Auftakt in die neue Saison

Rodeln: Loch wird Sechster, Deutsche Staffel fährt aufs Podest

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Rodeln: Felix Loch landete in Innsbruck auf dem sechsten Platz im Einsitzer.

Mit dem Einsitzer der Herren und der Teamstaffel endete der Rodel-Weltcup in Innsbruck für die deutschen Rodler mit gemischten Gefühlen.

Innsbruck - Am Wochenende begann für die Rennrodeln der Weltcup 2019/20 im Rodeln. Für das deutsche Team endete er mit gemischten Gefühlen.

Ein Doppelsieg, drei dritte Plätze und ein zufriedener Weltmeister Felix Loch, der zwar nur auf Rang sechs fuhr, aber dennoch zufrieden war. Die deutschen Rennrodler konnten mit dem Start in den Weltcup 2019/20 im Rodeln gut leben, zumal die Bedingungen mit starkem Wind und hohen Temperaturen auf der Olympia-Bahn in Innsbruck-Igls am Wochenende nicht ideal waren. Zum Abschluss erreichte die Mixed-Staffel auf Rang drei hinter Italien und Österreich auch noch einen Podestplatz.

Bundestrainer Norbert Loch war vom ersten Auftritt seines Sohns im spannenden und ausgeglichen Männer-Feld sogar angetan. "Wir haben gesehen, dass er wieder da ist. Platz zwei oder drei waren auf jeden Fall drin, er kann auf eine gute Saison hoffen", sagte der Cheftrainer. Den Sieg sicherte sich der Österreicher Jonas Müller vor Roman Repilov aus Russland und Dominik Fischnaller aus Italien. Sebastian Bley wurde 8., Max Langenhahn 12. und Johannes Ludwig 15.

Rodeln: Doppelsieg für die deutschen Rodler im Doppelsitzer

Verlass war einmal mehr auf die Doppelsitzer, die mit einem Doppelsieg in den Weltcup-Winter starteten. Die Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken konnten sich unter schwierigen Bedingungen im spannenden zweiten Lauf gegen die deutschen Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt durchsetzen. "Das stärkt uns und gibt uns Selbstvertrauen. Für Deutschland ist das eine absolute Traumsituation mit den Doppelsitzern", sagte Benecken.

Rodeln: Zwei deutsche Damen auf dem Podest

In Abwesenheit der Seriensiegerin Natalie Geisenberger fuhren gleich vier junge deutsche Athletinnen aus dem neuformierten Frauen-Team in die Top-Ten, Julia Taubitz und Jessica Tiebel teilten sich dabei Rang drei. Taubitz, die mit 23 Jahren älteste deutsche Starterin, konnte sich allerdings nicht so recht freuen. "Es war eine komplette Katastrophe. Bei mir ist alles schief gelaufen. Da ist nicht viel Freude über Platz drei", meinte die 23 Jahre alte Taubitz, die im vergangenen Gesamtweltcup Zweite wurde. Den Sieg sicherte sich die Russin Tatjana Iwanowa. "Die jungen Athletinnen haben sich gut angeboten. Darauf kann man aufbauen", meinte der Bundestrainer.

Der nächste Weltcup im Weltcup-Kalender im Rodeln findet zwischen dem 30.11. und 01.12.2019 in Lake Placid (USA) statt.

Rodeln: Vorbericht zum Weltcup in Innsbruck

Mit Natalie Geisenberger fehlt die Top-Fahrerin der letzten Jahre. Umso mehr richtet sich der Fokus auf Felix Loch, der wieder regelmäßiger für Erfolge sorgen will.

Geschockt sei er nicht gewesen, entgegnet Felix Loch und lächelt. Natalie Geisenberger habe ihm die Nachricht von ihrer Schwangerschaft persönlich überbracht. "Es war irgendwo absehbar, und ich freue mich total für sie", sagte der dreimalige Rodel-Olympiasieger der Deutschen Presse-Agentur, der selbst zweifacher Vater ist. Aber er gibt auch zu: "Es ist schon anders ohne sie bei den Lehrgängen."

Rodeln: Rotation im Damen-Team für den Weltcup 2019/20

Seit ihrer Kindheit hat Lochs Vater und Trainer Norbert die beiden betreut. Als Trainingsgruppe Sonnenschein feierten sie mit den Doppelsitzern Tobias Wendl und Tobias Arlt ihre größten Erfolge. Nun macht die "Bayern-Connection" erst mal alleine weiter - wenngleich Loch vorhersagt: "Natalie wird eh nicht ganz weg sein. Sie bleibt in unserer WhatsApp-Gruppe, dort bekommt sie eh alles mit."

Im April erwartet Geisenberger, die sieben Mal nacheinander den Gesamtweltcup gewann, ihr erstes Kind. Die über Jahre dominanten deutschen Frauen müssen damit in der am Samstag in Igls startenden Weltcup-Saison auf das Aushängeschild verzichten. "Ihre Pause ist ein großer Verlust und sicher schwierig zu kompensieren", sagt Loch, zumal auch die Olympia-Zweite Dajana Eitberger eine Babypause einlegt und Tatjana Hüfner ihre Karriere beendet hat.

Rodeln: "Ich habe noch sie so viele Fehler gemacht"

Im Januar verhalf Geisenberger Loch noch zum WM-Triumph, als sie ihm in Winterberg kurzerhand ihre Schienen lieh. Der zweimalige Einzel-Olympiasieger war in der vergangenen Saison bis dahin ohne einen Weltcupsieg, holte sich dort aber den Titel zurück - seinen sechsten insgesamt. Der konnte ihn zwar versöhnen, nicht aber die Probleme überdecken. Denn eine Saison wie die letzte wurmt den Perfektionisten Felix Loch.

"In den Jahren davor habe ich fahrerisch nie so viele Fehler gemacht", erklärte er. Dazu kam die Ungewissheit, ob das Material passt. "Ich will nicht sagen, dass man in einen Teufelskreis gerät. Aber wenn auch der Schlitten nicht passt und du dir nicht sicher sein kannst, Abstimmungsprobleme auch mal auskorrigieren zu können, ohne dass es brenzlig wird, dann verunsichert es natürlich."

Rodeln: Die Hoffnungen ruhen auf Julia Taubitz

Zur neuen Saison will der 30-Jährige wieder angreifen. Innsbruck ist die erste von neun Weltcup-Stationen. Höhepunkt in der Saison 2019/20 ist die WM auf der Olympia-Bahn in Sotschi im Februar. Dort könnte Loch mit seinem siebten Einzeltitel alleiniger Rekordhalter werden. "Wenn es so kommen sollte, wäre es natürlich perfekt. Die Vorbereitung war super. Ich bin zuversichtlich, dass ich gut reinkomme und ganz vorne mitfahren kann", sagte er.

Durch die Situation im Damenteam, wo die Hoffnungen nun auf der WM-Zweiten Julia Taubitz aus Oberwiesenthal ruhen, wird sich der Fokus wohl mehr auf die Männer richten. 

Bundestrainer Loch mahnt: "Als erwartungsfrohe Rodelnation müssen wir demütig werden und kleinere Brötchen backen. Der Übergang wird nicht nahtlos funktionieren."

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

truf mit dpa

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