Casting-Star als Kind gehänselt

Susan Boyle erleichtert über Asperger-Diagnose

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Bei Susan Boyle wurde eine Form von Autismus diagnostiziert.

London - Die schottische Sängerin Susan Boyle, die durch eine Talentshow über Nacht zum Star geworden ist, leidet nach eigenen Angaben unter dem Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus.

Nachdem sie jahrelang wegen ihrer Lernschwäche gehänselt worden sei, habe sie vor einem Jahr endlich die Diagnose Asperger bekommen, sagte Boyle in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der britischen Zeitung "The Observer". Als Kind sei ihr hingegen gesagt worden, sie habe einen Hirnschaden.

"Ich wusste immer, dass das ein unfaires Etikett war", sagte die Frau, die einen Ehrendoktortitel innehat, über die Fehldiagnose. "Jetzt habe ich eine genauere Vorstellung davon, was nicht stimmt, und ich fühle mich erleichtert und ein bisschen entspannter mir selbst gegenüber." Boyle hatte während ihrer Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen und wurde ihre gesamte Schulzeit von ihren Klassenkameraden mit Schmähnamen wie Susie Simple (Susie Einfach) geärgert. Mittlerweile sei ihr aber bescheinigt worden, dass ihr Intelligenzquotient über dem Durchschnitt liege, sagte Boyle dem "Observer".

Boyle war durch die Fernsehsendung "Britain's Got Talent" 2009 über Nacht zum Weltstar geworden. Ihr erster Auftritt in der Castingshow, bei dem sie "I Dreamed A Dream" aus dem Musical "Les Misérables" sang, wurde auf YouTube fast 140 Millionen Mal angeklickt. Ihre Stimme und ihr verschrobener Humor bescherten der oft unbeholfen wirkenden 52-Jährigen eine riesige Fangemeinde.

Menschen, die unter dem Asperger-Syndrom leiden, haben Schwierigkeiten bei der sozialen Interaktion und Kommunikation. Ihnen fällt es schwer, soziale Signale richtig zu deuten und sich entsprechend zu verhalten.

Boyle will ihr Leben durch die Diagnose nicht allzu sehr beeinflussen lassen. "Es ist einfach ein Umstand, mit dem ich leben und mich durchschlagen muss", sagte sie in dem Zeitungsinterview. Allerdings hoffe sie, dass andere Menschen sie aufgrund der Diagnose "besser behandeln, weil sie besser verstehen, wer ich bin und warum ich die Dinge tue, die ich tue".

afp

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