Neuzugang vorgestellt

So tickt Schalke-Neuzugang Raman: "Ich war ein böser Junge!"

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Verschränkte Arme, entschlossener Blick: Benito Raman bei seiner offiziellen Vorstellung in der Arena.

Der FC Schalke 04 hat in Benito Raman einen neuen Stürmer gefunden – der sich selbst vor drei Jahren noch kein Engagement in Deutschland hätte vorstellen können.

Gelsenkirchen – Schalkes Neuzugang Benito Raman kommt etwas später als vereinbart zu seiner Vorstellung im Blauen Salon in der Arena auf Schalke. Im Schlepptau hat er seinen Coach David Wagner, beide hatten wohl noch etwas zu erledigen. Der positiven Ausstrahlung des jungen Stürmers tut das keinen Abbruch. Er nimmt sich Zeit, plaudert drauflos und verrät ein paar – vielleicht eher pikantere – Details aus seiner Vergangenheit. Alles in englischer Sprache, was wiederum seinem Coach missfällt. Doch dazu später mehr. Erst zum Wesentlichen: Wie tickt Benito Raman, der von sich selbst behauptet, er sei „ein böser Junge“ gewesen?

„Divide et imperare“, übersetzt „Teile und herrsche“ prangt auf dem linken Arm des Belgiers. Ein Ausspruch, der dem berüchtigten Staatstheoretiker Niccolò Machiavelli zugeschrieben wird. Ein Philosoph, der das Streben nach Macht und deren Erhalt auch durch unethische Handlungsweisen für gerechtfertigt hält. Mit anderen Worten: Mit allen Mitteln.

S04-Neuzugang Raman will im gegnerischen Strafraum für Wirbel sorgen

Münzt man den Wahlspruch auf seine Fähigkeiten als Stürmer, stünde „divide“ – im Sinne von Zwietracht säen – wohl für Verirrungen, die er selbst in den gegnerischen Reihen setzen will. „Imperare“ steht auf seinem Arm und liegt auf der Hand: Benito Raman will nichts geringeres sein als der Herrscher im Strafraum – der eiskalte Knipser, der schalten und walten kann.

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Dabei hat das bei ihm nicht immer so geklappt, auch der Start beim FC Schalke 04 war holprig. Im Testspiel gegen Oberhausen traf Raman das leere Tor nicht. Coach Wagner schmunzelt an diesem Mittwochnachmittag in der Arena darüber. „Den kann man machen“, sagt er im Nachhinein. Aber alles sei gut. Sein neuer Stürmer weiß das ebenfalls, ärgert sich dennoch ein bisschen – er weiß jetzt um seine Chance in Deutschland, die mit einer guten Saison in den Diensten von Fortuna Düsseldorf ihren bisherigen Höhepunkt hatte.

S04-Neuzugang Raman: "In Belgien hatte ich ein schlechtes Image"

„Wenn man mich vor drei Jahren gesehen hätte, würde man nicht glauben, dass ich jetzt in der Bundesliga spiele“, meint Raman. In Belgien hätte er eher ein schlechtes Image gehabt. „Ich war der böse Junge“, erzählt Raman und gibt eine Teilschuld daran den Medien in seiner Heimat. Nach Informationen dieser Redaktion handelte es sich tatsächlich um Lappalien. Mal sei der 24-Jährige vor einem Spiel zu spät ins Bett gegangen und habe sich die halbe Nacht an einem Billardtisch um die Ohren geschlagen, mal sei er mit einem Schmähgesang gegenüber einer anderen Mannschaft nach einem Sieg seines Teams auffällig geworden. „Dinge, die man als junger Spieler eben macht“, meint Raman und grinst. Alles Jugendsünden, abgehakt. Er sei jetzt viel ruhiger geworden, entsperrt sein Smartphone und hält den anwesenden Medienvertretern strahlend sein Hochzeitsfoto entgegen. Seine Braut in weiß, er in einem blauen Anzug. „Passt doch zu Schalke“, grätscht Coach Wagner dazwischen und lacht.

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S04-Neuzugang Raman: Offensivere Spielweise passt zu ihm

Für den Protagonisten des Nachmittags scheint es auch zu passen. „Es ist eine große Ehre für mich hier zu spielen. Die Fans sind verrückt, im positiven Sinne“, sagt Raman, der mit den Königsblauen den endgültigen Durchbruch erhofft. „Wir wollen ein bisschen offensiver spielen, dass gefällt mir gut. Dadurch ergeben sich mehr Torchancen und wer mehr Torchancen hat, der macht auch mehr Tore“, verspricht sich Raman von seinem Wechsel ins Ruhrgebiet. Sein Trainer schätzt an ihm seine Torgefahr und das hohe Tempo. „Ich sehe ihn aber eher auf dem Flügel“, meint Wagner. Für Raman, der auch die klassische Neun spielen kann, eine Gelegenheit mehr, um sich zu empfehlen. Auf lange Sicht will er in die A-Nationalmannschaft seines Heimatlandes berufen werden. „Ich denke, durch meine Zeit bei Schalke kann ich dieses Ziel erreichen“, meint er.

Eingelebt jedenfalls habe er sich im Ruhrgebiet schon, sucht bereits nach einer Wohnung in der Nähe von Gelsenkirchen. „Jeden Tag um 6.30 Uhr aufstehen ist eben nichts für mich“, sagt Raman und grinst. Und wer beim Arbeitsweg spart, kann später mehr Gas geben. Oder bleibt dann einfach mehr Zeit für einen Deutschkurs, um die Anweisungen des Trainers besser zu verstehen? „Der spricht gutes Deutsch, der will hier nur auf Mister Perfect machen und traut sich nicht“, sagt Wagner. Ein Mister Perfect auf dem Platz schadet dem FC Schalke 04 dabei aber ganz und gar nicht.

Bericht – Raman auf Schalke vorgestellt: "Ich war der böse Junge!"

Gelsenkirchen – Benito Raman hatte in Belgien einen schwere Zeit. Sagt er selbst. "Ich hatte das Image eines böses Jungen", erzählt er bei seiner Vorstellung am Mittwoch auf Schalke. Die genauen Gründe verschweigt er. Jetzt sei er Profifußballer durch und durch, diszipliniert. Und bereit für seine neue Aufgabe beim FC Schalke 04.

Trainingslager, Tests und mehr: Schalkes Sommer-Fahrplan

"Wer mich vor drei Jahre gesehen hätte, würde niemals glauben, dass ich jetzt in der Bundesliga spiele", meint der 24-Jährige. Viel hat sich seitdem geändert für ihn. Bei der Fortuna aus Düsseldorf gelang ihm der Durchbruch, auf Schalke soll es jetzt richtig rund gehen. "Ich erhoffe mir noch mehr Torchancen und ein offensiveres Spiel – das passt zu mir", sagt er.

S04-Neuzugang Raman fordert mehr Zeit ein

Raman selbst bezeichnet sich als stark im Sprint, er reibe sich auf und gehe auch mal gerne einen Weg mehr. Der Torriecher ist da, beim Test in Oberhausen patzte er aber – und traf das leere Tor nicht. "Ich brauche noch etwas Zeit. Das Testspiel war meine dritte Einheit. Aber so langsam kommt man wieder rein", meint der Stürmer mit der Nummer neun. Bis zum 17. August (Samstag, 18.30 Uhr) hat er dafür noch Zeit. Dann steht das erste Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach an.

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Quelle: wa.de

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