Stimmen nach Pleite gegen Werder

Nach vierter Niederlage in Folge: Babbel macht Spieler für Schalkes Krise verantwortlich

Schalke 04 verliert gegen Werder Bremen das vierte Spiel in Folge. Markus Babbel macht die Spieler für die Krise verantwortlich und nahm David Wagner in Schutz.

  • Schalke 04 blieb gegen Werder Bremen auch im elften Spiel ohne Sieg.
  • Dennoch ziehen sie auf Schalke positive Schlüsse. Die Stimmen zum Spiel.
  • Markus Babbel kritisierte im Doppelpass die Schalker Spieler und nahm David Wagner in Schutz.

Update vom 31. Mai, 15.21 Uhr: Vier Spiele, vier Niederlagen, dazu gerade einmal einen schmeichelhaften Treffer erzielt. Die Profis von Schalke 04 scheinen bereits jetzt schon mit den Köpfen in der Sommerpause zu sein. Der frühere Nationalspieler Markus Babbel wurde deshalb im 'Doppelpass' auf Sport1 deutlich. "Schalke hat einen Anspruch, eine der besten Mannschaften der Liga zu sein", sagte Babbel am Sonntag und fügte an: "Dann erwarte ich auch, dass das gelebt wird."

Gelebt hatten die Schalker Profis das sicherlich nicht - besonders in der ersten Halbzeit. Zwar bewiesen Daniel Caligiuri und Co. nach dem Seitenwechsel, dass es auch anders geht. Dennoch liefen die Knappen dem 0:1-Rückstand gegen Werder Bremen hinterher. Der taktische Wechsel, den Trainer David Wagner vorgenommen hatte, zeigte zwar optisch Wirkung. An den Zahlen auf der Anzeigetafel änderte die Überlegenheit der Schalker jedoch nichts mehr. 

Schalke 04: Babbel greift Spieler im Doppelpass an und schützt Wagner

"Der Trainer ist der Verantwortliche, aber er ist nicht an allem schuld. Die Bundesliga ist so eng, wenn du da keine funktionierende Mannschaft, hast du ein Problem", sagte Babbel, der im Januar beim australischen Erstligisten Western Sydney Wanderers als Trainer entlassen wurde.

Vielmehr liegt es für Babbel nun an den Spielern, in den verbleibenden fünf Bundesliga-Spielen "den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Die Spieler müssen wissen, dass der Verein zu dem Trainer steht", so Babbel. Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hatte im Vorfeld der Partie gegen Werder Bremen Trainer David Wagner eine Jobgarantie ausgesprochen - auch für die kommende Saison 2020/21. 

Schalke gegen Werder Bremen - Stimmen von Kohfeldt, Schöpf und Co.

[Erstmeldung] Gelsenkirchen - Die Krise nimmt kein Ende. Der FC Schalke 04 hat auch das vierte Spiel seit dem Wiederbeginn der Bundesliga nach der Corona-Pause verloren. Die Mannschaft von Trainer David Wagner unterlag am Samstag in der Arena mit 0:1 (0:1) gegen den abstiegsbedrohten SV Werder Bremen und ist nun seit zwölf Bundesliga-Spielen in Serie ohne Sieg.

Auch die Maßnahme des in der Kritik stehenden Wagner, im Tor auf Alexander Nübel anstelle des zuletzt unsicheren Markus Schubert zu setzen, verpuffte. Der Vorletzte aus Bremen verkürzte den Rückstand auf den Relegationsrang auf zwei Punkte.

Was sagen die Beteiligten nach dem Spiel Schalke vs. Werder Bremen?

Alessandro Schöpf (FC Schalke 04) in der ARD und bei Sky: "Wir wollten uns erst einmal aufs Verteidigen konzentrieren und möglichst kein Gegentor zu bekommen. Das ist uns nicht gelungen, daher mussten wir etwas machen. Die zweite Halbzeit war auf jeden Fall gut. Da sind vorne angelaufen, hatten frühe Balleroberungen und auch die eine oder andere Tor-Szene. Das ist eigentlich unser Weg, wie wir es auch in der Hinrunde gespielt haben. Wenn es etwas Positives gibt, dann auf jeden Fall das."

David Wagner (Trainer FC Schalke 04): "Es schmerzt, keine Frage. In der ersten Halbzeit haben wir kein gutes Spiel gemacht. Wir haben einen defensiven Ansatz gewählt, da wir zu viele Gegentore gefangen haben. Wir mussten wieder zu Stabilität kommen. Ich will nicht sagen, dass die zweite Halbzeit gut war – aber sie war besser. Wir haben uns Torchancen nicht unbedingt erspielt, aber erarbeitet. Aber am Ende steht eine Niederlage und wieder so ein wahnsinniger individueller Fehler vor dem Tor. Leider haben wir in der Chancenverwertung nicht so agiert, wie du es musst in unserer Situation."

Schalke gegen Werder Bremen - Stimmen von Kohfeldt, Schöpf und Co.

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen) bei Sky: "Das war ein ganz, ganz wichtiger Auswärtssieg unserer Mannschaft. Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, in der wir einen hohen Ballbesitz-Anteil hatten, aus dem wir teilweise auch zwingend geworden sind. Wenn du 45 Minuten lang gefühlt die ganze Zeit den Ball hast und dann eine Mannschaft aus der Kabine kommt, die einen anderen Spirit an den Tag legt und hoch presst, dann brauchst du eine gewisse Zeit, um da wieder reinzukommen. Die Schalker wurden sehr giftig, in der zweiten Halbzeit fand ich sie sehr gut. Insgesamt war es ein verdienter Auswärtssieg, den wir uns am Ende hart erkämpft haben."

Sebastian Langkamp (Werder Bremen): "Schalke hatte in der Halbzeitpause umgestellt. Wir wussten, dass da viel Wucht auf uns zukommen würde mit langen Bällen. Das ist unangenehm zu verteidigen. Wir hatten das große Glück, dass wir die die meisten zweiten Bälle gewonnen haben. Da konnten wir zumindest Bälle abwehren, auch wenn wir die große Entlastung nicht geschafft haben. Aber in unserer Situation ist es wichtig, diese Spiele über die Bühne zu bringen."

Schalke 04 vs. Werder Bremen: Hamann kritisiert harmlose Knappen

Leonardo Bittencourt (Werder Bremen): "Wir haben erwartet, dass Schalke tief steht. So tief haben wir sie aber nicht erwartet. Daher bin ich froh, dass wir den Lucky Punch setzen konnten. Ansonsten wäre es extrem hart geworden. Ich hoffe, dass wir den Aufschwung jetzt mitnehmen. Wir haben drei gute Ergebnisse eingefahren. Ich glaube, dass wir es spielerisch noch besser machen können, aber die sieben Punkte waren extrem wichtig."

Schalker Krise hält an: Pleite gegen Werder Bremen

Didi Hamann (Sky-Experte): "Schlimmer als in ersten Halbzeit ging es nicht. Ja, die Schalker waren in der zweiten Halbzeit aggressiv, sind vorne drauf gegangen und haben die Bremer in ihrer eigenen Hälfte eingeschnürt. Aber eine Chance, bei der man sagt, da müssen sie ein Tor machen, hatten sie 90 Minuten nicht. Nach dem Spiel in Dortmund haben sie gegen Augsburg, Düsseldorf und jetzt Werder gespielt. Das sind Mannschaften, die unten drin stehen - und gegen die haben sie alle verloren. Was sie im Moment zeigen, ist erschreckend. Die erste Hälfte war ein Armutszeugnis. Die Bremer stehen im Keller und haben dennoch kombiniert und Fußball gespielt - alles, was du von den Schalkern erwartest, haben die Bremer gezeigt. Ich weiß nicht, wie es auf Schalker weitergehen soll."

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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