Karriereende auf Schalke

Emotionaler Abschied für Riether: "Jetzt kann ich auch mal schimpfen"

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Schalkes Sascha Riether freut sich auf den Fußballer-Ruhestand

Sascha Riether beendet seine Karriere mit einem Kurz-Einsatz für Schalke gegen Stuttgart. Ein emotionaler Abschied zum Ende einer unterirdischen Saison.

Gelsenkirchen - Das letzte Bundesligaspiel der Saison 2018/19 des FC Schalke 04 war gerade 70 Minuten alt, da wurden die Fans und insbesondere die Nordkurve ungeduldig. Nicht, weil sie wieder einmal ein nur schwer anschaubares Gekicke auf dem Rasen der Arena verfolgten. Sondern, weil sie sehnsüchtig auf die Einwechslung eines ganz besonderen Spielers warteten.

"Wir wollen den Riether sehen", hallte es beim lauen 0:0 gegen den VfB Stuttgart minutenlang lautstark von den Rängen, ehe Coach Huub Stevens den 36-Jährigen zur Bank rief. 

"Als die Fans nach mir gerufen haben, war das schon ein schönes Gefühl", sagte der Routinier. Riether, der nach dieser Spielzeit seine Fußballschuhe an den Nagel hängen wird, musste dennoch lange auf die nächste Spielunterbrechung warten.

88 Spielminuten zeigte der Videowürfel an, als Keeper Alexander Nübel das lange Warten des Rechtsverteidigers beendete und den Ball per Abschlag ins Seitenaus beförderte. Dann kam Riethers Moment: Der königsblaue Anhang erhob sich, der Routinier betrat zum letzten Mal den Rasen - herzhafte Umarmung des für ihn ausgewechselten Daniel Caligiuri inklusive.

Riehter ging die schlimmsten Szenarien durch

"Es gibt zwei schlimme Szenarien: Entweder ich stehe an der Linie, der Ball geht nicht ins Aus, und der Schiedsrichter pfeift ab, oder ich komme rein und mache einen riesigen Fehler oder verletze mich und muss sofort wieder raus", fasste Riether seine Gedankengänge zusammen.

Zwei Minuten später pfiff der Unparteiische Robert Schröder die müde Partie tatsächlich ab. Aus und vorbei die aktive Fußballer-Karriere des Sascha Riether. "Der Schiedsrichter hat leider sehr zügig angepfiffen", meinte Riether schmunzelnd. Er war nur auf einen Ballkontakt gekommen. Bei seinem zweiten "wollte ich zum Vollsprint ansetzen"", ergänzte er grinsend: "Den gab es aber leider nicht mehr."

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Und es wird keine weiteren mehr für ihn geben 249 Bundesliga-Einsätze hat er in seiner Vita stehen für den SC Freiburg, VfL Wolfsburg, dem 1. FC Köln und eben Schalke 04. "Es waren 17 schöne Jahre. Ich bin einfach froh, dass alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist", meinte Riether. Die negativen Sachen gehören natürlich dazu." 

Aus sportlicher Sicht ist sein Karriere-Ende nachvollziehbar, war Riether doch eher als Stand-by-Spieler bei den Königsblauen unter Vertrag. Aus menschlicher Sicht wird er ein großer Verlust für den Revierklub sein. Ein ruhiger Typ Mensch, der die jungen Teamkollegen sprichwörtlich an die Hand nahm und ihnen den Weg wies, zugleich vornehmlich eine Vorbildfunktion einnahm.

Besondere Rolle auf Schalke

Und das wurde vom Schalker Anhang geschätzt. "Ich war einfach so, wie ich bin", meinte Riether. Er gab aber auch zu, dass er in der nun abgelaufenen Saison "gerne mehr gespielt hätte. Ich habe mich mit der Rolle, die Jungen zu unterstützen, abgefunden. Ich habe in der Kabine und beim Training alles gegeben und habe versucht, alle mitzureißen." 

Schalkes Fans feiern Stevens nach Nullnummer gegen VfB

Die Königsblauen verabschiedeten sich nach dem Abpfiff von ihren treuen Fans. Empfangen wurden sie mit verhaltenem Beifall und leisen Pfiffen, ehe erneut Sascha-Riether-Sprechchöre die Überhand nahmen. 

"Es ist klar, dass da viele Emotionen dabei sind", sagte der gebürtige Baden-Württemberger, der im Vorfeld der Partie bereits offiziell verabschiedet wurde und bereits dort mit den Tränen kämpfte. "Sogar die Stuttgarter Auswechselspieler haben auf dem Weg zur Bank haben geklatscht. Das war etwas ganz Besonderes, was ich erst einmal verarbeiten muss, so Riether. 

Zeit hat er dafür in den kommenden Monaten. Jetzt geht es erst einmal in den Urlaub. Wenn die Schalker im Juli den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen werden, wird Riether noch "in der Hängematte" liegen, meinte er grinsend: "Jetzt kann ich es mir ja gut gehen lassen und Schalke im Keller verfolgen oder im Stadion mit einem Bierchen oder einer Currywurst verfolgen - und dabei auch mal schimpfen", sagte Riehter. 

Ein Typ, der Schalke fehlen wird. 

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Quelle: wa.de

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