Finanziell prekäre Situation

Ausgliederung der Profi-Abteilung ist für Schalke alternativlos - Kommentar

Schalke 04 ist finanziell in einer prekären Situation. Klub-Boss Clemens Tönnies sprach die Notwendigkeit der Ausgliederung an. Sie ist alternativlos. Ein Kommentar.

  • Schalke 04 ist finanziell in einer prekären finanziellen Situation.
  • Seit Wochen wird daher wieder vermehrt über eine Ausgliederung der Profi-Abteilung diskutiert.
  • Schalke muss diesen Weg gegen, um konkurrenzfähig zu bleiben - ein Kommentar.

Eine Ausgliederung der Profi-Abteilung ist ein höchst sensibles Thema auf Schalke, wenn nicht das sensibelste überhaupt unter den Mitgliedern der Königsblauen: Sie schwören auf ihre langjährige Tradition, und zu dieser Tradition gehöre nun mal, ein eingetragener Verein zu sein und gefälligst auch bleiben.

So fußballromantisch das auch klingen mag: Diese Einstellung ist nicht zeitgemäß. Die Anhänger von Schalke 04 sollten sich einer Ausgliederung nicht gänzlich verschließen. Denn wenn ihr geliebter Klub überleben beziehungsweise ihre Profi-Mannschaft konkurrenzfähig bleiben und nicht zur grauen Maus der Bundesliga verkommen will, hat der Verein keine anderen Wahl als die Profis auszugliedern. Dieser Weg ist alternativlos.

Schalke diskutiert über Ausgliederung: Tönnies wird deutlich

Hinzu kommt: Nach der Pleite im Revierderby beim BVB über den Zustand und die Qualität der Mannschaft zu klagen - wohl wissend, dass ohne eine mögliche Ausgliederung die finanziellen Mittel nicht da sind, um sich besser aufzustellen, passt dabei nicht ins Bild und ist ein großer Widerspruch.

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In den vergangenen Wochen fassten die zuständigen Schalker Vorstände das Thema Ausgliederung mit Samthandschuhen an. So deutlich wie Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach der Derby-Pleite bei Borussia Dortmund wurde noch niemand: "Wir diskutieren seit Jahren, ob wir einen traditionellen Fußballverein halten können. Vor allem in Corona-Zeiten müssen wir nochmal darüber sprechen." Heißt eigentlich so viel wie: Sie können keinen traditionellen Fußballverein halten, die finanzielle Lage ist prekär. Auch Eurofighter Olaf Thon ist der Meinung, das Thema gehöre zumindest auf den Tisch.

Schalke diskutiert über Ausgliederung: Klub muss Fans mitnehmen und überzeugen

Schalke muss es nun schaffen, seine Mitglieder von diesem Weg zu überzeugen. Dass sich die Königsblauen in Gänze einem großen Investor unterwerfen, wird wohl niemand dulden - aber das muss auch gar nicht passieren. Schließlich gibt es bei der Ausgliederung der Profi-Abteilung mehrere Optionen. Es würde zunächst genügen, wenige Anteile an der dann existierenden Kapitalgesellschaft zu verkaufen, um sich so neuen finanziellen Mitteln zu öffnen - und nicht von TV-Einnahmen, Transfererlöse und möglichst regelmäßige Europapokal-Teilnahmen abhängig zu sein.

Klar ist: Auf der nächsten Schalker Mitgliederversammlung - wann auch immer und in welcher Form sie nach der Corona-Krise stattfinden wird - muss das Thema Ausgliederung auf den Tisch kommen und möglichst sachlich diskutiert werden. So sensibel es auch ist.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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