Niederlage in Bielefeld

Fan-Wut nach Schalker Abstieg: Profis müssen Reha abbrechen

Nach Schalkes Abstieg in die 2. Liga kam es an der Veltins Arena offenbar zu Gewalt. Fans hatten die Spieler zur Rede gestellt. Am Mittwoch ging es weiter.

Update vom 21. April, 16.50 Uhr: Es waren skurrile und fragwürdige Szenen in der Nach zum Mittwoch an der Veltins Arena. Einige vermeintliche Schalke-Anhänger hatten Mannschaft und Verantwortliche zur Rede gestellt. Die Aussprache soll in Gewalt eskaliert sein. So wirklich beruhigt hatte sich die Lage am Mittwoch immer noch nicht.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Arena/StadionVeltins Arena
OrtGelsenkirchen

Mehrere Streifenwagen der Polizei waren auf dem Vereinsgelände „Berger Feld“ unterwegs. Trainiert hatte die Schalker Mannschaft einen Tag nach dem Abstieg nicht. Einige Langzeitverletzte erschienen dennoch, um routinemäßige Rehamaßnahmen zu absolvieren. Die jedoch mussten abgebrochen werden, wie Sky berichtet. Zudem seien die Spieler in Begleitung der Polizei beim Verlassen des Vereinsgeländes begleitet worden, weil sich wohl erneut einige Schalke-Anhänger an der Veltins Arena trafen.

Schalke: Fan-Eskalation nach dem Abstieg - Profis müssen Reha abbrechen

[Erstmeldung] Hamm - Das Horror-Szenario ist eingetreten. Der FC Schalke 04 ist nun endgültig in die 2. Liga abgestiegen. Klar, dass sich Frust und Trauer einschlichen. Bei den Protagonisten und Verantwortlichen. Aber auch bei den Fans. Bei einigen ist das Ganze aber offenbar in Gewalt übergetreten.

Schalke: Gewalt und Randale nach Abstieg in die 2. Liga - Fans haben „Grenze überschritten“

Nach Angaben des Vereins habe es nach dem besiegelten Abstieg der Königsblauen „am frühen Mittwochmorgen“ kurzfristig einen „Austausch zwischen Profi-Mannschaft und Fangruppierungen“ gegeben. Dabei seien „Grenzen überschritten“ worden, wie die Schalker mitteilten.

Es flogen Eier, Pyrotechnik wurde abgebrannt. Im Internet kursiert ein Video. Es zeigt, wie Spieler rennen und in Sicherheit flüchten. Der Clip sei der Polizei bekannt. Doch es könne nicht gesagt werden, wer darauf zu sehen ist, hieß es seitens der Polizei, die von „massiven Aggressionen“ sprach.

„Die Spieler sind weggerannt, unsere Hundertschaft hat eingegriffen“, sagte Pressesprecher Matthias Büscher von der Gelsenkirchener Polizei dem SID. Insgesamt 500 bis 600 Fans hatten die Profis am Stadion erwartet. Die Beamten seien mit „starken Kräften vor Ort“ gewesen und hätten eine weitere Eskalation vermieden. Die Polizei ermittelt nun. 

Fan-Wut auf Schalke: Spieler schildert Szenen aus der Nacht und erhebt Vorwürfe gegen S04

Ein Schalker Profi schilderte Sport1, wie es ihm bei der Fan-Eskalation ergangen sei. „Uns wurde laut und deutlich mitgeteilt, dass wir uns schämen sollen und sich alle Spieler ab sofort verpissen sollen, die im nächsten Jahr nicht mehr hier sein werden. Passiert das nicht, würde uns das Leben richtig zur Hölle gemacht“, wird ein Profi, dessen Name nicht genannt wird, zitiert.

Es sei pure Angst für ihn gewesen. „Einige von uns haben Tritte und Schläge abbekommen. Ich bin schockiert und weiß nicht, wie wir die nächsten Spiele noch bestreiten sollen“, sagte er weiter.

Dabei erhob der Spieler auch einen Vorwurf an den Verein. Er verstehe nicht, „wieso man uns überhaupt den Fans ausgeliefert hat. Es hieß vom Verein, dass es nur einen kurzen Austausch geben wird“, sagte er. „Die Polizei hat währenddessen unten gewartet.“

Fan-Wut nach Schalker Abstieg: Verein kündigt Aufarbeitung des Vorfalls an

Von S04 heißt es derweil weiter: „Bei allem verständlichen Frust und aller nachvollziehbaren Wut über den Abstieg in die 2. Bundesliga: Der Verein wird es niemals akzeptieren, wenn die körperliche Unversehrtheit seiner Spieler und Mitarbeiter gefährdet wird. Genau das ist in der vergangenen Nacht aber durch die Handlungen von Einzelpersonen geschehen.“

Die Grenzen hätten einzelne und bislang „nicht zuzuordnende Personen“ überschritten. Dieses Verhalten verurteile der FC Schalke 04 „aufs Schärfste und stellt sich selbstverständlich vor seine Mitarbeiter“. Die Aufarbeitung des Vorfalls habe begonnen. Weitere Kommentare wolle der Verein bis zur Aufklärung der Causa nicht abgeben.

Gerald Asamoah und Dimitrios Grammozis wollen Lehren aus Abstieg ziehen

Schalke hatte am Dienstagabend 0:1 bei Arminia Bielefeld verloren - diese Niederlage besiegelte den vierten Abstieg aus der Bundesliga. Bereits nach dem Abpfiff flossen bittere Tränen - unter anderem bei Schalke-Ikone Gerald Asamoah. Mit Blick auf die „Leistung“ des S04-Kaders meinte der Teammanager: „Wenn du Tabellenletzter bist und 13 Punkte hast - wenn dann einer sagt, er hat alles gegeben, dann weiß ich nicht, was ich mit dieser Person machen soll.“

Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis wirft den Blick derweil bereits nach vorne und will - auch angelehnt an die Aussage von Gerald Asamoah - die richtigen Schlüsse ziehen. Er suche für die 2. Liga Spieler, die sich mehr mit dem Traditionsklub aus Gelsenkirchen identifizieren. „Wir müssen schauen, dass wir wieder Jungs für den Verein gewinnen, die das Emblem würdig tragen“, sagte der Chefcoach. „Die wissen, was Schalke ist, worauf sie sich einlassen und was die Anforderungen sind.“

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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