Härtetest für Konzept

Handball-Supercup als Probelauf für Liga-Betrieb

Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), aufgenommen am Rande der Mitgliederversammlung.
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Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL).

Der Handball kehrt auf das Parkett zurück - und die Zuschauer in die Hallen. Der Supercup zwischen Kiel und Flensburg in Düsseldorf wird zum ersten Härtetest für das Konzept der Liga.

Düsseldorf - Alkoholverbot, Abstandsgebot und verschärfte Sicherheitsregeln bei der An- und Abreise: Der Handball-Supercup zwischen Rekord-Champion THW Kiel und Vizemeister SG Flensburg-Handewitt wird zum großen Probelauf für den Bundesliga-Betrieb. Wenn die beiden Nordrivalen am Samstag (20.30 Uhr/Sky Sport News HD) in Düsseldorf den ersten Titel der Saison 2020/21 ausspielen, steht auch das Hygiene-Konzept der Liga auf dem Prüfstand. „Handball mit Fans auf den Rängen - dafür kämpfen wir seit Monaten. Der Supercup ist ein wichtiger Schritt, durch den wir zeigen können, dass der Handball die Chance verdient hat, zurückzukommen“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann vor dem traditionellen Saisonauftakt.

Einen Rückschlag bei den Planungen für die neue Saison erlitt indes der ASV Hamm-Westfalen. Der Zweitligist muss wegen des Anstiegs der Neuinfektionen in Hamm zum Saisonstart ohne Publikum spielen.

Maik Machulla trifft mit der SG Flensburg-Handewitt im Supercup auf den THW Kiel.

Fünf Tage vor dem Bundesliga-Start dürfen immerhin 2640 Zuschauer das Duell der beiden deutschen Topclubs im Düsseldorfer ISS Dome live verfolgen. Das entspricht exakt den 20 Prozent der Gesamtkapazität, die zuletzt von der Politik für Großveranstaltungen im Profisport erlaubt wurden. „Das ist ein weiteres positives und wichtiges Signal. Wenige Tage vor dem ersten Spieltag ist es unsere Aufgabe, diese Chance verantwortungsvoll und mit Bedacht zu nutzen, um Vertrauen und Sicherheit aufbauen“, betonte Bohmann.

Kein Alkohol in der Halle

Die Regeln in der Halle:

  • Auf ein Bier oder ein Glas Wein müssen die Fans ebenso verzichten wie auf einen ausgelassenen Jubel mit dem Sitznachbarn.
  • Innerhalb wie außerhalb der Halle, sowohl am Platz als auch auf dem gesamten Veranstaltungsgelände, muss stets der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden.
  • Zudem ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht und das Schlendern durch die ganze Halle verboten.
  • Jeder Fan darf sich nur in der auf seinem Ticket ausgewiesenen Zone aufhalten.

Sollte sich das Konzept bewähren, wäre dies für die durch Corona wirtschaftlich arg gebeutelte Branche ein weiterer Hoffnungsschimmer. „Dann bin ich zuversichtlich, dass es in naher Zukunft weitere Entscheidungen geben wird, die unseren Fans die Rückkehr in unsere Arenen ermöglichen wird“, sagte Bohmann und appellierte: „Ich bin überzeugt, dass unsere Fans mit großer Leidenschaft, aber vor allem mit sehr viel Disziplin zurück in unsere Hallen kommen werden.“

Hohe Verluste bei Ticket-Einnahmen

Dies wird auch dringend nötig sein, machen die Ticket-Einnahmen doch bis zu 40 Prozent im Saisonetat der Vereine aus. Kiels Aufsichtsratschef Marc Weinstock rechnete bereits vor: „Wir sind der Club mit den meisten Zuschauern. 2000 Fans in der 10 285-Mann-Arena würden auf Dauer nicht weiterhelfen.“ Der THW arbeite daher an Konzepten, „wie wir beispielsweise durch den Einsatz von Technologie bei gleichbleibender Sicherheit mehr Fans in die Arena bekommen können.“

2000 Fans in der 10.285-Mann-Arena würden auf Dauer nicht weiterhelfen.

Marc Weinstock, Aufsichtsratschef THW Kiel

Ungeachtet der Corona-Problematik verlieren die Verantwortlichen aber nicht den Sport aus dem Blick. Immerhin gibt es einen Pokal zu gewinnen - und der soll möglichst in der Kieler Vitrine landen. THW-Boss Weinstock hat für die Saison jedenfalls hohe Ziele formuliert: „Einmal Meister, zweimal Final4 und mindestens dreimal Flensburg schlagen - am besten fangen wir damit schon beim Supercup am Samstag an!“

Bereits im Vorjahr waren die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel im Supercup aufeinander getroffen.

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