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Heidel weist Schuld am Absturz von sich - Schalke hatte „sehr, sehr überragenden Trainer“

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Von: Marcel Guboff

Schalkes Ex-Sportvorstand Christian Heidel weist die alleinige Schuld am königsblauen Absturz von sich. Der Mainzer adelt einen ehemaligen S04-Coach.

Hamm - Es war ein Absturz mit langem Vorlauf für den FC Schalke 04. Vor wenigen Jahren noch Champions League gespielt, ist für den S04-Kader aktuell die 2. Liga die bittere Realität. Die eine Antwort auf die Frage, wie es zum Abstieg kommen konnte, gibt es wohl nicht. Vielmehr dürften es viele kleine Faktoren sein.

FußballvereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Gründung4. Mai 1904, Gelsenkirchen
Mitglieder160.023 (1. September 2019)

Schalke: Christian Heidel weist Schuld an Absturz von sich und lobt Ex-Trainer Domenico Tedesco

Für viele Fans und Beobachter wird aber vor allem ein Name genannt, wenn es darum geht, wie Schalke so abstürzen konnte: Christian Heidel. Von Sommer 2016 bis zu seinem offiziellen Rücktritt im Februar 2019 war er Sportvorstand der Königsblauen. Weil allein die drei Schalker Rekord-Zugänge Breel Embolo (26,5 Millionen Euro Ablöse), Nabil Bentaleb (19 Millionen Euro) und Sebastian Rudy (16 Millionen), die allesamt floppten, in seine Amtszeit fielen und der Klub damit große Transfer-Verluste hinnehmen musste, muss er mit dieser Anschuldigung leben.

Mittlerweile ist Christian Heidel wieder Sportvorstand bei Mainz 05. Und will eigentlich gar nicht groß über Schalke und den Absturz des einst so stolzen Traditionsvereins aus Gelsenkirchen reden, als der 58-Jährige bei Bild live darauf angesprochen wurde. Dennoch holte er aus - und wies die Kritik wenig überraschend zurück.

Er wolle es mal „an den Fakten erklären“, wie er in der TV-Sendung sagte. Es sei fast drei Jahre her, dass er S04 verlassen hätte. „Ich bin deswegen weggegangen, weil ich den Eindruck hatte, dass wir diese Unruhen nicht in den Griff bekommen. Dadurch wollte ich eigentlich bewirken, dass der Klub in Ruhe arbeiten kann und sportlich wieder ins Lot kommt“, erklärte Christian Heidel.

Schalke: Christian Heidel gibt Fehler zu - aber nicht alleinige

Dabei verwies er darauf, dass Schalke seinem Jahr nach seinem Weggang auf einem Champions-League-Platz gestanden hätte, eher die Horror-Serie von 30 sieglosen Spielen in Folge. „Dann zu sagen – nach einem Jahr: Jetzt ist der daran schuld, der vor über einem Jahr weggegangen ist. Und dieses eine erfolgreiche Jahr vergessen wir. Da muss man merken, dass da etwas nicht zusammenpasst“, meinte er. Dass der Klub dabei (auch) mit den Folgen von Christian Heidels Transfer-Politik auf Schalke zu kämpfen hatte, ließ er unerwähnt.

„Sicherlich sind Fehler passiert nach mir, aber es sind auch Fehler passiert während meiner Zeit“, sagte der Ex-Sportvorstand von Schalke 04. Und verwies einmal mehr darauf, dass S04 unter seiner sportlichen Leitung Vize-Meister wurde und anschließend „durch die Vorrunde der Champions League marschiert“ sei. „Und dann kam eine schwierige Phase.“

Schalke: Christian Heidel lobt Domenico Tedesco als „sehr, sehr überragenden Trainer“

Doch er sei nach wie vor der Überzeugung, dass Schalke diese gemeistert hätte. Und bricht in diesem Zusammenhang eine Lanze für den ehemaligen Coach der Königsblauen, der bei einem großen Teil der Fans noch heute großes Ansehen genießt: „Ich glaube bis zum heutigen Tag, dass Schalke 04 einen sehr, sehr überragenden Trainer mit Domenico Tedesco hatte. Er hatte eine schlechte Phase in der Saison 18/19. Jürgen Klopp war mal Tabellenletzter und gewann anschließend die Champions League. Ich hätte das gerne in der Art weiter gemacht – das hat nicht sollen sein.“ Ein Seitenhieb?

Diese Aussagen von Christian Heidel waren sicherlich nicht als solcher gemeint, könnte aber als solcher aufgefasst werden. Denn nach für einige zu späten Entlassung von David Wagner, der nun mit seinem neuen Klub Young Boys Bern in der Champions League spielt, im September 2020 folgten Manuel Baum, Huub Stevens (interimsweise), Christian Gross und der aktuelle Trainer Dimitrios Grammozis. Keiner von ihnen - so ließen sich die Aussagen des Ex-Sportvorstandes lesen - sei so ein „sehr, sehr überragender Trainer“ wie Domenico Tedesco.

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