Segeln

Yachtclub Möhnesee plant Angebote für Menschen mit Behinderung

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Thomas Aust (links) und Rolf Weinhold haben viel vor beim Yachtclub Möhnesee.

Barrierefreiheit beim Yachtclub Möhnesee ist utopisch. Das weiß Thomas Aust. Dennoch haben der Präsident, Geschäftsführer Rolf Weinhold und Vorstandskollegen Ideen, Pläne und Visionen. „Ich habe eine Traum: Ich möchte mit einer Gruppe von Menschen mit Behinderung auf der Ostsee segeln“, sagt Aust.

Möhnesee –  Auch sonst tut sich beim YCM einiges – vor allem sportlich. Sport für Menschen mit Behinderung ist für den Verein ein „völlig neues Thema“, berichtet Aust. Er kann sich insbesondere Angebote für Blinde, stark Sehbehinderte und Menschen mit Downsyndrom vorstellen. Die ersten Kontakte seien geknüpft, der YCM bereite alles konzeptionell vor. „In den nächsten zwei Jahren möchten wir mit dem Thema laut aufwarten“, verspricht Aust, der im Kreis Steinfurt wohnt und seit 2011 an der Spitze des Vorstandes steht. Weinhold hat bereits Gespräche mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe geführt. Natürlich soll es im Verein auch einen Ansprechpartner geben. 

Mitgliederzahl ist ordentlich gestiegen

Aber nicht nur auf Menschen mit Behinderung richten sie beim Yachtclub den Fokus. „Wir müssen etwas tun und für Nachwuchs sorgen, um den Verein zu erhalten“, betont Aust. Aktuell klappt das ganz gut. Die Mitgliederzahl ist von deutlich unter 400 vor drei Jahren auf 420 ordentlich gestiegen. „Der Jüngsten-Nachwuchs nimmt zu“, sagt der Präsident. Etwa ein Viertel der Mitglieder gehört der Altersklasse U21 an, das Durchschnittsalter ist in den vergangenen Jahren von 49 auf 47 zurückgegangen. 

Dazu beigetragen hat die Teilnahme an den bundesweit organisierten Clubwettbewerben im Segelsport. „Es sind fünf, sechs junge Leute zurückgekommen, die zum Teil in der Junioren-Segel-Liga oder in der 2. Bundesliga segeln“, freut sich Aust. Für die Junioren-Segel-Liga, deren kurze Saison vom 14. bis 16. August in Berlin startet und mit dem Finale vom 25. bis 27. September in Hamburg endet, stellt der YCM 2020 wahrscheinlich sogar zwei Teams. „Das ist nicht so weit verbreitet“, ist Weinhold stolz darauf. Im vergangenen Oktober hatte der Yachtclub das Finale der Liga für talentierte Regattasegler am Möhnesee ausgerichtet – „mit 200 Gästen“, so Weinhold. 

Landschulheim geplant

Unter dem Motto „Segeln als Erlebnis“ kommt Aust und Weinhold ein weiteres Vorhaben in den Sinn: eine Art Landschulheim für den Nachwuchs des Vereins auf dem Wasser. „Diese Ideen sind integraler Bestandteil des Jugendkonzeptes“, sagt Weinhold, der seit Ende 2015 Mitglied ist und sich seit 2019 ehrenamtlich als Geschäftsführer engagiert. Es gehe nicht nur um Wettkämpfe, sondern um ganzjährige Zusammentreffen. Der Nachwuchs solle sich mit dem Verein identifizieren und gleichzeitig Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln. 

Neben den Mannschaften in der Junioren-Segel-Liga und der 2. Liga hat sich auch ein Damenteam beim YCM gefunden. Es ist eine Mischung aus Jung und Alt. Die Jüngste ist gerade mal 17, die Älteste 60 Jahre. Vom 1. bis zum 4. Oktober nimmt das Team am Helga-Cup, der weltweit größten reinen Frauenregatta, auf der Außenalster teil. Ausrichter ist der Norddeutsche Regatta Verein. „Der Cup hat eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Aust. Selbst aus den USA und Neuseeland gibt es Starter. Weil die J/70-Boote gestellt werden, sei die „absolute Chancengleichheit bezüglich des Materials“ gegeben. „Das Teamvermögen bestimmt über den Erfolg beziehungsweise Misserfolg. Das macht die Sache reizvoll“, erklärt der YCM-Präsident. Weinhold fügt hinzu: „Es kommt auf den Kader und die Teamfähigkeit an.“

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