Wird die Formel 1 zum Vettel-Alleingang?

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Sebastian Vettel siegte in Kuala Lumpur

Kuala Lumpur - Die Konkurrenz schaut fast schon ehrfürchtig zu ihm auf, die Weltpresse fürchtet bereits den Alleingang: Die Formel 1 wird zur "Formel Vettel".

Der jüngste Champion ist im Red Bull auf dem besten Weg, wie einst Serien-Weltmeister Michael Schumacher die Königsklasse zu regieren. Auch wenn Vettel ebenfalls wie sein Kumpel aus Kerpen gern auf die Euphoriebremse tritt. “Die WM ist noch weit weg“, betonte er nach seinem souveränen Sieg in Sepang.

Doch selbst für die beim Großen Preis von Malaysia erneut düpierte Konkurrenz steht fest: “Seb ist der Mann, den es zu schlagen gilt“, bekräftigte der zweitplatzierte Brite Jenson Button - ohne Wenn und Aber. Nach Meinung des McLaren-Mercedes-Piloten hat lange nur “niemand wirklich gewusst, wer Zweiter hinter Seb würde“.

Auch Buttons McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh applaudierte fair: “Sebastian ist zweifelsohne ein fantastischer Fahrer.“ Sein Ferrari-Kollege Stefano Domenicali stellte nüchtern fest: “Vettel war wieder uneinholbar.“ Der Konkurrenz muss angesichts der Tatsache, dass selbst technische Probleme den Deutschen derzeit nicht stoppen können, Angst und Bange werden.

“Sebastian Vettel gewinnt wie im Fluge und dominiert die Formel 1 mit eiserner Hand“, meinte die spanische Zeitung “El País“ einen Tag nach seinem zweitem Sieg im zweiten Saisonrennen. Das britische Boulevardblatt “The Sun“ schrieb dem Heppenheimer sogar magische Kräfte zu: “Sebastian Vettel verhexte seine Gegner, als er in Malaysia einem Voodoo-Sieg entgegen fuhr.“

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Selbst als Vettel nach der halben Renndistanz an seinem Red Bull das Energierückgewinnungssystem KERS aus Sicherheitsgründen abschalten musste, konnte er seinen Vorsprung sogar leicht ausbauen. Und der viertplatzierte Mark Webber, der wegen des bei ihm sofort beim Start streikenden Schubs von 82 Zusatz-PS für je 6,7 Sekunden pro Runde zunächst fünf Ränge verlor und einen Boxenstopp mehr absolvierte, hätte es fast noch aufs Podest geschafft.

“Ohne KERS ist ein Nachteil für uns“, ließ Vettel anklingen, dass Red Bull mit einem funktionierenden System noch deutlicher dominieren dürfte. Bis zum Großen Preis von China an diesem Wochenende sollten die Ingenieure das Problem gelöst haben. Und da zwischen Sepang und Shanghai nur minimale Weiterentwicklungen möglich sind, die Rivalen also nicht groß nachrüsten können, deutet nichts auf einen Verlust der Vettel-Herrschaft hin.

Von einer Vorentscheidung oder Vorherrschaft will Vettel dennoch nichts wissen. “Viele reden schon von einer brutalen Dominanz oder ähnlichem. Ich gebe darauf nichts“, versicherte der 23 Jahre alte Hesse. “Es sind erst zwei Rennen gefahren und es kann sich viel ändern.“

Fernando Alonso sei dafür ein sehr gutes Beispiel, sagte Vettel. Der Ferrari-Rivale sei im Vorjahr zweimal abgeschrieben worden und jeweils zurückgekommen. “Im letzten Saisonrennen war er der WM-Favorit“, erinnerte der Champion daran, dass er bei seinem WM-Gewinn auch von einem stümperhaften Strategie-Fehler der Scuderia profitiert hatte.

Um im eigenen Rennstall keinen Schlendrian einreißen zu lassen, übt Vettel mächtig Druck aus. “Wir müssen weiter arbeiten und weiter pushen“, forderte er. Damit will der trotz seines jungen Alters ausgebuffte Taktiker möglicherweise auch die Konkurrenz etwas einlullen. Vettels Vorgehen erinnert stark an Schumacher. Der hatte von Ferrari selbst nach Spazierfahrten zum Sieg noch Steigerungen gefordert. Dieser ständige, unstillbare Hunger nach Erfolg im Stil der “Raupe Nimmersatt“ kennzeichnet und eint die beiden Kumpels ebenfalls.

Mit seinem zweiten Saisonsieg, der zugleich der vierte in Serie und der zweite in Malaysia war, hat Vettel einen Idealstart hingelegt. Anders als bei seinem Titeltriumph, als er nach den beiden ersten Rennen mit null Punkten der Spitze hinterherhecheln musste, hat er mit bislang 50 Punkten das Maximum erreicht und beinahe doppelt so viele Zähler wie sein nächster Verfolger Button (26).

Vettel freut sich über den komfortablen Vorsprung, sieht aber keinen Grund, sich darauf auszuruhen. “Ein guter Start ist wichtig, wie die Vergangenheit zeigt, wo es oft sehr knapp herging. Deshalb ist jeder Punkt wichtig“, betonte er. “Es kann sich schnell ändern.“

dpa

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