Schalker Pläne

Verstärkung des Kaders "mit Hochdruck" geplant

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DOHA - Bei der Masse an Minuten, die Schalkes Manager Horst Heldt einen Tag vor der Abreise aus dem Trainingslager in Doha dienstlich vertelefonierte, konnte man für den Klub nur hoffen, dass der 43-Jährige eine Flatrate hatte freischalten lassen.

Aus Doha berichtet Jens Greinke

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Wie angekündigt arbeiten die Schalker Verantwortlichen mit Heldt an der Spitze tatsächlich „mit Hochdruck“ an der Verstärkung des Kaders. Namen kursieren zuhauf in Internetforen und auf Gerüchtebörsen. Sei es der Ex-Herthaner Raffael (Dynamo Kiew) oder der Leverkusener Sidney Sam (Bayer Leverkusen) – Heldt hat mit seiner Ankündigung, sich angesichts der Verletzten-Misere auf Shopping-Tour zu begeben, die Fantasien beflügelt. Während der Manager versucht, die personellen Lücken bis zum Rückrunden-Start am kommenden Freitag gegen Hannover 96 zu schließen, muss sich der neuen Cheftrainer Jens Keller weiterhin mit dem aus Schalke-Sicht unsäglichen 0:5 gegen den FC Bayern beschäftigen.

Während die Niederlage im Testspiel intern als heilsam und sogar wertvoll eingeschätzt wird, wird von einigen Seiten sogar schon der Trainer in Frage gestellt. „Wenn alles nur auf dieses Bayern-Spiel ausgerichtet wird, wird das der Arbeit in diesem Trainingslager nicht gerecht“, beschwert sich Keller über die große Kluft zwischen öffentlicher Wahrnehmung und teaminternem  Empfinden. Der 42-Jährige sieht lieber das Positive der acht Tage in Doha und sagt: „Wir haben eine gute Mannschaft und eine große Harmonie im Team.“

Nach der 0:5 Niederlage gegen Bayern München unter Druck: Schalkes neuer Cheftrainer Jens Keller.

Tatsächlich mehren sich die Indizien, dass das Debakel gegen die Bayern unter dem Strich von Vorteil sein könnte. Aus Mannschaftskreisen ist zu hören, dass Anspannung und Konzentration bei den Spielern angesichts der hohen Niederlage gegen den Rekordmeister extrem hoch sind. „Das Spiel gegen die Bayern ging in die Hose. Wir wissen jetzt, dass wir uns auf unsere Aufgaben fokussieren müssen“, sagt Timo Hildebrand, der in Kürze von Keller zur unumstrittenen Nummer eins berufen werden dürfte. Keller hat in Doha angekündigt, auf eine klare Hierarchie bei den drei Keepern zu setzen. Eine Einstellung, die Hildebrand begrüßt: „Für einen Torhüter ist es immer vorteilhaft, wenn er weiß, ob er das Vertrauen des Trainers hat“, sagt der Routinier und übt damit indirekt Kritik an Kellers Vorgänger Huub Stevens, der sich in der Torwart-Frage nicht hatte festlegen wollen. Offenbar nicht die einzige Eigenheit des knurrigen Niederländers, die mannschaftsintern nicht ganz so gut ankam. Hildebrand hat während der Tage in Katar jedenfalls eine kreative Atmosphäre im Team ausgemacht: „Jeder hat eine neue Chance, jeder gibt Gas. Und vielleicht müssen intern auch mal die Fetzen fliegen. Da darf dann keiner beleidigt sein.“

Am Montag steht um 18 Uhr noch ein letztes Testspiel gegen den Zweitligisten SC Paderborn an. „In diesem Spiel wollen wir zeigen, dass wir die Dinge, die wir hier einstudiert haben, auch umsetzen“, sagt Keller. Schalkes Trainer weiß angesichts der öffentlichen Reaktionen in den vergangenen Tagen, „dass das ein wichtiges Spiel wird“.

Quelle: wa.de

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