Erstmals zugänglich

FBI veröffentlicht Akte zu Nirvana-Sänger Kurt Cobain - Fans baten Behörde um Mordermittlungen

Zwei FBI-Ermittler stehen vor einem Tatort, daneben Nirvana-Frontmann Kurt Cobain, das Logo der Behörde und Akten (Fotomontage)
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Wurde Kurt Cobain ermordet? Das vermuteten zumindest einige Fans - und wandten sich deshalb postalisch ans FBI, wie aus den nun veröffentlichten Akten der Behörde hervorgeht (Fotomontage)

Wurde Nirvana-Sänger Kurt Cobain ermordet? Das behaupteten zumindest zwei Fans in Briefen an das FBI - und forderten eine Morduntersuchung, wie aus einer Akte, welche die Behörde kürzlich freigab, hervorgeht.

Seattle - Um verstorbene Musiker:innen ranken sich oftmals die wildesten Gerüchte: So behaupten einige, der 1996 ermordete Rapper Tupac Shakur (†25) sei gar nicht tot*, sondern lediglich untergetaucht, und auch das Ableben von Michael Jackson* (†50) ist mindestens so geheimnisumwittert wie der Rest der Karriere des ‚King of Pop‘. Da reiht sich die Verschwörungstheorie, der im Drogenrausch umgekommene Nirvana-Frontmann Kurt Cobain (†27) sei in Wahrheit ermordet worden, thematisch perfekt ein.

Zwei Fans waren davon so überzeugt, dass sie sich per Post sogar ans Federal Bureau of Investigation (FBI) wandten und eine Morduntersuchung forderten. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Akte der Behörde hervor, die bis jetzt unter Verschluss stand. Extratipp.com* berichtet.

Als Frontmann der Rockband Nirvana wurde Kurt Cobain weltberühmt - doch der Erfolg brachte Schattenseiten mit sich: Nach einer Überdosis Heroin wurde er mit einem Kopfschuss aus seiner Schrotflinte tot aufgefunden

Nirvana: Kurt Cobain ermordet? Fans wandten sich mit Verdacht ans FBI - Akten erstmals zugänglich

Es ist der 5. April 1994: Wie später bekannt werden wird, hat sich die gefeierte Rockband* Nirvana zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelöst. Deren Sänger und Gitarrist Kurt Cobain ist deshalb untergetaucht, versteckt sich in seinem Haus in Seattle vor der Öffentlichkeit. Dort verabreicht sich der Musiker an jenem verhängnisvollen Tag eine Überdosis Heroin und richtet sich anschließend mit seiner Schrotflinte selbst hin. Tage später findet ein Elektriker den an dem tödlichen Kopfschuss verstorbenen Rockstar. Die Musikwelt ist in Trauer. Der Fall scheint klar zu sein.

Doch es gibt Fans, die an der offiziellen Version der Geschichte zweifeln. Sie glauben, Kurt Cobain sei umgebracht worden - und schalteten deshalb sogar das FBI ein. Die Sicherheitsbehörde gab nun im Zuge des 1967 erlassenen Freedom of Information Act (FOIA), der die Transparenz staatlicher Einrichtungen in den USA fördern soll, eine zehnseitige Akte über den Nirvana-Frontmann frei. In dieser finden sich zwei Briefe, in denen aufgebrachte Fans vom FBI fordern, erneut Bundesagent:innen auf den Fall anzusetzen. Als Beweis für ihre Behauptung, der legendäre Songwriter sei in Wahrheit ein Mordopfer, führten sie spekulative TV-Dokumentationen, vermeintliche Sachbücher und selbstverständlich diverse Internetquellen an.

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„Es wurden immer wieder Beweise gefunden, dass er [Kurt Cobain; Anm.d.Red.] getötet wurde und nicht Selbstmord beging, wie zunächst angenommen“, heißt es in einem der Briefe. Die Polizei habe diese Spur allerdings nie „ernsthaft verfolgt“. „Das beschäftigt mich am meisten“, erklärt der Fan, da „der Killer immer noch da draußen [sei]“. Auch eine Verdächtige wird genannt: So soll Rocksängerin Courtney Love (56), die mit der verstorbenen Nirvana-Ikone verheiratet war, ihre Finger im Spiel gehabt haben. In dem zweiten Brief fällt in diesem Zusammenhang ebenfalls der Name der 56-Jährigen. „Es ist traurig zu denken, dass eine derartige Ungerechtigkeit in den Vereinigten Staaten erlaubt werden kann“, schreibt der Fan abschließend.

Nirvana-Fans in Aufruhr: Wurde Kurt Cobain zum Mordopfer? - FBI antwortet auf Briefe

Da man beim FBI seine bürokratischen Pflichten offenbar nicht auf die leichte Schulter nimmt, gab es von der Bundesbehörde auf beide Briefe selbstverständlich auch ein Antwortschreiben. Verfasst wurden diese zwar von unterschiedlichen Sachbearbeiter:innen, im Wortlaut ist die Korrespondenz dennoch in beiden Fällen nahezu identisch. „Wir begrüßen Ihre Sorge, Herr Cobain habe das Opfer eines Mordes sein können“, schreibt die Bundesbehörde, erklärt dann aber in wenigen Sätzen, dass man - gegeben der angeblichen Tatumstände - gar nicht zuständig sei. Dies falle „in den Zuständigkeitsbereich des Bundesstaates und der lokalen Behörden“. Die beiden Nirvana-Fans durften übrigens anonym bleiben: Ihre Namen wurden innerhalb der Dokumente geschwärzt.

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