FC Schalke 04

154 Millionen Euro für Transfers: Ex-Sportvorstand wehrt sich gegen Vorwürfe und gesteht Fehler ein

Wer trägt die Schuld am Niedergang des FC Schalke 04? Viele bringen immer wieder einen Namen ins Spiel. Der wehrt sich nun gegen die Vorwürfe der S04-Fans.

Hamm - Finanzielle Verbindlichkeiten von über 200 Millionen Euro, kein Schema in der sportlichen Führung und keine richtige Mannschaft auf dem Rasen. Die Fehleranalyse beim FC Schalke 04 ist in vollem Gange. Die Schuld für den drohenden Abstieg in die 2. Liga an nur einer Person festzumachen, wäre wohl ebenso sinnbildlich wie die jüngste Revolte des S04-Kaders gegen Ex-Trainer Christian Gross. Doch bei nicht wenigen Schalke-Fans fällt immer wieder ein Name.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammotzis
StadionVeltins Arena (Gelsenkirchen)
Plätze62.271

Schalke: Christian Heidel wehrt sich gegen Anschuldigungen und gesteht Fehler

Am Freitagabend kehrt Christian Heidel zum ersten Mal in offizieller Funktion nach Gelsenkirchen zurück. Der ehemalige Sportvorstand des FC Schalke 04 gastiert mit Mainz 05 in der Veltins Arena zum absoluten Kellerduell der Bundesliga (20.30 Uhr/Live-Übertragung im TV und Stream). Von 2016 bis März 2019 leitete er die Geschicke am Berger Feld, seit Ende Dezember ist er zurück in Mainz. Nun wehrt sich Christian Heidel gegen die Vorwürfe, er wäre der Hauptverantwortliche für den sportlichen Niedergang auf Schalke.

„Ja, es hat nicht jeder Transfer gepasst“, gab Christian Heidel rückblickend auf seine Schalker Zeit im Interview mit der Sport Bild zu. Rund 154 Millionen Euro gab er in nur drei Jahren für neue Spieler aus. Volltreffer waren darunter, wenn überhaupt, nur die wenigsten. Amine Harit und Suat Serdar wuchsen auf Schalke zu Leistungsträgern heran. Beide jedoch stagnieren seit einiger Zeit in ihrer Entwicklung. Die Kehrseite der Medaille unter Christian Heidel: Die Verpflichtungen von Nabil Bentaleb (19 Millionen Euro), Breel Embolo (26,5 Millionen Euro), Sebastian Rudy (16 Millionen Euro) oder Yevhen Konoplyanka (zwölf Millionen Euro).

Schalke: Christian Heidel verteidigt Rekord-Transfer von Breel Embolo

Von den Top-Vier der teuersten Neuzugänge der Schalker Vereinsgeschichte befindet sich nur noch Nabil Bentaleb in Gelsenkirchen. Seine Vita ist mittlerweile wohl jedem bekannt. „Embolo war nicht günstig und hatte dann großes Verletzungspech. In Gladbach sind jetzt alle froh, denn er war ein Schnäppchen“, verteidigte Christian Heidel den Transfer - und anschließend sich selbst.

Christian Heidel war drei Jahre als Sportvorstand auf Schalke tätig.

Denn: Nach seinem Abtreten im März 2019 befand sich Schalke 04 zwischenzeitig im Aufwind und auf Kurs Champions League. Die Mannschaft schien unter Trainer David Wagner zu alter Stärke gefunden zu haben. „Zehn Monate nach meinem Abschied war Schalke Dritter in der Bundesliga, und alle waren voller Euphorie. Da kam keine Kritik, alles war prima. Dann erst begann die Talfahrt“, so Christian Heidel.

Schalke: Ausgerechnet Christian Heidel und Mainz 05 können S04 den sportlichen Todesstoß versetzen

Aus eben jener Talfahrt kam Schalke 04 nicht mehr heraus. Die erschreckende Bilanz: Seit Februar 2020 holte Königsblau lediglich zwei Bundesliga-Siege. Christian Heidel ist reflektiert genug, um zu erkennen, dass nicht alles, was er auf Schalke anfasste, zu Gold wurde. Die Alleinschuld am derzeitigen Schalker Versagen will der 57-Jährige aber nicht hinnehmen. „Nach mir wurden viele Spieler gekauft, Trainer gewechselt und Strukturen verändert“, sagte Heidel.

Nun kehrt Christian Heidel mit Mainz 05 zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurück - und könnte ihn bei der Premiere von Neu-Trainer Dimitrios Grammozis mit einem Sieg gen zweite Liga schicken. S04 hat bereits neun Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, der Abstieg könnte bereits im April auch rechnerisch durch sein. Schalke 04 steht vor einem Neuanfang. Klar ist aber auch: Christian Heidel trägt daran mindestens eine Mitschuld.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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