Schalke geht "am Stock" und redet sich stark

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Kapitän Benedikt Höwedes (links) und Trainer Jens Keller.

GELSENKIRCHEN - Auch nach dem 2:1 bei der Generalprobe in Paderborn sind die Sorgen bei Schalke 04 vor dem Rückrundenauftakt am Freitag gegen Hannover 96 groß.

In der Krise gibt man sich bei Schalke 04 schon mit wenig zufrieden. "Grundsätzlich in Ordnung" fand Sportvorstand Horst Heldt den 2:1-Sieg beim Zweitligisten SC Paderborn, und Trainer Jens Keller war nach der mäßigen Generalprobe für den Bundesliga-Rückrundenstart sogar "sehr zufrieden". Doch die Sorgen vor dem Wiederbeginn am Freitag (20.30 Uhr) gegen Hannover 96 sind groß.

Die angekündigte Verstärkung vom Winter-Transfermarkt konnte Heldt noch nicht präsentieren. "Ich kann nichts Neues sagen", wiederholte der Manager immer wieder. Der Brasilianer Raffael, im vergangenen Jahr mit Hertha BSC aus der Bundesliga abgestiegen, soll vom ukrainischen Vizemeister Dynamo Kiew für angeblich eine Million Euro bis zum Saisonende ausgeliehen werden. Ukrainische Medien vermeldeten die Personalie bereits als fix, Schalke bestätigte noch nichts. Der 27-Jährige soll die größten Personalprobleme lindern, die vor allem durch die schwere Verletzung von Offensivstar Ibrahim Afellay entstanden sind. "Wir gehen personell ein bisschen am Stock", gab Keller zu.

Gegen Hannover muss der neue Cheftrainer außerdem auf den verletzten Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos sowie die gesperrten Klaas-Jan Huntelaar und Jermaine Jones verzichten. In Paderborn zog sich Abwehrspieler Joel Matip zudem eine Oberschenkelverletzung zu. Lewis Holtby, Marco Höger und Christoph Metzelder fehlten angeschlagen.

Keller ist am Freitag fast schon zum Siegen verdammt. Denn nach seiner umstrittenen Inthronisierung nach der Trennung von Huub Stevens ist von der erhofften Aufbruchsstimmung nichts zu spüren. Der 0:5-Schock im Trainingslager in Katar, bei dem die Mannschaft die offensivere Taktik des 42-Jährigen überhaupt nicht umsetzen konnte, hat alle Zweifler an dieser Personalentscheidung bestätigt. "Ich bin sehr zuversichtlich", sagte Keller dennoch nach dem letzten Test in Paderborn. Und auch Kapitän Benedikt Höwedes bemühte sich, die Stimmung ein wenig aufzuhellen. "Taktisch haben wir wieder deutliche Fortschritte gemacht", sagte der Nationalspieler und resümierte: "Ich gehe mit einem guten Gefühl hier raus, weil wir viele Sachen gut gemacht haben."

In einer Form, die dem Gegner Hannover Angst machen könnte, präsentierten sich die Schalker beim Zweitligisten nicht. Erst nach der Pause trafen Julian Draxler (58.) und Höwedes (69.), ehe Alban Meha (79.) verkürzte. Keller soll den Champions-League-Achtelfinalisten in der Rückrunde wieder in die Königsklasse führen. Der Rückstand auf den Tabellendritten, Titelverteidiger Borussia Dortmund, beträgt nach dem Absturz auf Rang sieben bereits fünf Punkte. Bayer Leverkusen auf Platz zwei ist bereits acht Zähler weg.

Kellers Vorgänger Stevens soll auch nach seinem zweiten Abschied als Trainer dem Klub erhalten bleiben. Nach Informationen der Bild-Zeitung ist angedacht, den Niederländer in den Aufsichtsrat aufzunehmen. "Mehr sportliche Kompetenz im Aufsichtsrat würde uns gut tun", zitiert das Blatt ein Vorstandsmitglied. Das elfköpfige Gremium unter dem Vorsitz von Clemens Tönnies setzt sich derzeit vor allem aus Juristen und Wirtschaftsfachleuten zusammen. "Das ist bei uns ein Wahlamt. Ich weiß nicht, was seine Pläne sind", sagte Finanzvorstand Peter Peters dem SID und fügte an: "Ich weiß nicht mal, ob er Mitglied ist." - sid

Quelle: wa.de

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