Wenn viele sich streiten, freut sich der Vettel

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Sebastian Vettel ist amtierender Formel-1-Weltmeister.

Nürburgring - Am Sonntag fuhr Sebastian Vettel mit Platz vier sein bisher schlechtestes Saisonergebnis ein. Der Vorteil des Weltmeisters: Seine Verfolger nehmen sich gegenseitig die Punkte weg.

Erstmals in diesem Jahr keine Runde in Führung, nach elf Rennen in Folge eine Siegerehrung ohne ihn, und das ganze Dilemma auch noch beim Heimspiel - dennoch muss Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel auf dem Weg zum zweiten Titel in Folge nicht ins Grübeln geraten. Der Red-Bull-Pilot hat immer noch beruhigende 77 Punkte Vorspung und dazu einen ganz großen Vorteil: Hinter ihm nehmen sich gleich vier Verfolger gegenseitig Punkte weg.

"Sebastian muss sich überhaupt keine Sorgen machen. Zwar sind im Moment alle Spitzenfahrer auf einem Niveau, aber Red Bull ist immer dabei. Es ist ja nicht so, dass Sebastian immer Vierter wird, sondern sicher auch mal wieder Zweiter und Dritter. Und so würde es ewig dauern, bis sein Vorsprung weg wäre" sagte der frühere Formel-1-Pilot Christian Danner.

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In Montreal wurde Vettel (216 WM-Punkte) von McLaren-Pilot Jenson Button (109) besiegt, in Silverstone von Ferrari-Star Fernando Alonso (130), auf dem Nürburgring von Buttons Teamkollegen Lewis Hamilton(134). Dabei ist keiner von den dreien Vettels schärfster Verfolger, denn auf Rang zwei der Gesamtwertung liegt immer noch sein Red-Bull-Kollege Mark Webber (139), der seit knapp einem Jahr auf einen eigenen Sieg wartet.

Den hatte der Australier 2010 in Budapest gefeiert, wo schon am kommenden Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) der nächste WM-Lauf steigt. "Das nächste Rennen am Hungaroring wird bestimmt besser", sagte Vettel, der dort im vorigen Jahr das Rennen nach Belieben dominiert hatte und nur durch eine Durchfahrtstrafe für eine Unaufmerksamkeit hinter dem Safety-Car den Sieg an Webber verlor.

Deshalb rechnet auch Nürburgring-Sieger Hamilton in Budapest wieder fest mit Vettel. "Man kann nicht erwarten, dass er immer perfekt ist. Er hat vom Ende der letzten Saison in dieses Jahr hinein eine große Zahl von Rennen gewonnen. Es ist für jeden leicht, ihn jetzt nach einem Rennen zu kritisieren. Aber er war außerordentlich konstant über eine lange Zeit. Ich bin sicher, dass er zurückschlagen wird", sagte der Engländer: "Er wird beim nächsten Rennen schnell sein. Ich denke, das war nur ein Ausrutscher." Über seine eigenen Titelchancen will Hamilton erstmal nicht reden: "Ich ziehe es vor, meinen Mund zu halten und das Tempo unseres Autos sprechen zu lassen."

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Auch Alonso will weiterhin nur von Rennen zu Rennen und nicht auf die WM schauen, da er ebenfalls nicht an einen generellen Einbruch der "Bullen" glaubt. "Ein Wochenende scheint für uns gut zu sein, wie in Silverstone. Eins wie jetzt am Nürburgring für McLaren, aus welchen Gründen auch immer. Aber Red Bull ist immer dabei", sagte der Spanier: "Es sieht so aus, dass die meisten Bedingungen auf den meisten Strecken für sie gut sind." Um ernsthaft an Vettel heranzukommen müsse er selbst gewinnen und darauf hoffen, dass auch sein Teamkollege Felipe Massa und beide McLaren dem Heppenheimer Punkte wegnehmen.

Daher sieht auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner alles andere als eine Krise, wie sie zum Beispiel in Italien Tuttosport vermutet. "Bei Red Bull ertönen die Alarmglocken", schrieb die Ferrari-nahe Turiner Sportzeitung. "Wir standen in jedem Rennen auf der Pole Position, haben sechs von zehn Grand Prix gewinnen und standen immer auf dem Podium. Das ist weit weg von einem Desaster", meinte Horner.

Allerdings sei es jedem im Team auch bewusst, dass man sich nicht zurücklehnen und nachlassen dürfe. "Wir sind mitten in einem Entwicklungs-Wettlauf", sagte Horner. "Wir werden weiterhin hart arbeiten und darauf achten uns dort zu verbessern, wo wir noch nicht ganz perfekt waren", ergänzte Vettel.

sid

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