Trainingslager in Benidorm

Bei Schalke wird der Ton rauer

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Trainer Domenico Tedesco hat auf Schalke einen Vertrag bis 2022.

Die Profis von Schalke 04 haben sich eingestanden, auf dem Platz zu lieb zu sein. Doch so langsam ändert sich das - vor allem, wenn Königsblau ohne Zuschauer trainiert.

Benidorm – Anders als in den Einheiten zuvor verfolgten keine Zuschauer das Schalker Training. Cheftrainer Domenico Tedesco schottete sich mit seiner Mannschaft am Dienstagvormittag ab, absolvierte diverse Spielform-Übungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Aus der Ferne war zu hören: Der Ton war rauer. Der Coach griff häufiger ein. Unterbrach. Auch die Profis wurden hier und da mal lauter.

So langsam kommt offensichtlich mehr Zug rein. Ein Defizit, das in der Hinrunde klar zu erkennen war – und auch von den Knappen nun selbst eingehend analysiert worden sei. Alessandro Schöpf (24) sprach davon, dass die Schalker oft zu lieb seien. Ralf Fährmann pflichtete dem Österreicher bei. „In machen Situationen“, erklärte der 30 Jahre alte Kapitän, „hätten wir härter durchgreifen und auch mal die Gelbe Karte oder mehr riskieren müssen. Jeder Spieler hat sich darüber seine Gedanken gemacht.“

Der Keeper bestätigte, dass Schalke bereits einige Konsequenzen gezogen hätte nach der schwachen Hinrunde. Personeller Natur. Im Kader wie im Staff. Aber auch in puncto Umgang und Arbeitsweise. Die Einsicht, dass in der ersten Saisonhälfte oft zu sehr eitel Sonnenschein herrschte, ist mittlerweile offensichtlich vorhanden. Die Schönrederei der vergangenen Wochen und Monate scheint ebenfalls vorbei.

"Tabelle lügt nicht"

 „Nach 17 Spieltagen lügt die Tabelle nicht – egal, wie viel Verletzungspech und anderes Unglück dazukam“, sagte Fährmann: „Ich habe genauso Fehler gemacht wie alle anderen auch. Es gibt keinen im Team und um das Team herum, der keinen Fehler gemacht hat.“ Dringende Faktoren, die entscheidend dafür sein können, dass der Trend bei Königsblau wieder ein positiver wird.

Schalke im Trainingslager: Bilder vom Dienstag

Aber daran allein ist es nicht getan. Dessen sind sich die Verantwortlichen auch bewusst. Neben dem rauen Ton braucht Schalke Leute auf dem Platz, die vorangehen. Die mal den Ton angeben, wenn es sein muss. Vor allem nach dem Abgang von Naldo, der „eine sehr große Lücke in der Kabine hinterlässt“, wie Fährmann einräumte. „Aber wenn eine Lücke entsteht, gibt es andere Spieler, die da hineinwachsen können. Jetzt müssen eben andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen und in diese Rolle hineinwachsen. Das geht aber nicht von heute auf morgen.“

Allerdings fehlt Königsblau die Zeit. Die Korrekturen, die der Klub vornimmt, müssen im Idealfall für Tedesco und Co. sofort fruchten. Der Liga-13. hat schließlich lediglich vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang. „In unserer tabellarischen Situation steht man immer unter Druck“, so Fährmann. „Fakt ist: Jedes Spiel ist wie ein Endspiel. Jedes Unentschieden ist gefühlt wie eine Niederlage. Die ersten drei Spiele werden sehr wegweisend werden.“

Kaderzusammenstellung kurzfristig nicht korrigierbar

Auf und neben dem Platz kann Schalke Einfluss nehmen und eingreifen. Nicht so schnell korrigieren lässt sich jedoch nun klar zu sehende falsche Zusammenstellung des Kaders. Zu viele Spieler ticken ähnlich. Eine sind moralisch und charakterlich nicht so einwandfrei, wie es die Verantwortlichen bei der Verpflichtung zunächst angenommen hatten. Zumal keiner von ihnen als Leader gilt. Auch wenn das intern gar nicht so als dringlich eingestuft wird.

Mit Blick auf mögliche Verstärkungen im Winter meinte Fährmann: „Wenn sie uns qualitativ weiterhelfen, ist der Typ egal. Er muss sich ohnehin ein Stück weit integrieren.“ Dennoch: Ein auf dem Rasen eher ungemütlicher Typ würde Königsblau sicherlich guttun.

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Quelle: wa.de

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