Niederlage in Düsseldorf

Wagner verteidigt Mauer-Taktik - Argumente für Hamann "ein Armutszeugnis"

David Wagner änderte für das Spiel in Düsseldorf die Taktik: Schalkes Trainer entschied sich für destruktiven Fußball. Anschließend erklärt er sich.

  • Schalke 04 verliert bei Fortuna Düsseldorf das dritte Spiel in Folge.
  • Die Königsblauen versuchten es mit einer Mauer-Taktik.
  • Trainer David Wagner erklärt seine Maßnahme - und erntet Kritik.

Hamm - Vor einigen Wochen träumten sie auf Schalke noch von der Rückkehr in den Europapokal. Sogar die Champions League schien zwischenzeitlich im Bereich des Möglichen  sein.

Und jetzt? Verloren ist noch nichts, die Chance auf die Qualifikation für die Europa League ist nach wie vor vorhanden. So absurd das klingen mag, nachdem Schalke seit zehn Spielen ohne Sieg ist bei einem Torverhältnis von 3:24 in dieser Phase. Die schlechteste Rückrunde der Vereinsgeschichte. Als wäre das nicht schon schlimm genug, kamen bei der 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf weitere schreckliche Zahlen hinzu.

Denn Schalke 04 kam im Spiel bei der Fortuna, die noch um die Klasse kämpft, auf gerade einmal 33 Prozent Ballbesitz. In Worten: dreiunddreißig. Mit dem offensiven und frischen Fußball, den sie bei den Königsblauen mit der Verpflichtung von Trainer David Wagner (48) im vergangenen Sommer sehen wollten, hatte das herzlich wenig zu tun.

Schalke mit Mauer-Taktik in Düsseldorf: Trainer David Wagner rechtfertigt Maßnahme

Wie erklärte Wagner diesen Schritt? "Wir sind im Moment aufgrund der Situation zu nichts anderem in der Lage", sagte Wagner nach dem Abpfiff bei Sky. Zu nichts anderem in der Lage? Für Sky-Experte Dietmar Hamann (46) war dies ein "Armutszeugnis, wenn ein Trainer der Meinung ist, dass seine Mannschaft nur zu solch einem Fußball in der Lage ist", meinte er und stellte in Frage, ob der Kader richtig zusammengestellt worden sei: "Was die Schalker seit dem Start der Rückrunde bieten, ist erschreckend."

Doch Wagner beteuerte, keine andere Wahl gehabt zu haben: "Wir mussten weggehen von der ursprünglichen Spielidee, die uns ganz lange ausgezeichnet hat, um solide zu verteidigen und dem Gegner nicht viel zu geben. Das war bis auf ein paar Fernschüsse der Fall. Im Moment ist das eben unsere Möglichkeit, um vielleicht Punkte zu holen. Das war heute nicht der Fall. Ich denke, das ist das, was der Mannschaft im Moment besser tut."

Schalke mit Mauer-Taktik in Düsseldorf: Sportchef Jochen Schneider will nichts schönreden

Daher wollte Trainer Wagner seine Schalker Mannschaft auch nicht kritisieren. "Ich denke, die Jungs haben heute in einer ganz neuen Formation versucht, alles reinzuhauen", meinte er: "Wir sind in Führung gegangen und wir haben trotzdem verloren aufgrund von zwei Standardsituationen. Dass das in unserer Situation noch mehr wehtut als ohnehin schon, das ist auch klar."

Schalke kassiert in Düsseldorf die nächste Pleite

Allerdings dürfte wohl niemand Freude daran gehabt zu haben, den Schalker Auftritt in Düsseldorf anzuschauen. "Es war kein gutes Spiel, das kann man nicht schönreden", räumte Sportvorstand Jochen Schneider (49)  ein. Der wenige Ballbesitz sei "generell natürlich nicht" der Anspruch von Schalke 04, sagte Schneider, der Trainer Wagner zwar nicht in der Kritik sieht, allerdings auch ein klares Bekenntnis vermied.

Doch er forderte: "Das ist ein gehöriger Negativlauf, den wir schnellstens beenden müssen. Am besten am Samstag gegen Werder Bremen."

Quelle: wa.de

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