Rekordmeister

Wagner nach China: FC Bayern schafft Platz für Umbruch

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Sandro Wagner wechselt vom FC Bayern nach China. Foto: Marius Becker

Nach nur einem Jahr verlässt Sandro Wagner den FC Bayern wieder. Der Backup für Robert Lewandowski war zuletzt ohne Verwendung - in China nimmt er ein lukratives Angebot an. Der FC Bayern schafft in seinem Kader Platz. Die Münchner Frischzellenkur wird weitergehen.

München (dpa) - Mit dem Abschied von Sandro Wagner nach China hat der FC Bayern München in seinem Kader Platz für den eingeleiteten Umbruch geschaffen.

Nach gerade einmal einem Jahr verlässt der unzufriedene Backup von Robert Lewandowski den deutschen Fußball-Rekordmeister und schließt sich für zwei Jahre Tianjin Teda von Trainer Uli Stielike an. Im schicken Sakko mit passendem Einstecktuch posierte Wagner an der Seite des früheren Fußball-Nationalspielers auf einem ersten Foto für seinen neuen Verein.

Zu Fragen der Deutschen Presse-Agentur nach einer kolportierten Ablösesumme von fünf Millionen Euro und einem üppigen Gehalt wollte sich eine Sprecherin des chinesischen Erstligisten nicht äußern: "Wir können ihnen dazu nichts sagen."

Wagner war vor einem Jahr für rund zwölf Millionen Euro Ablöse von 1899 Hoffenheim mit großen Ambitionen in seine Geburtsstadt München zurückgekehrt. Nach zwölf Monaten stellte sich aber immer mehr heraus, dass die Bayern keine große Verwendung für den achtmaligen Nationalspieler haben. "Sandro Wagner kam auf uns zu und hat um Freigabe aus seinem Vertrag gebeten. Er hat ein sehr attraktives Angebot aus China vorliegen und wir haben daher seinem Wunsch entsprochen", erklärte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Wagner selbst sagte der "Bild"-Zeitung: "Mein Plan war natürlich, länger in München zu bleiben und meine Karriere hier zu beenden. Ich liebe diesen Verein. Aber die Dinge haben sich leider anders entwickelt, das musste ich akzeptieren." Wagner wird mit seiner Familie und Freunden den Sprung nach China wagen. "Ich werde jedoch niemals ein böses Wort über diesen Verein verlieren, sondern wünsche dem FC Bayern und seinen Fans nur das Beste", sagte er.

Mit Wagner geben die Münchner zwar den einzigen klassischen Ersatz für Topstürmer Lewandowski ab. An die internationale Klasse des ohnehin nicht verletzungsanfälligen Polen reicht der 31-Jährige aber nicht heran. Ganz vorne können die Bayern Lewandowski zum Beispiel durch Thomas Müller oder Serge Gnabry ersetzen.

Hatte Jupp Heynckes Wagner noch regelmäßig Spielanteile gegeben, war der Angreifer unter Nachfolger Niko Kovac zuletzt komplett außen vor. Gegen Hoffenheim (3:1) und beim Heimspiel gegen Stuttgart (4:1) war nicht einmal Platz im Kader und er hockte gefrustet auf der Tribüne.

Wagner versucht sein Glück also in der Metropole rund eine Autostunde von Peking entfernt - die auf Verjüngung konzentrierten Bayern erhalten für einen Ü30-Spieler nochmal eine stattliche Ablöse. Und der Umbruch wird weitergehen. Nach dem Zugang von Benjamin Pavard für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart im Sommer hatte Salihamidzic jüngst "noch einige Transfers" angekündigt.

Um Offensivspieler Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea werben die Münchner intensiv. Den 18 Jahre alten Offensivspieler wollen die Engländer zumindest in dieser Winter-Transferperiode aber nicht abgeben. Für die Defensive ist Lucas Hernández von Atlético Madrid ein Kandidat. Eine Verpflichtung des 22 Jahre alten Außenverteidigers ist erst für den Sommer realistisch.

Ins Schaufenster stellte sich Ende vergangenen Jahres Timo Werner. "Wenn man in Deutschland bei RB Leipzig spielt und in Deutschland bleiben will, hat man eigentlich nur einen Verein, wo man hinwechseln kann", hatte der Nationalstürmer nach dem 0:1 beim FC Bayern gesagt. Der 22-Jährige besitzt bei den Sachsen noch einen Vertrag bis Ende Juni 2020 - für den Umbruch beim FC Bayern im kommenden Sommer wäre er jedoch ein Top-Kandidat.

Schließlich ist Werner jung, deutsch, besitzt reichlich internationale Erfahrung und verfügt über das im modernen Fußball besonders gefragte Fahndungskriterium Tempo. Erstmal will sich Werner aber in aller Ruhe selbst über seinen nächsten Karriereschritt klar werden. "Ich habe keinen Zeitdruck", versicherte er.

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