Schalker Verletzungspech

Heldt unter Druck: Verstärkungen gesucht

Horst Heldt FC Schalke
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DOHA - Horst Heldt wirkte gehetzt und in Gedanken versunken, als er von einem schnellen Mittagessen kam und zur neuen, wenig erfreulichen personellen Situation Stellung beziehen musste.

Aus Doha berichtet Jens Greinke

Durch die Verletzungen von Ibrahim Afellay (mindestens zwei Monate Ausfall) und Christoph Moritz (vier bis sechs Wochen) stand Schalkes Manager innerhalb weniger Stunden auf einmal unter dem enormen Druck, den Kader der Blauweißen noch in der Winterpause zu verstärken. „Das war nicht geplant, und damit haben wir auch nicht gerechnet“, sagte Heldt und bestätigte: „Das Transferfenster ist auf und es ist eng. Man muss jetzt schnelle und sinnvolle Entscheidungen treffen.“

Tatsächlich nimmt die personelle Schalker Situation mittlerweile dramatische Züge an. Neben Afellay und Moritz fällt auch Kyriakos Papadopoulos noch länger aus. Jermaine Jones muss damit rechnen, dass der Schalker Einspruch gegen seiner Sperre von vier Spielen am 14. Januar vom DFB-Sportgericht abgelehnt wird, womit er noch drei Partien fehlen würde. Auch Klaas-Jan Huntelaar fehlt wegen einer gelb-roten Karten beim wichtigen Rückrunden-Auftakt gegen Hannover 96. „Das gilt es alles zu berücksichtigen“, sagt Heldt.

Der 43-Jährige versucht nun aus dem fernen Trainingslager in Katar, die Fäden zu spinnen. „Durch die modernen Medien spielen Distanzen keine Rolle mehr“, sagt Heldt. Bis zum 31. Januar ist das Transferfenster geöffnet, mindestens ein Neuzugang dürfte bis dahin vermeldet sein. Schwerer als der Ausfall von Defensiv-Mann Moritz, der durch Marco Höger ersetzt werden kann, wiegt das Fehlen von Afellay. Dies könnte auch bedeuten, dass der zuvor durchaus vorstellbare vorzeitige Transfer von Lewis Holtby zu Tottenham Hotspur auf den Prüfstand muss. Heldt hatte dem englischen Premier-League-Klub, zu dem Holtby im Sommer ablösefrei will, angeboten, den 22-Jährigen bereits in der Winterpause zu verpflichten. „Dies sind nun Augenblicke, die ein neues Überlegen verlangen“, sagt Heldt. Der Manager bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass auch die Alternative geprüft wird, für den Sommer geplante Einkäufe vorzuziehen.

Als wahrscheinlich gilt, dass Heldt in erster Linie Ersatz für das offensive Mittelfeld sucht. „Die Geschichte mit Afellay ist mit viel Pech verbunden“, so Heldt: „Nach seinem Ausfall in der Hinrunde sind wir in diesen Negativ-Trend geraten.“ Schalkes Manager hatte große Hoffnungen in die Rückkehr des Niederländers gesetzt, er bereits in der ersten Saisonhälfte wegen einer Muskelverletzung lange hatte pausieren müssen.

In Doha fiel nun sogar der Name Wesley Sneijder. Der Niederländer, der als einer der besten Zehner der Welt gilt, will Inter Mailand verlassen, da er nicht mehr eingesetzt wird. Die Italiener verlangten vom niederländischen Nationalspieler große Gehaltseinbußen, da sie ansonsten gegen das „Financial Fairplay“ der Uefa verstoßen. Sneijder weigerte sich und wird seitdem nicht mehr berücksichtigt. Sein dänischer Berater Sören Lerby, ein früherer Bayern-Profi, sucht deshalb fieberhaft nach einem Angebot für den 28-jährigen. Sneijder würde dabei ein Angebot aus der Premier League bevorzugen, aber Lerby schränkte am Dienstag genüber BBC Sport ein: "Wesley will für ein europäisches Topteam spielen.

Auf die Frage, ob sich Heldt nun um eine Verpflichtung Sneijders bemühen wolle, sagte der Manager: „Nein, glaube ich nicht.“

Quelle: wa.de

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