinzessin“ („Stern“) bis heute. Klickt man die offizielle Website an, erscheinen eine schwarze Schleife um den „Sexy Cora“-Schriftzug und ein Satz der Trauer („Für immer in unserem Herzen“). Dann aber geht's nahtlos weiter zu Bildergalerien, Webcams und dem gesammelten DVD-Sortiment „aus dem Hause Sexy Cora“.

Tim vertickt auch Carolins Nachlass im Internet - ob Polohemden, „original und getragen“, oder pinke Pantoletten, Größe 36. Ein Kalender 2013 mit Aufnahmen des Porno-Stars lässt sich ebenfalls bestellen. Im Netz zumindest darf „Sexy Cora“ nicht sterben. Auch wenn der Witwer längst Hardcore-Filme mit anderen Frauen produziert.

Carolin, am 2. Mai 1987 in Berlin geboren, fängt nach der Realschule eine Lehre als Krankenschwester an. Aus gesundheitlichen Gründen bricht sie die Ausbildung ab. Doch sie zieht mit ihrem Freund und späteren Mann Tim nach Hamburg. Dort steigt das Paar in die Pornobranche ein - sie als „Sexy Cora“, er als Manager. Ein Teil des TV-Publikums lernt sie auch in der RTL-II-Realityreihe „Big Brother“ kennen.

Coras Auftritte in seriöser Filmbranche

Zwei Mal setzt sie ihren Fuß sogar in die seriöse Filmbranche: Im Kinofilm „Gegengerade“ um den Kiez-Club FC St. Pauli hat sie einen Auftritt, und im ZDF-Krimi „Der Tote an der Elbe“ spielt sie sich selbst. Sie fühle sich eben sicher, wenn sie wenig an habe, sagt Carolin mal in einem TV-Beitrag. Darin lässt auch ein Freund wissen, er habe ihr von der erneuten Busen-OP - nach Medienberichten von 70 F auf 70 G - abgeraten: „Cora, es reicht!“. Witwer Tim erklärt ebenfalls, er sei gegen den Eingriff gewesen. Schließlich, sagt er dem Magazin „Stern“, habe an „Sexy Cora“ alles gestimmt: „Das ganze Paket eben.“

Allem Wirbel um die tödliche Brustvergrößerung zum Trotz hat ein privater Radiosender in Hamburg gerade erst Schönheits-OPs verschenkt - ob Nasenkorrektur, Fettabsaugen oder Brustoperation. Unter dem Motto: „Erfüllen Sie sich Ihren Schönheits-Traum“.

Von Julia Ranniko

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