Schalke-Manager im Interview

Horst Heldt: "Tönnies rief schneller an als meine Frau"

Horst Heldt

DOHA - Das 0:5-Debakel von Doha hat beim FC Schalke 04 Spuren hinterlassen, aber nach Aussagen der Verantwortlichen keinen Frust aufkommen lassen. Unser Sportredakteur Jens Greinke sprach mit S04-Manager Horst Heldt.

Aus Doha berichtet Jens Greinke

Einen Tag nach der Testspiel-Klatsche gegen den FC Bayern München versuchte Cheftrainer Jens Keller, die Köpfe der Spieler wieder aufzurichten. Mit dem Hinweis darauf, dass diese Niederlage wertvolle Erkenntnisse hatte liefern können. Dieser Meinung ist auch Manager Horst Heldt, mit dem sich Jens Greinke in Doha unterhielt.

Herr Heldt, hat sich Aufsichtsrats-Vorsitzender Clemens Tönnies nach dem Spiel eigentlich gemeldet?

Heldt: Ja klar, der Anruf kam schneller als der von meiner Frau. Er hatte das Spiel am TV verfolgt und wollte die Sache erklärt haben. Das habe ich dann getan.

Welche Erklärungen konnten Sie liefern?

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Heldt: Unsere personellen Probleme sind bekannt. Zudem ist das Training hier in Doha nicht ausschließlich auf die Spiele gegen Bayern München, sondern in erster Linie auf die Spiele gegen die anderen 16 Mannschaften ausgerichtet. Man kann das Ergebnis natürlich nicht schön reden, und es ist auch kein Ergebnis, das Spaß macht. Aber die Erkenntnisse, die wir gewonnen haben, sind um einiges wertvoller, als wenn wir hier gegen eine Schlag-mich-tot-Truppe gespielt hätten. Die Verletzungsmisere, die wir derzeit haben, macht mir mehr Kopfzerbrechen als die Niederlage.

Weshalb Sie mit Hochdruck an Neuverpflichtungen arbeiten?

Heldt: Ja, das machen wir. Wir brauchen Verstärkungen, die uns sofort weiterhelfen, vornehmlich im Offensivbereich.

Sind Sie dabei bereit, bis an die finanziellen Grenzen zu gehen?

Heldt: Ja, angesichts der Situation sind wir dazu bereit. Die Kriegskasse ist gut gefüllt, aber natürlich nicht unendlich groß.

Ein Wesley Sneijder, der Inter Mailand verlassen will, würde exakt ins Beuteschema passen.

Heldt: Das lässt sich nicht umsetzen. Sneijder verdient bei Inter neun Millionen Euro, glaube ich. Und so einen Spieler leiht man nicht für ein halbes Jahr aus.

Welche Aspekte haben bei den geplanten Neuverpflichtungen oberste Priorität?

Heldt: An oberster Stelle steht, dass wir Qualität bekommen. Wir halten nicht nach einem Talent Ausschau, schließlich haben wir unsere eigenen Perspektivspieler.

Wäre es ein Ausschluss-Kriterium, wenn ein Kandidat in dieser Saison bereits in der Champions League eingesetzt worden und deshalb für Schalke nicht spielberechtigt wäre?

Heldt: Nein. Die Bundesliga genießt auch in diesem Punkt oberste Priorität. Wir sind nicht bereit, unser Saisonziel (Anmerkung der Redaktion: Qualifikation für die Champions League) in irgendeiner Form aufzugeben – auch nicht nach einem 0:5 gegen die Bayern.

Wie beurteilen Sie die Arbeit Ihres neuen Cheftrainers Jens Keller kurz vor Abschluss des Trainingslagers?

Heldt: Er macht seine Arbeit erfrischend gut. Für uns ist es wichtig, wie er sich vor der Mannschaft präsentiert und ob er einen Plan hat. Ich bin sicher, dass seine Arbeit bald Früchte tragen wird. Das Feedback, das wir aus der Mannschaft erhalten, ist durchweg positiv – und bestätigt damit auch meinen eigenen Eindruck.

Quelle: wa.de

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