Red-Bull-Chef kritisiert Mark Webber

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Mark Webber (l.) muss sich harte Worte seines Teamchefs Christian Horner gefallen lassen

Berlin - Der Teamchef von Sebastian Vettels Formel-1-Rennstall Red Bull, Christian Horner, hat scharfe Kritik am Verhalten seines australischen Fahrers Mark Webber beim Grand Prix von Silverstone geübt.

Mark Webbers knallharte Attacke auf Formel-1-Kollege Sebastian Vettel in Silverstone hat einen Richtungsstreit bei Red Bull ausgelöst. In einem Krisengespräch handelte sich der Befehlsverweigerer einen Tadel vom Teamchef ein, dagegen stellte sich Rennstall-Besitzer Dietrich Mateschitz ausdrücklich hinter seinen Fahrer. “Wir haben Mark zur Brust genommen“, sagte Teamchef Christian Horner der “Bild“-Zeitung (Mittwoch). Webber hatte beim Großen Preis von Großbritannien die Team-Anweisungen missachtet und den auf Platz zwei fahrenden Vettel auf den Schlussrunden angegriffen.

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Geldgeber Mateschitz schloss vertragliche Konsequenzen für den Australier jedoch aus. “Die Vertragsverlängerung mit Mark steht doch außer Zweifel“, sagte der Österreicher den “Salzburger Nachrichten“ (Mittwoch). Mateschitz äußerte zudem Verständnis für das knallharte Manöver von Webber. “Er wäre ein schlechter Rennfahrer, hätte er es nicht versucht“, befand der Getränke-Milliardär.

Teamchef Horner war da ganz anderer Meinung. “Mark trieb Sebastian ans äußerste Limit und brachte beide an zwei Stellen völlig sinnlos in Crash-Gefahr. Das geht nicht“, schimpfte er. Der Brite hatte Webber zum Rapport in die Teamzentrale bestellt, zumal dieser öffentlich seine Befehlsverweigerung verteidigt hatte. Der Routinier wehrt sich vehement gegen die Rolle des Vettel-Adjutanten. “Ich kann mit dieser Situation nicht leben“, betonte der 34-Jährige.

Im Poker um eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags muss Webber nun womöglich etwas länger zappeln. “Wir werden Ende August zusammen eine Entscheidung treffen“, sagte Horner und fügte vieldeutig hinzu: “Jeder in der Boxengasse hat schon bei uns an die Tür geklopft. Wir haben Zeit.“ Das Anforderungsprofil des Teamchefs an den Vettel-Kollegen für 2012 erfüllt Webber seit Silverstone nur noch zum Teil. “Er muss vorn mitfahren können und Harmonie ins Team bringen“, erklärte Horner.

Mit der Harmonie ist es bei Red Bull vor dem Deutschland-Rennen am Nürburgring aber nicht weit her. “Wir müssen uns auf das Wesentliche besinnen. Das ist eine wichtige Phase in der WM“, warnte Vettel. Stattdessen sieht sich der WM-Spitzenreiter mit immer wilderen Gerüchten um einen neuen Teamgefährten konfrontiert.

“Wenn sie mich rauswerfen wollen, muss ich das akzeptieren“, hatte Webber in den Tagen von Silverstone mit demonstrativer Gelassenheit auf Fragen zum Thema reagiert. Der WM-Zweite weiß, dass es auf dem Fahrermarkt nur wenige echte Alternativen gibt. Auch der kurze Flirt zwischen McLaren-Star Lewis Hamilton und Red Bull ist wohl wieder vorbei. Die Red-Bull-Zöglinge Sebastién Buemi, Jaime Alguersuari und Daniel Ricciardo müssen sich in der Formel 1 erst noch beweisen.

“Im Augenblick sehe ich keinen, der den Job neben Sebastian so gut ausfüllen kann wie ich“, sagte Webber jüngst. Geldgeber Mateschitz hat er schon auf seiner Seite. “Er fühlt sich wohl bei uns, im Team ist er sehr populär. Er kann kein besseres Auto bekommen, und wir können keinen besseren Fahrer auf dem Markt verpflichten“, sagte der Red-Bull-Gründer.

dpa

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