Symbol des Zusammenhalts

Stambouli kämpft mit Tränen: Ultras holen sich Kapitänsbinde zurück

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Benjamin Stambouli (links) war nach der Schalker Pleite gegen Fortuna Düsseldorf sichtlich niedergeschlagen.

Schalkes Fans haben die Schnauze voll. Als Reaktion auf den Leblos-Auftritt nehmen die dem Team die symbolträchtige Kapitänsbinde ab. Der Franzose kämpft mit den Tränen.

Gelsenkirchen - Als Benjamin Stambouli die Schalker Arena am frühen Samstagabend verlassen hatte, war sein Gesichtsausdruck immer noch leer. Der Franzose war sichtlich mitgenommen. Betrübt. "Ich bin traurig, ich bin sauer", sagte der 28-Jährige.

Es waren Worte des Franzosen, die authentisch waren. Sie passten zu seinem Gemütszustand, waren ehrlich. Da war natürlich zum einen der Leblos-Auftritt der Königsblauen bei der 0:4-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf.

Zum anderen - als Folge dessen - war da die Reaktion der Fans im Stadion. Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellten sie jegliche Unterstützung für die Mannschaft ein. Nach Abpfiff folgte ein gellendes Pfeifkonzert - und mehr noch: Die Vorsänger der Ultras kamen aufs Feld und holten sich von Stambouli die Kapitänsbinde zurück.

Es ist keine herkömmliche. Sie trägt die Aufschrift "Nordkurve Gelsenkirchen". Kapitän Ralf Fährmann hatte sie vor Saisonbeginn federführend vom Fanklub Ultras Gelsenkirchen (UGE) bekommen. Sie diente als Symbol dafür, den Zusammenhalt zwischen Kurve und Mannschaft zu stärken. "Wir haben unsere Farben nicht so vertreten wie die Fans das tun", meinte Fährmann.

Stambouli kämpft mit den Tränen

Stambouli erklärte mit Tränen in den Augen: "Wir müssen diesen Verein leben. Ich versuche, ihn jeden Tag mehr zu leben. Dieser Verein wird immer da sein, die Spieler gehen und kommen. Ich weiß das. Wir sind nur kleine Spieler im Vergleich zu diesem großen Klub. Ich werde immer alles geben für Schalke."

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Dem 28-Jährigen sind diese Worte abzunehmen. Der Vorfall traf gewissermaßen den falschen. Ihm geht die Situation sichtlich nahe. Er gehört zu dem kleinen Teil der Schalker Spieler, die den Klub und seine DNA verstanden und sogar verinnerlicht haben. Daher ist er auch niemand, der die Schuld zuerst bei anderen sucht.

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"Zuerst bin ich sauer auf mich, ich kann mehr machen", meinte der Franzose: "Ich kann besser verteidigen, besser attackieren. Ich werde zuerst selbst in einen Spiegel gucken. Dann werden wir wie eine Mannschaft arbeiten. Wir haben die Qualität. Und ich habe keine Angst. Wir werden die Lösungen finden. Vielleicht haben wir eine einprozentige Chance, um doch noch irgendwie eine gute Saison zu schaffen. Und für diesen einen Prozentpunkt werde ich kämpfen."

Und er dürfte insgeheim hoffen, dass es seine Mitspieler ähnlich sehen.

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Quelle: wa.de

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