Königshaus-Biografin nennt sie "dämlich"

Hier lächelt Kate den Nackt-Ärger weg

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Auf den Salomonen wollte sich Kate nichts anmerken lassen

Honiara/London - Die Nacktfotos von Herzogin Kate gehen um die Welt - unaufhaltsam. Hätte sie es besser wissen müssen? Am Sonntag versuchte sie auf den Salomonen, den Ärger mit Lächeln zu überspielen.

William und Kate bei der Ankunft auf den Salomonen

„Der Geist ist aus der Flasche.“ Diese Prognose des Londoner Medien-Juristen Mark Stephens ist eingetreten. Die Bilder der halbnackten Kate, am Freitag in Frankreich erstmals veröffentlicht, machen ihre Runde um den Erdball. Im Internet ist die barbusige Kate bereits hundertfach zu sehen. Und die Yellow-Press-Redaktionen in vielen Ländern können kaum noch an sich halten. Die Bilder wurden bereits in Frankreich, Irland und Griechenland gedruckt. Am Montag soll in Italien eine Sonderausgabe mit 50 dieser Bilder der Ehefrau von Prinz William folgen. „Es kommt noch schlimmer“, orakelte die „Sunday Times“.

Prinz William & Kate: Ihre schönsten gemeinsamen Bilder

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Die Macher der bunten Blättchen sind erfinderisch, wenn es darum geht, Gründe für den Abdruck zu finden. Manche geben sich gar nicht erst große Mühe, ihre Heuchelei zu verbergen. Es seien doch nur Bilder eines verliebten Paares, man wolle doch nur das Leben des künftigen Thronfolgers darstellen, so wie es wirklich ist. Kate und William würden auf „vollkommen natürliche Weise“ dargestellt, sagt etwa der Chefredakteur des italienischen Berlusconi-Titels „Chi“, Alfonso Signorini.

Auch die Chefredakteurin des französischen „Closer“-Magazins, Laurence Pieu, scheint eine ganze Menge Kreide verschluckt zu haben, so süß klingen ihre Worte: Gezeigt werde doch nur ein frisch verheiratetes Paar, das sich liebe. „Sie ist eine Prinzessin des 21. Jahrhunderts“, sagt die Boulevard-Journalistin. Und ihr Kollege Mike O'Kane vom irischen „Daily Star“ wird in einer etwas abenteuerlichen Ableitung gar politisch. Irland sei eine Republik und keine Monarchie und deswegen werde Kate dort behandelt wie jeder andere Prominente. „Sie ist nicht unsere künftige Königin“, sagte O'Kane - als ob das die Frage von Persönlichkeitsrechten maßgeblich beeinflussen würde.

In Kates Heimatland Großbritannien schäumt man vor Wut. Nicht nur im Palast, wo die Juristen Sonderschichten schieben, um Schadensersatz- und sonstige Klagen vorzubereiten. Auch in der Journaille. Nur zu gerne würden die Chefredakteure der als aggressiv bekannten britischen Boulevardzeitungen die Fotos ebenfalls bringen, um ihre schwächelnden Auflagen zu stützen. Doch das verbietet ihnen ein Ehrenkodex und die zur Schau gestellte Achtung vor dem Königshaus. Und sie können sicher sein: Wer die Fotos auch nur anfasst, wird künftig von den Royals wie eine heiße Kartoffel behandelt.

So flüchten sich die britischen Medienleute in ihrer Machtlosigkeit nun in die Schelte ihrer ausländischen Kollegen. Das Boulevardblatt „The Sun“, das sonst keine Probleme mit dem Zeigen unbedeckter weiblicher Oberkörper hat, pixelte fast übereifrig das Zeitschriftencover von „Closer“ und bezeichnete alle, die die Bilder bringen als „Geld-Scheffler“. Das Murdoch-Blatt „The Sun“ war noch vor wenigen Wochen die einzige britische Zeitung, die die Bilder des nackten Prinz Harry aus Las Vegas abdruckte.

Damals hatte der Palast noch stillgehalten. Diesmal will Clarence House, wo die Belange von Prinz Charles und seiner Söhne William und Harry geregelt werden, mit aller Härte gegen die Medien vorgehen. Man sei an „die übelsten Exzesse der Presse aus dem Leben von Prinzessin Diana“ erinnert, heißt es. Doch der Sinn einer Vielfronten-Klagewelle in mehreren Ländern Europas wird von Experten bezweifelt. Der zu zahlende Schadensersatz wäre wohl marginal - und ist längst einkalkuliert.

Wenn Kate dem Schicksal ihrer toten Schwiegermutter als Beute der Fotografen entgehen will, hilft wohl nur ein Rat von Queen-Schwester Prinzessin Margret, den sie vor Jahren der ebenfalls nackt abgelichteten Sarah „Fergie“ Ferguson gegeben hatte: „Wir haben eine Vielzahl von Häusern - keiner muss sich fotografieren lassen, wenn er das nicht will.“ Und die Königshaus-Biografin Ingrid Seward machte in einem Beitrag für die „Daily Mail“ gar eine gewisse Mitschuld des Paares deutlich: „Die ganz einfache Frage ist: Wie konnte die Herzogin so dämlich sein? Von unserer künftigen Königin dürften wir erwarten, dass sie den gesunden Menschenverstand benutzt.“

dpa

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