Webber muss zum Rapport

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Mark Webber (r.) hatte Sebastian Vettel attackiert

Silverstone - Nach den Attacken gegen seinen Teamkollegen Sebastian Vettel muss Red-Bull-Pilot Mark Webber zum Vier-Augen-Gespräch bei Teamchef Christian Horner antreten.

Attackiert vom eigenen Teamkollegen, angegriffen von der englischen Presse - doch Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel blieb nach seinem zweiten Platz von Silverstone nach einem in der Schlussphase harten Duell mit seinem Red-Bull-Partner Mark Webber ganz cool. „Ich verstehe nicht, warum man hier ein Fass aufmachen muss. Mark hat versucht, mich zu überholen, aber ich bin vorne geblieben“, sagte Vettel. Webber dagegen war sauer, er muss bei Teamchef Christian Horner zum Rapport antreten, nachdem er während des Rennens Anweisungen seines Teams bewusst ignoriert hatte.

„Darüber werden Mark und ich unter vier Augen reden. Ich war überrascht, dass Mark die Anweisungen ignoriert hat. Niemand steht höher als das Team“, sagte Horner, der dem 35 Jahre alten Australier die Tür zur eigentlich erwarteten Vertragsverlängerung bis Ende 2012 dennoch nicht zuschlug. „Ich hoffe nicht“, antwortete Horner auf die Frage, ob Webbers Verhalten Auswirkungen auf eine weitere Zusammenarbeit haben könnte.

Als Webber in der Schlussphase des Rennens mehrfach auf Funksprüche seines Renningenieurs nicht reagiert und weiter den hinter dem späteren Sieger Fernando Alonso auf Platz zwei fahrenden Vettel angegriffen hatte, griff Horner in der letzten Runde selbst zum Mikrofon und forderte den Australier auf, seine Position zu halten. Eine Teamorder ist in der Formel 1 seit Beginn dieser Saison nicht mehr verboten.

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„Ich hatte beiden Fahrern vor dem Rennen gesagt, dass es hier um ein gutes Teamresultat geht. Und wir hätten ziemlich dumm ausgesehen, wenn beide Autos im Zaun gelandet und mit dem Abschleppwagen zurück an die Box gekommen wären“, rechtfertigte Horner seine Entscheidung, die er auch gegenüber Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, der kein Freund von Teamorder ist, verteidigen will: „Herr Mateschitz hätte sich sicher nicht bei uns bedankt, wenn am Ende beide Autos in der Mauer gelandet wären. Ich kann verstehen, dass manchmal ein Fahrer mit Anweisungen unzufrieden ist, aber ich bin verantwortlich dafür, dass das Team die optimalen Resultate erreicht.“

Nach Horners Meinung habe das Team mit Webbers Angriffen auf Vettel, die der Weltmeister alle gekonnt abwehrte, 33 Punkte aufs Spiel gesetzt. „Wir haben in der Vergangenheit gesehen, welche schwerwiegende Folgen so etwas haben kann“, sagte Horner mit Blick auf den „Bullen-Crash“ im vorigen Jahr in der Türkei, der Red Bull statt eines möglichen Doppelsieges einen Ausfall von Vettel und einen dritten Rang für Webber einbrachte.

Webber gestand am Sonntag in Silverstone offen ein, dass er die Anweisungen des Teams bewusst ignoriert hatte. „Ich bin nicht zufrieden mit der Situation. Natürlich habe ich das Team ignoriert, weil ich versuchen wollte, einen weiteren Platz zu gewinnen. Wenn Fernando in der letzten Runde ausgefallen wäre, hätten wir um den Sieg gekämpft. Sebastian hat sein Bestes gegeben, und ich auch“, sagte Webber.

Vettel verriet später, dass ihm der Kampf sogar ein bisschen Spaß gemacht habe. „Wäre es andersherum gewesen, hätte ich auch versucht, Mark zu überholen“, räumte er ein. Aber man dürfe für das Team auch nichts Dummes machen. „Das Team hatte Angst, dass es einen Crash geben könnte. Aber wir haben bewiesen, dass wir auch ohne Crash gegeneinander fahren können“, sagte Webber.

sid

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