Dirigent Barenboim hasst Fahrstuhl-Musik

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Dirigent Daniel Barenboim mag's im Alltag still

Berlin - Dirigent und Pianist Daniel Barenboim findet Hintergrundmusik an öffentlichen Plätzen unerträglich. Er fürchtet, die Menschen könnten wegen ihr sogar das Hören verlernen.

Straßen und Baustellenlärm findet er nicht so tragisch, „aber Musik in Aufzügen oder in Flugzeugen ist mir unerträglich“, sagte der 69-Jährige dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Auch Musik in Restaurants halte er nicht aus. „Selbst wenn sie ganz leise ist.“ Seit es ein Rauchverbot in Berliner Restaurants gebe, besuche er nur noch eine Handvoll Lokale, in denen das Rauchen erlaubt sei. „Dort kennen mich die Kellner und machen die Musik freundlicherweise von selbst aus.“

Der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper fürchtet, dass die Menschen durch die „Dauerberieselung“ das Hören verlernen. Er verstehe auch Schriftsteller und Maler nicht, die bei ihrer Arbeit klassische Musik hören. „Die Komplexität dieser Art von Musik erfordert es, sich ihr ganz zu widmen.“

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Im Alltag zieht Barenboim Stille vor. Er höre auch im Auto keine CDs und fast nie Radio. Zur Entspannung schaue er sich lieber im Fernsehen deutsche Krimis an. In Berlin wohne er in der Nähe der Domäne Dahlem. „Dort ist es total ruhig. Wenn ich das Telefon herausziehe, fühle ich mich wie auf dem Land. Ich brauche keine Datscha.“

dpa/dapd

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