Heidel auf Terminen

"Keine Not-Situation": Schalke bei Transfers zu gelassen

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Sportdirektor Axel Schuster (links) und Sportvorstand Christian Heidel haben immer noch einen Winter-Transfer für Schalke 04 präsentiert.

Die Neuzugänge hat Trainer Domenico Tedesco längst gefordert, doch Schalke 04 bleibt in puncto Transfers äußerst gelassen. Dabei ist die Not größer als alle behaupten.

Gelsenkirchen - Ein Platz auf dem Podium im Schalker Medienraum blieb am Mittwoch auf der Pressekonferenz frei. Sportvorstand Christian Heidel hatte kurzfristig „einen wichtigen Termin für den Verein“ wahrnehmen müssen, wie es hieß. Weiter wollte keiner der Verantwortlichen darauf eingehen. Aber der 55-Jährige wird wohl in Sachen Transfers unterwegs gewesen sein

Denn kurz vor dem zweiten Rückrundenspiel am Freitag bei Hertha BSC (20.30 Uhr) sind bei den Königsblauen nach wie vor keine Verstärkungen in Sicht – obwohl Trainer Domenico Tedesco die schon vor der Winterpause vor allem für die Offensive öffentlich gefordert hatte. Bei nur noch zwei vorhandenen Innenverteidigern (Salif Sané und Matija Nastasic) ist aber auch auf in der Defensive der Handlungsbedarf durchaus vorhanden.

Nach Außen hin gibt sich Tedesco gelassen. Und intern? „Da konzentriere ich mich zu 100 Prozent auf die Jungs, die da sind“, erklärte der 33-Jährige diplomatisch. „Ansonsten sind wir alle der gleichen Meinung: lieber gute als schnelle Transfers.“

Dabei sieht es jeder Fußball-Coach doch gleich: Je eher neue Spieler da sind, desto früher, besser und schneller können sie integriert werden. „Das ist kein Problem“, sagte Tedesco: „Das wäre nicht zum ersten Mal und gehört zu diesem Job dazu. Wir haben eine funktionierende Mannschaft und eine offene Truppe, die jeden direkt aufnimmt.“ Intern dürfte er jedenfalls anders denken.

"Können uns die Zeit nehmen"

Und die sportliche Führung? Die wirkt noch gelassener. Verspürt keinen großen Druck, sich von irgendwem treiben zu lassen. „Der Transfermarkt kommt extrem langsam ins Rollen. Wir sind weit davon entfernt, frustriert zu sein“, betonte Sportdirektor Axel Schuster und erklärte überraschend: „Wir sind aktuell nicht in einer Not-Situation.“ Dabei klopfte er direkt auf Holz. „Es ist ja nicht so, dass wir keine Mannschaft auf den Platz bekommen.“.

So weit richtig. Aber abgesehen von der Innenverteidiger-Position fehlen den Königsblauen Optionen für die Offensive. Im Heimspiel gegen Wolfsburg hatte Tedesco nur Haji Wright aus dem Oberliga-Team zu Verfügung, der – mit Verlaub – aktuell schlichtweg nicht das Format für Bundesliga-Fußball hat.

„Eine Not-Situation“, sagte Schuster auf erneute Nachfrage, „wäre gewesen, wenn zum Beispiel Salif nach seiner Verletzung aus dem Trainingslager länger ausgefallen wäre. Da er spielen kann, können wir uns die Zeit nehmen, die dieser Transfermarkt braucht.“

Schalke pokert

Doch die Zeit drängt. Auch wenn Schuster und Co. betonen, dass die Namen der möglichen Verstärkungen längst feststehen. Dass sich alle Beteiligen – Trainer, Scouts und Management – intensiv mit den Kickern beschäftigt haben. Auch mit dem Charakter, um mögliche Störenfriede und Unruheherde wie zuletzt Amine Harit gar nicht erst zu den Königsblauen zu holen.

Der Sportdirektor erklärte zudem, nicht von Einnahmen eventueller Verkäufe abhängig zu sein. „In dem Rahmen, in dem wir uns bewegen können, haben wir gute Lösungen. Und wenn die einzige vernünftige Option ein Leihgeschäft ist, werden wir auch das machen“, so Schuster.

Wann Schalke sie präsentiert? Offen. Denn der Klub wartet auf Folge-Reaktionen des Marktes. Abgebende Vereine geben ihre Spieler oft erst dann frei, wenn Ersatz da ist. Oder eventuell ein besseres Angebot eintrudelt. „Ein bisschen pokern“, räumte Schuster ein, „ist auch dabei.“ In der Hoffnung für Schalke, dass sich das Management nicht verzockt.

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Quelle: wa.de

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