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Straße nach Michael Schumacher benannt: Formel-1-Legende ist Nationalheld in osteuropäischem Land

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Von: Michael Haug

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Michael Schumacher wird nicht nur in Deutschland und Italien verehrt. Auch in Bosnien-Herzegowina ist die Formel-1-Legende ein Idol - weil er die Bürger nach dem Krieg nicht im Stich ließ.

Sarajevo - Michael Schumacher ist mehr als ein Rennfahrer, der sieben Mal die Formel 1 gewann. Vor allem für die Menschen in Bosnien und Herzegowina. Hintergrund ist der Krieg, in dem zwischen 1992 und 1995 laut dem bosnischen Untersuchungs- und Dokumentationszentrums „IDC“ fast 100.000 Menschen starben und zahlreiche weitere Kriegsverbrechen wie Folter und Misshandlungen begangen wurden. Schumacher ließ die Menschen in Osteuropa damals nicht allein.

Michael Schumacher: Wie wurde die Formel-1-Legende in Bosnien und Herzegowina zum Helden?

Der Kerpener besuchte die Hauptstadt Sarajevo wenige Monate nach Kriegsende. „Er kam damals dank HOPE und UNICEF, um kriegsverletzte Kinder im Krankenhaus zu besuchen. Der Zweck seines Besuchs war im Rahmen eines UNESCO-Projekts, um Geld für ein spezialisiertes Krankenhaus für Sarajevos Kinder, Opfer von Granaten und Minen, zu sammeln“, schreibt das offizielle Portal des Kantons Sarajevo. Dadurch sei Schumacher schnell zum Liebling der Nation geworden.

Schumacher kam ein Jahr später wieder. „Nach der Aggression auf Bosnien und Herzegowina bezahlte Schumacher medizinische Versorgung und Prothesen für Kinder, die während des Krieges ihre Beine und Arme verloren hatten, und gewann damit die Sympathie der Bosnier für alle Zeiten.“ Der Rennfahrer habe als Sonderbotschafter der UNESCO für diverse Projekte in der Stadt gespendet.

Michael Schumacher: Wandgemälde, Ehrenbürger, eigene Straße

Schumacher wurde im April 2014 zum Ehrenbürger der Stadt Sarajevo ernannt. 2021 formierte sich eine Initiative für die Umbenennung der „Transverzala A“ zu Ehren des Rheinländers. „Auf diese Weise würden wir die Botschaft senden, dass wir Schumacher nicht vergessen haben, denn er hat auch die Kinder von Sarajevo nicht vergessen“, begründet ein Mitinitiator den Vorstoß.

Der Künstler Benjamin Cengic malte in Sarajevo ein Wandgemälde zu Ehren Schumachers.
Der Künstler Benjamin Cengic malte in Sarajevo ein Wandgemälde zu Ehren Schumachers. © Armin Durgut/PIXSELL via www.imago-images.de

Am 3. Januar 2022 hatte Schumacher seinen 53. Geburtstag, für den Künstler Benjamin Cengic Anlass genug, um eine große Wandmalerei zu erschaffen. „Das ist unser kleiner Beitrag, um uns für das zu revanchieren, was er für uns getan hat, und um seiner Familie unsere Unterstützung in diesen langen und schweren Augenblicken auszudrücken“, sagte Cengic Euronews. Schumacher erlitt am 29. Dezember 2013 ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Ski-Unfall. Über seinen Gesundheitszustand ist wenig bekannt.

Die Versammlung des Kantons Sarajevo hat nun offiziell beschlossen, die Straße nach Michael Schumacher zu benennen. Laut der Webseite geschehe dies „zu Ehren eines ausgezeichneten Menschenfreundes und Ehrenbürgers von Sarajevo, das seine Werke nicht vergisst“.

Michael Schumachers Sohn Mick Schumacher wird seinen Horror-Crash in Monaco nicht vergessen. Die sogenannte „Überlebenszelle“ rettete dem Haas-Piloten offenbar das Leben.

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