Ärger für S04-Keeper

Ausrüster ist erschüttert über Nübels Verhalten - Berater reagiert

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Alexander Nübel, Kapitän und Torwart des FC Schalke 04, hat sich mit seinem Sponsor verkracht.

Alexander Nübel vom FC Schalke 04 wirkt immer bescheiden, geerdet. Der S04-Keeper hat jetzt aber Krach mit seinem Sponsor. Und der erhebt schwere Vorwürfe.

U21-Nationaltorhüter Alexander Nübel muss sich wegen der Umstände seines Wechsels des Handschuh-Ausrüsters heftige Kritik gefallen lassen. Sein bisheriger Ausrüster ("POPE's Goalkeeper Gloves") schrieb in den sozialen Netzwerken, das Verhalten des Torhüters vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 habe "nachweisbar alles andere als die geforderte Sozialkompetenz für einen Kapitän des FC Schalke 04 und dessen Vereinswerte verkörpert".

Nübels Berater Stefan Backs kommentierte den ungewöhnlichen Vorgang gelassen. Firmen-Chef Christoph Nowak sei "ein leidenschaftlicher Mensch, der Herzblut in seine Arbeit steckt. Dass er enttäuscht ist, dass Alex künftig nicht mehr seine Handschuhe trägt, kann ich verstehen", sagte Backs der Deutschen Presse-Agentur. "Ob man damit in die Öffentlichkeit gehen muss und ob das seinem Geschäft dienlich sein wird, weiß ich nicht."

Nowak rechtfertigte sein Vorgehen. "Man muss immer damit rechnen, dass einer für die Großen interessant wird. Aber dann muss man sich fair verhalten. Das war in dem Fall nicht so", sagte er. "Kurz bevor er ins Training eingestiegen ist, haben wir uns noch über neue Modelle unterhalten. Nichts deutete darauf hin, dass er uns verlassen könnte." In einer 25-sekündigen WhatsApp-Nachricht habe Nübel mitgeteilt, "dass er wahrscheinlich künftig Adidas trägt", so Nowak.

Endgültig informiert habe Nübel das Unternehmen über seinen Wechsel laut Nowak nicht. Seit der Nachricht habe er "ihm vier oder fünf Wochen Zeit gegeben, das noch freundschaftlich zu regeln, aber es ist nie etwas gekommen", sagte Nowak. Backs erklärte, Nübel habe versucht, Nowak zu erreichen. Weil dies nicht gelungen sei, habe er die WhatsApp-Nachricht geschickt.

Update 18. August, 10.27 Uhr: Die Wahl von S04-Coach David Wager, Alexander Nübel zum Kapitän des FC Schalke 04 zu ernennen, sorgte anfangs für Verwunderung. Der junge Torwart sollte dadurch aber wohl auch einfach enger an den Verein gebunden werden. Eine konkrete Zusage blieb aber bislang aus – und nun steht Ärger an: mit dem Sponsor.

Offenbar hat Nübel nämlich seine Handschuhe ausgetauscht. Bei Facebook schrieb sein bisheriger Ausrüster. "Wir verabschieden uns von Alexander Nübel, der seine Zukunft bei adidas Fussball sieht und bedanken uns für die Kooperation", heißt es auf der Seite von POPE's Goalkeeper Gloves. Ausrüsterwechsel wirkt zunächst nicht sonderlich verwerflich. Das adidas-Konkurrent erhebt aber schwere Vorwürfe gegen Nübel.

Nübel hat Ärger mit Ausrüster: Sponsor spricht ihm Eignung als Kapitän des FC Schalke ab

Demnach verkörperte das Verhalten von Nübel "in den letzten Wochen nachweisbar alles andere als die geforderte Sozialkompetenz für einen Kapitän des FC Schalke 04 und dessen Vereinswerte". Mit anderen Worten: Nübel sei durch sein Verhalten untauglich für das Kapitänsamt beim FC Schalke.

Sein geschasster Ausrüster geht aber noch einen Schritt weiter, wirft Nübel Hochmut vor. "Leider vergessen Menschen manchmal im schnellen Erfolg die vorherigen Unterstützer, aber damit können wir leben, so ist das Geschäft! Nicht akzeptieren können wir jedoch gewisse Umgangsformen", heißt es. So hätte Nübel noch Handschuhe für die anstehende Saison bestellt, sich aber offenbar nicht an die Abmachung gehalten.

Die Meinungen der Fans gehen dabei auseinander. Einige kommentieren mit "Geld regiert die Welt" und verurteilen Nübels verhalten, andere wiederum finde die Art und Weise, wie sein bisheriger Sponsor damit umgeht, nicht gut und sprechen von nachtreten.

Nübel selbst oder seine Berater haben sich noch nicht geäußert. Sein Saisonstart beim FC Schalke mit der Kapitänsbinde am Arm jedenfalls glückte. Über die vollen 90 Minuten kassierte Nübel kein Gegentor, die Knappen konnten so bei Borussia Mönchengladbach (im Ticker zum Nachlesen) immerhin einen Punkt zum Ligaauftakt holen.

S04-Mannschaftsrat um Kapitän Nübel nun komplett

Update vom 6. August, 14.59 Uhr: Der FC Schalke 04 hat seinen Mannschaftsrat komplettiert. Nachdem Trainer David Wagner bereits nach Ende des Trainingslagers Alexander Nübel zum Kapitän bestimmt hatte sowie Omar Mascarell und Benjamin Stambouli zu dessen Stellvertreter, durften jetzt die Profis zwei weitere Mitspieler selbst in den Mannschaftsrat wählen.

Dabei haben sich die S04-Profis für Guido Burgstaller und Daniel Caligiuri entscheiden. Beide sind erfahrene Spieler und waren auch schon in der vergangenen Saison Teil des Mannschaftsrats.

Die Wahl lenkt gerade aber nicht vom alles beherrschenden Themas auf Schalke ab: Clemens Tönnies. Der Aufsichtsratsvorsitzende sorgte für reichlich Wirbel mit rassistischen Afrika-Aussagen, der Schalker Ehrenrat entscheidet nun über seine Zukunft. Ähnlich geht es beim Revierivalen Borussia Dortmund zu. Der BVB hat jetzt Ex-Profi Patrick Owomoyela und Stadionsprecher Norbert Dickel suspendiert wegen einer misslungenen Hitler-Parodie.

Wagner hat sich entschieden: Nübel wird neuer Schalke-Kapitän

Gelsenkirchen – Das verkündete Wagner am gestrigen Freitag, an dem die Knappen aus ihrem neuntägigen Trainingslager abreisten. Zugleich nannte der Schalker Coach zwei Stellvertreter von Nübel: Benjamin Stambouli und Omar Mascarell werden dieses Amt ausüben, wie der Verein auf seiner Homepage mitteilte. Gerade letzteres ist eine durchaus überraschende Entscheidung.

"Ich freue mich sehr darüber, dass die drei Jungs unsere Truppe in der nächsten Saison führen werden. Ich sehe unsere Mannschaft in sehr guten Händen", wird Wagner zitiert. Die Wahl des neuen Kapitäns und Nachfolgers des nach Norwich ausgeliehenen Ralf Fährmann sei ein ergebnisoffener Prozess gewesen, an dessen Ende Wagner "Sozialkompetenz, sportliche Anerkennung und Erfahrung in diesem Verein" als wichtige Faktoren herangezogen hätte.

Wagner: "Es gab viele Optionen"

David Wagner betont auf der S04-Homepage allerdings auch, "dass wir eine sehr offene Kommunikation im Team haben. Der Austausch ist mit allen Spielern intensiv. Die Jungs gehen sehr gut miteinander um. Insofern gab es viele Optionen für diese Wahl."

Neben Nübel, seit 2015 im Verein, Stambouli und Mascarell soll die Mannschaft nun selbst zwei weitere Spieler in den künftigen Mannschaftsrat wählen. Das soll nach Vereinsangaben zeitnah geschehen. 

Abzuwarten bleibt nun, ob die Wahl zum Mannschaftskapitän für Nübel ein Grund sein könnte, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag zu verlängern. Der umworbene Schalker Schlussmann könnte zum Saisonende ablösefrei wechseln wird unter anderem mit dem FC Bayern, RB Leipzig und sogar dem Erzrivalen Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Der 22-Jährige hatte die Kapitänsbinde zuletzt bereits bei den Testspielen getragen, in denen er auf dem Platz stand.

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Quelle: wa.de

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