„Faktencheck läuft“

SV Welver reagiert auf Rassismus-Vorwürfe des Schiedsrichters nach Kreisliga-Spiel

Die Partie der Kreisliga A zwischen dem SV Welver und SC Lippetal am 4. Oktober hat ein Nachspiel vor dem Sportgericht.
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Die Partie der Kreisliga A zwischen dem SV Welver und SC Lippetal am 4. Oktober hat ein Nachspiel vor dem Sportgericht.

Der SV Welver reagiert auf die schweren Vorwürfe des Schiedsrichters Ayoub Kaichouh. Der Verein bedauere, dass der Unparteiische beleidigt worden sei, und arbeite derzeit die Geschehnisse auf, heißt es seitens des Vorstandes.

Welver – Der Vorstand des SV Welver hat sich am Mittwoch zu den von Ayoub Kaichouh erhobenen Vorwürfen geäußert. Der Schiedsrichter aus Hamm hatte im Kreisliga-Spiel gegen den SC Lippetal zwei Welveraner Spieler sowie den Trainer André Kintscher vom Platz gestellt und anschließend im Spielbericht unter anderem geschrieben, dass er von SVW-Zuschauern rassistisch beleidigt worden sei.

„Der Welveraner Sportverein lehnt jede Form von Rassismus kategorisch ab“, heißt es jetzt in einer offiziellen Stellungnahme des Vorstands um den Vorsitzenden Manfred Möller. Die Vereinsführung tagte am Dienstagabend.

SV Welver reagiert auf Rassismus-Vorwurf: Kein Platz für Diskriminierung

Der SV Welver weist jede Form der Diskriminierung von sich: „Eine Vielzahl unserer Fußballer im Jugend- und Seniorenbereich sowie Mitglieder unserer drei Tanzgarden haben ausländische Wurzeln. Zu keiner Zeit hat es hier im Zusammenspiel irgendwelche Zwischenfälle gegeben. Zudem gab es in der Vergangenheit ein Sportangebot des SVW für Asylanten, um eine Integration in die Gemeinschaft voranzutreiben und gleichzeitig für einen sportlichen Ausgleich zu sorgen.“

Eine Vielzahl unserer Fußballer im Jugend- und Seniorenbereich sowie Mitglieder unserer drei Tanzgarden haben ausländische Wurzeln.

Vorstand des SV Welver

Zudem sei es ein absolutes No-Go, den Schiedsrichter zu beleidigen oder „in welcher Form auch immer anzugehen“, schreibt der Vorstand weiter. „Dass dies auf unserem Sportplatz offensichtlich mit Ayoub Kaichouh geschehen ist, bedauern wir sehr.“

Gemeinsam mit dem Sportgericht arbeite man derzeit an einer Aufklärung des Sachverhaltes. Das Problem dabei: Die vorliegenden Aussagen beruhen auf Hörensagen, so der SVW: „Leider waren wegen der besonderen Corona-Maßnahmen alle anwesenden Vorstandsmitglieder mit Aufgaben betreut.“ Daher laufe aktuell ein Faktencheck.

SV Welver reagiert auf Rassismus-Vorwurf: „Tolerieren das Benehmen nicht“

„Das Benehmen unserer Fußballer, das die Roten Karten nach sich zog, tolerieren wir ebenfalls nicht. Entsprechende Gespräche mit den Spielern haben stattgefunden, die offiziellen Stellungnahmen werden zum vorgegebenen Termin an das Sportgericht weitergeleitet“, erklärt der Vorstand – noch bis Freitag besteht Gelegenheit zur Stellungnahme.

Zum Hintergrund: Der Unparteiische Ayoub Kaichouh, der erst zwei Wochen vor der Partie bei einem Spiel in Dortmund zusammengeschlagen worden war, zeigte Andrej Redko die Rote Karte, weil er ihn sexuell beleidigt haben soll. Laut Spielbericht soll Redko zudem noch mit Schlägen gedroht haben. Stürmer Stephan Gross bekam Gelb-Rot wegen Meckerns.

Vorfall könnte teuer werden

Falls sich der Rassismus-Verdacht bestätigt, droht dem Verein gemäß Rechts- und Verfahrensordnung eine Strafe von mindestens 1000 Euro.

Der SV Welver zeigt sich abschließend „verwundert über die bisherige Form der Berichterstattung, die in ihrer Einseitigkeit einer Vorverurteilung aller Beteiligten gleichkommt“. Der Anzeiger berichtete zuletzt über die im Spielbericht genannten Vorwürfe des Schiedsrichters. Ob diese der Wahrheit entsprechen, müssen nun das Sportgericht des Kreises Soest, die Bezirksspruchkammer und das Verbandssportgericht des FLVW entscheiden.

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