So befreite Vidal Sassoon die Frauen

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Pflegeleichte Frisuren waren sein Markenzeichen: Starfriseur Vidal Sassoon.

Los Angeles - In den 50er Jahren befreite Starfriseur Vidal Sassoon die Frauen von Dutt und Lockenwicklern. Nach dem Tod des 84-Jährigen bleibt der "Bob" als sein wichtigstes Vermächtnis.

Der Starfriseur Vidal Sassoon, der die Frisuren der Damenwelt in den 50er Jahren revolutionierte, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der gebürtige Brite starb am Mittwoch im Kreis seiner Familie in seinem Haus in Los Angeles, wie die Polizei mitteilte. Sein Agent Mark Sejvar sagte, Sassoon habe seit Jahren an Leukämie gelitten.

Der in armen Verhältnissen in London aufgewachsene Sassoon brachte in den 50er und 60er-Jahren mit kreativen und pflegeleichten Haarschnitten frischen Wind in die Friseursalons. Er befreite modebewusste Frauen von den bislang üblichen Dutts und Lockenwicklern und stieß damit auf Begeisterung, gerade in der aufkommenden Frauenbewegung. „Das Timing war perfekt: So, wie das Haar der Frauen befreit wurde, wurde auch ihr Leben freier“, erklärte die Chefredakteurin des Magazins „Allure“, Linda Wells, der Nachrichtenagentur AP. „Sassoon war einer der ursprünglichen Feministen.“

Zu seinen berühmtesten Kreationen gehörte der „Bob“. Auch zum Look von Modedesignerin Mary Quant, die den Minirock populär machte, gehörten Frisuren von Sassoon. Ende der 60er-Jahre machte der Starfriseur Schlagzeilen, als er von London nach Hollywood eingeflogen wurde, um Mia Farrows Kurzhaarschnitt für den Film „Rosemary's Baby“ zu kreieren. Anfang der 70er-Jahre zog er nach Los Angeles.

„Keine Zeit mehr für die Trockenhaube“

„Meine Idee war, Form ins Haar zu schneiden, es wie Stoff zu verwenden und alles Überflüssige zu entfernen“, sagte Sassoon 1993 der Zeitung „Los Angeles Times“. „Frauen begannen wieder zu arbeiten, sie nahmen ihr Leben selbst in die Hand. Sie hatten keine Zeit mehr, unter der Trockenhaube zu sitzen.“

Sassoon schrieb vier Bücher und eröffnete Vidal-Sassoon-Akademien zur Schulung von Friseuren, darunter auch in Deutschland. Außerdem vermarktete er unter seinem Namen erfolgreich eine Haarpflegeserie. Anfang der 80er-Jahre verkaufte er seine Geschäftsanteile, gründete ein Stiftung und widmete sich wohltätigen Zwecken. Er war vier Mal verheiratet, mit seiner zweiten Frau bekam er vier Kinder.

dapd

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