Deutsche Aids-Hilfe kritisiert Urteil für Benaissa

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Nadja Benaissa und ihr Verteidiger.

Bielefeld - Die Deutsche Aids-Hilfe kritisiert die Verurteilung der No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Von dem Urteil gehen nach ihrer Ansicht falsche Botschaften aus.

Diese würden der HIV-Prävention und der Emanzipation von chronisch Kranken schaden, meint die Organisation, die auf einen Freispruch der Sängerin gehofft hatte. Carsten Schatz, Mitglied im Bundesvorstand der Aids-Hilfe, sagte: “Ich halte dieses Urteil für falsch. Es wird der HIV-Prävention dramatischen Schaden zufügen. Wir sehen die Politik nun in der Pflicht, das Strafrecht der Lebensrealität anzupassen.“

Bundesgeschäftsführerin Silke Klumb erklärte: “Wir alle tragen Verantwortung dafür, wie mit dem Thema HIV und Aids umgegangen wird: Daher muss jeder Einzelne dazu beitragen, dass alle Menschen über HIV sprechen und Safer Sex praktizieren können. Nur dann kann HIV-Prävention wirklich gelingen.“

Die Frauenreferentin Marianne Rademacher kritisierte: “Wenn die Verhütung vor allem Frauen und HIV-Positiven einseitig zugeschrieben wird, setzen wir die gemeinsame Verantwortung zweier Menschen außer Kraft.“ In Bielefeld finden ab Donnerstag die “Positiven Begegnungen“ statt, zu denen 500 Vertreter der HIV-Selbsthilfe erwartet werden. Es ist laut Aids-Hilfe die größte derartige Konferenz in Europa.

DAPD

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