Bettina Wulff: "First Lady ist ein sperriger Begriff"

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Bettina Wulff besuchte in St. Petersburg einen Kinderzirkus

St. Petersburg - Auch Bettina Wulff ist nun schon 100 Tage im “neuen Amt“. Beim Staatsbesuch ihres Mannes in Russland hatte die First Lady ihren ersten internationalen Auftritt.

Es wird zwar viel in ihrer Vergangenheit rumgewühlt, aber mehr als das eine oder Tattoo ist bisher nicht zu tage gekommen. Als sie an der Seite ihres Mannes im großen Georgssaal im Kreml über den roten Teppich auf den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und dessen Frau zuging, war der 36-Jährigen die Aufregung deutlich im Gesicht anzusehen. Sie macht auch keinen Hehl daraus, dass sie in solchen Situationen aufgeregt ist.

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Sie findet es aber spannend und beeindruckend, sich mit Persönlichkeiten wie Swetlana Medwedewa, der Frau des Präsidenten, auszutauschen. Die beiden Frauen unterhielten sich unter anderem über das Thema Frauengesundheit. Das sei auch ihr Thema, sagt Bettina Wulff dazu. Sie will sich neben der Schirmherrschaft für das Müttergenesungswerk, die die Frau des Bundespräsidenten traditionell übernimmt, für Kinder einsetzen: für obdachlose, für vernachlässigte, für solche zum Beispiel, die von zuhause weglaufen, weil sich ihre drogenabhängigen Eltern nicht mehr um sie kümmern können. Sie denkt darüber nach, die Schirmherrschaft für das UN-Kinderhilfswerk Unicef zu übernehmen.

Kinder liegen der First Lady besonders am Herzen

In St. Petersburg besuchte sie am Donnerstag einen Kinderzirkus von Kindern aus solchen Familien. Serienweise Flickflacks und Saltos zu Rock-Musik begeisterten Bettina Wulff, die selbst Mutter von zwei Kindern ist. Sie habe “Respekt“ vor der Leistung der Kinder. “Ich nehme die tolle Zirkusvorstellung in meinem Herzen mit nach Hause“, sagte die attraktive schlanke junge Frau und schlug einen Austausch mit einem deutschen Kinderzirkus vor. “Wenn ich ein solches Projekt weiter unterstützen kann, hat sich der Tag schon gelohnt“, sagte Frau Wulff nach der Vorstellung. Wulff kommt unter all den Kindern und Betreuern glaubwürdig rüber.

Man könnte ihr auch abnehmen, dass sie bei der Entscheidung ihres Mannes, Bundespräsident zu werden, zumindest ein kleines Wörtchen mitgeredet hat. Schließlich gab sie einen Job auf - um einen neuen anzunehmen: First Lady. Der Begriff, der von Präsidenten-Frauen wie Elly Heuss-Knapp und Veronica Carstens geprägt wurden, ist ihr zu abstrakt: “First Lady ist ein sperriger Begriff, der nicht wirklich was mit meiner Person zu tun hat.“ Sie habe Respekt vor der Aufgabe, aber keine Angst.

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