Vettel vor Ungarn: Erst siegen, dann sonnen

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Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wurde beim jüngsten Rennen auf dem Bürburgring Vierter.

Budapest - Kurz vor dem Sommerurlaub kämpft Formel-1-Weltmeister Vettel mit einer kleinen Formkrise. Die Verfolger wittern ihre Chance im Titelrennen. Doch auf dem Hungaroring will der Champion zurückschlagen.

Sebastian Vettel lässt aus Sorge um die Formel-1-Titelverteidigung sein Red-Bull-Team vor den Sommerferien nachsitzen. “Wir haben Hausaufgaben zu erledigen“, mahnte der WM-Spitzenreiter. Im letzten Rennen vor dem Urlaub will Vettel den Abwärtstrend unbedingt stoppen und mit seinem ersten Sieg in Ungarn die erstarkten Verfolger auf Distanz halten. “Wir werden weiterhin hart arbeiten und darauf achten, uns dort zu verbessern, wo wir noch nicht ganz perfekt waren. Das nächste Rennen am Hungaroring wird bestimmt besser“, versprach der 24-Jährige.

Doch die Rivalen haben Hoffnung geschöpft, spätestens seitdem der Weltmeister bei seinem Heimrennen als Vierter erstmals in diesem Jahr das Podium verpasste. Im ersten Saisondrittel schien Vettel nahezu unschlagbar, inzwischen aber hat die Konkurrenz die Lücke zu Red Bull fast geschlossen. “Wir sind nah dran“, befand Nürburgring-Sieger Lewis Hamilton und beteuerte: “Ich werde meine Ingenieure in alle Richtungen treiben, um noch etwas herauszuholen.“

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Noch allerdings ist Vettels Polster komfortabel. 216 Zähler hat der Hesse vor dem elften von 19 Saisonrennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) auf dem Konto, sein Teamkollege Mark Webber liegt 77 Punkte dahinter. Hamilton hat als Dritter 82 Zähler Rückstand, Ferrari-Fahrer Fernando Alonso sogar 86. Doch sicher fühlen mag sich im Red-Bull-Lager niemand. “Wir wissen, dass wir das Auto für die Sonntage verbessern müssen. Das hat sich in den letzten Wochen angedeutet, und das müssen wir schnell anpacken“, warnte Webber.

Der 34-Jährige feierte in Ungarn vor einem Jahr seinen bislang letzten Rennsieg. Dessen ungeachtet und trotz der Querelen nach Webbers Missachtung der Teamorder in Silverstone steht er dicht vor seiner Vertragsverlängerung. “Eigentlich fehlt nur noch die Unterschrift, für mich ist das nur noch eine Formalität“, sagte Teamchef Christian Horner der “Sport Bild“ (Mittwoch).

Nur noch eine Formsache ist der WM-Titel nicht. “Wir sind mitten im Entwicklungswettlauf und haben noch ein paar gute Sachen in der Hinterhand. Aber Ferrari und McLaren sind starke Teams, wir haben also viel zu tun“, erklärte Horner. Zumindest das wärmere Wetter in Budapest dürfte dem Vettel-Rennstall helfen, nachdem sich der Weltmeister in der nasskalten Eifel nie wirklich wohl in seinem RB7 fühlte.

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“Sie sind ganz klar die Favoriten für Budapest“, urteilte Alonso. Also setzt der Spanier erneut auf ein Zweckbündnis mit den anderen Red-Bull-Gegnern. “Wir brauchen eine gute Leistung unserer Teamkollegen und starke McLaren, um Red Bull Punkte abzunehmen“, meinte der zweimalige Champion. Zumindest die Hackordnung dürfte bei Vettels Verfolgern inzwischen klar sein. Alonsos Adjutant Felipe Massa hat keine Chance mehr im WM-Rennen, auch Jenson Button im zweiten McLaren hat den Titel nach zwei Ausfällen in Serie abgeschrieben.

Für Mercedes geht es auf dem 4,381 Kilometer langen Hungaroring darum, zumindest noch einmal ein Achtungszeichen vor der Sommerpause zu setzen und Platz vier in der Konstrukteurswertung zu verteidigen. “Ich bin zuversichtlich, weil wir zuletzt Fortschritte bei unserem Auto gesehen haben“, sagte Rekordweltmeister Michael Schumacher. Vor allem Nico Rosberg würde nach seinem 100. Formel-1-Rennen nur allzu gern Grund zum Feiern haben. “Ich bin sicher, wir können das schaffen und einen Schritt nach vorn machen“, sagte der Wiesbadener.

Druck hat auch Nick Heidfeld. Der Routinier musste sich zuletzt vermehrt Kritik von Lotus-Renault-Teamchef Eric Boullier gefallen lassen. Er habe sich noch mehr vom Ersatzmann des verletzten Robert Kubica erwartet, ließ der Franzose wissen. Da kommt Heidfeld der Ausflug in die Puszta gerade recht, auch wenn er im ersten Freitagstraining sein Cockpit für Reservist Bruno Senna räumen muss. “Ich war da schon zweimal auf dem Podium, habe also gute Erinnerungen an die Strecke“, sagte der Mönchengladbacher. Eine weitere gute Note wäre auch für Heidfeld wichtig fürs Sommerzeugnis.

dpa

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