"Red-Bull-Dozer" Vettel will Gegner niederwalzen

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Sebastian Vettel kann durch die neue Technik KERS fünf bis sechs Sekunden pro Runde mehr PS nutzen. Die Konkurrenz fürchtet eine unglaubliche Red-Bull-Dominanz

Sepang - Sebastian Vettel geht gestärkt in das zweite Saisonrennen. Nach einen Kurzurlaub auf Bali möchte er der Konkurrenz demonstrieren, dass er noch schneller fahren kann. Dabei hat Red Bull einen Trumpf in der Hand.

“Red-Bull-Dozer“ Sebastian Vettel will auch beim Großen Preis von Malaysia seine Konkurrenten niederwalzen und den nächsten Schritt zur Titelverteidigung machen. Nach seinem souveränen Auftaktsieg in Australien gilt der Formel-1-Weltmeister bei der Hitzeschlacht in Sepang als klarer Favorit. “Auf dem Rundkurs von Malaysia ist die Aerodynamik noch wichtiger. Dort sollte Red Bull also noch überlegener sein“, rechnet selbst der Melbourne-Zweite Lewis Hamilton mit einer erneuten Vettel-Solofahrt.

Das Selbstbewusstsein des 23-Jährigen ist nach dem beeindruckenden Triumph in Australien weiter gestiegen. Trotzdem warnt der WM-Spitzenreiter vor dem zweiten Saisonrennen am Sonntag (Start: 10.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) vor Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit: “Für das Wort Dominanz ist es noch zu früh. Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Es kann viel passieren.“

Vorsicht und etwas Skepsis sind angesichts der unkalkulierbaren, subtropischen Wetterverhältnisse in Malaysia durchaus angebracht. Für den Rennsonntag sind Gewitter prognostiziert, so dass im Extremfall ein ähnliches Chaos wie 2009 drohen könnte. Damals musste der Grand Prix nach Wolkenbrüchen in der 31. Runde von 56 Umläufen abgebrochen werden, weil die Piloten auf der völlig überfluteten Strecke praktisch im Blindflug unterwegs waren.

“In Malaysia ist es sehr heiß und es regnet an jedem Tag. Die Frage ist nur: Wie viel Regen fällt?“, sagte Vorjahressieger Vettel. “Ganz sicher steht uns ein schwieriges Wochenende bevor.“ Denn die drückende Schwüle wegen bis zu 35 Grad Hitze und um die 80 Prozent Luftfeuchtigkeit macht auch den austrainierten Athleten zu schaffen.

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Zudem gilt der Sepang International Circuit mit seinen langen Hochgeschwindigkeitsgeraden und einigen Haarnadelkurven, die Bremsen und Reifen besonders schlauchen, schon von der Streckencharakteristik her als extrem anspruchsvoll. Der 5,543 Kilometer lange Kurs biete “von allem etwas“, sagte Vettel, der diese speziellen Herausforderungen wie seine meisten Kollegen liebt.

Der Hesse und sein Teamkollege Mark Webber haben außerdem noch einen Trumpf in der Hand: Red Bull verzichtete in Melbourne auf den Einsatz von KERS, das pro Runde 6,7 Sekunden lang eine Zusatzleistung von 82 PS liefert. In Sepang soll das Energierückgewinnungssystem voraussichtlich eingesetzt werden.

Und schließlich hat Vettel noch Kraft auf Bali getankt. Auf der Insel der Götter und Dämonen gönnte sich der neue “Renn-Gott“ zwischen den beiden Grand Prix eine schöpferische Pause. Ohne Stress, ohne Sponsorentermine, so dass er ausgeruht in Sepang starten kann.

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Dass es trotz all dieser Faktoren keine erneute Spazierfahrt für den Titelverteidiger wird, dafür will schon Webber sorgen. Der ausgerechnet bei seinem Heimrennen als Fünfter mit Riesenabstand deklassierte Australier hat einen Konter angekündigt: “Ich will in Malaysia auf jeden Fall etwas vom Champagner kosten und auf das Podium fahren.“

Podestplätze scheinen für Michael Schumacher und seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg indes außer Reichweite. “Wir wollen natürlich besser als beim Auftakt abschneiden, der für uns absolut enttäuschend war“, sagte Rekord-Weltmeister Schumacher nach dem Doppelausfall von Melbourne. “Wir nehmen die Situation jetzt als Herausforderung, und es ist mit Sicherheit viel zu früh, uns schon abzuschreiben.“

Schumacher hält in Sepang mit drei Siegen und fünf Pole-Positionen übrigens ebenfalls die Bestmarken. Rosberg, der hier im Vorjahr als Dritter den ersten Podestplatz für das neue Team Mercedes GP geholt hatte, kündigte sogar keck an: “Ich denke, wir können die Leute am Sonntag überraschen.“

dpa/sid

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