Olympia superscharf: So kommt HDTV auf Ihren Fernseher

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Kristallklare HDTV-Bilder von den olympischen Winterspielen versprechen ARD und ZDF.

Vancouver - Zu Olympia starten ARD und ZDF eine Fernseh-Revolution - mit superscharfen HDTV-Bildern aus Vancouver. Wie aber kommt HDTV auf Ihren Fernseher? Wir beantworten Ihre Fragen.

Holt Magdalena Neuner in Vancouver ihre erste Olympia-Medaille? Schärfer schießen wird die Biathletin aus Wallgau auf jeden Fall. Denn gestochen scharf und kristallklar sind die Fernsehbilder der Spiele, die ARD und ZDF aus Kanada senden werden.

Am 12. Februar, mit dem Start von Olympia, läuten die öffentlich rechtlichen Sender ein neues Fernsehzeitalter ein: den Regelbetrieb von HDTV. Wie aber kommen die hochauflösenden Bilder auf die Bildschirme in bayerischen Wohnzimmern?

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Auf den Schirm! Aber wie?

2009 zur Leichtathletik-WM in Berlin starteten ARD und ZDF ihren ersten großen Testlauf für HDTV - die Bilder liefen in einem neuen Ü-Wagen (Foto) zusammen.

Die Farben des kanadischen Himmels sind satter, deutlich klarer die Bewegungen von Maria Riesch, wenn sie die Abfahrtspiste herabbrettert. Fernsehbilder in HDTV zeigen bis zu vier mal so viele Details wie das in Deutschland bislang gängige PAL-Signal mit seinen 576 Zeilen pro Bild. Das besagt schon der Name der neuen Technik: HDTV steht für "High Definition Television", also einfach hochauflösendes Fernsehen. Ihre Olympia-Bilder schicken ARD und ZDF mit einer Auflösung von 1280 Pixeln auf jeweils 720 Bildzeilen über den Sender, in 50 Vollbildern pro Sekunde. Sendezeit: Insgesamt rund 320 Stunden.

Doch auch wenn laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) seit Anfang 2005 insgesamt 21,5 Millionen HD-fähige Flachbildfernseher verkauft worden sind, ob LCD oder Plasma: Sie alleine helfen den Fernsehzuschauern meist nicht weiter.

Erstmal die kurze Antwort...

Über Antenne geht es nicht:ARD und ZDF senden ihr HD-Programm nur über eigene HD-Sender per Satellit und Kabel. Auch das Internet ist mit „T-Home Entertain“ von der Telekom eine Möglichkeit.

Das Problem ist: Selbst wenn ein Fernseher „HD-Ready“ ist, kann er das hochauflösende Fernsehsignal aus Vancouver nicht entschlüsseln. Er braucht einen Digital-Receiver, der es ihm übersetzt. Die gibt es für Satellit und Kabel schon ab etwa 150 Euro.

Kabelkunden müssen zusätzlich bei ihrem Anbieter ein Abo für deren digitales Programm abschließen. Erst dann schleust, z.B. Kabel Deutschland in Bayern und 12 anderen Bundesländern, auch HD-Kanäle über die Kabelbuchse aus der Wand.

Für Sky-Kunden ist es auch recht einfach. Sowohl die Sky-Sat-Receiver als auch die Kabel-Receiver verstehen unverschlüsselte HD-Programmen - also ARD, ZDF und Arte in HD, plus einige kleinere Privatsender wie "Anixe HD".

Steht die Technik bereit und ist, falls nötig, das digitale Kabel-Abo freigeschaltet, trennt die Zuschauer nur noch ein Schritt vom superscharfen Spitzensport: der Sendersuchlauf. Aber nicht wundern: Nach dem Sendersuchlauf tauchen dort bei Satellitenkunden auch Privatsender wie RTL in HD auf. Nur sind die noch verschlüsselt. Spätestens hier wird der Weg in die scharfe bunte HD-Welt ein wenig komplizierter – und in jedem Fall teurer.

 

HDTV? Ist mir schnuppe!

Und wenn ihnen die ganze Aufregung um HDTV relativ egal ist: Die bunte Fernsehwelt dreht sich auch ohne die hochauflösenden Bilder weiter. Sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch die privaten Sender senden ihr normales Programm wie gehabt weiter. Für Olympia im Wohnzimmer müssen Sie also nichts weiter tun als den Fernseher einzuschalten. Wie auch sonst immer. Kolja Kröger

Was Sie noch alles über HDTV wissen sollten:

Teil 2: HDTV und Die Qual der Wahl: Kabel oder Satellit

Teil 3: Fallstricke im Kabel-Wirrwarr

Teil 4: Wird aus Free-TV jetzt Pay-TV?

Teil 5: Augen auf beim Receiver-Kauf

Teil 6: Internet-Fernsehen- HDTV aus der Telefonbuchse

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