Opferschützer: Kachelmann-Urteil setzt "falsches Signal"

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Der freigesprochene Wettermoderator Jörg Kachelmann (rechts) verlässt in einem Auto das Gericht in Mannheim.

Berlin - Das Urteil im Prozess um den Wettermoderator Jörg Kachelmann setzt aus Sicht des Opferschutzvereins “Weißer Ring“ ein “falsches Signal“.

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Dass ein Freispruch nach dem Grundsatz “Im Zweifel für den Angeklagten“ häufig “im Zweifel gegen das Opfer“ bedeute, sei vielen Juristen nicht bewusst, sagte Veit Schliemann vom “Weißen Ring“ der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag in Berlin. Es sei für Gewaltopfer ohnehin schon schwierig genug, mit Fremden, etwa bei der Polizei, über das Geschehene zu reden. Im Fall Kachelmann habe die Medienöffentlichkeit zudem eine große Rolle gespielt, sagte Schliemann. “Der normale Fall ist nicht so extrem.“ Opfer müssten ihre passive Rolle daher aufgeben und Gewalttaten unbedingt anzeigen.

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dpa

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