Stopper Paul

Soester verfasst Biografie eines Dortmunder Europapokal-Helden

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Uwe Schedlbauer, Wolfgang Paul, Dr. Reinhard Rauball und Fritz Lünschermann (von links) präsentierten das Buch über den „Stopper“ in Wickede.

Reinhard Rauball ist ein viel beschäftigter Mann. Als Präsident von Borussia Dortmund hat er etlichen Verpflichtungen nachzukommen. Doch ließ es sich der 74-Jährige nicht nehmen, einem Borussen der ganz besonderen Art seine Aufwartung zu machen. 

Wickede - Schließlich galt es, im Haus Gerbens in Wickede vor Ort zu sein, wenn das Buch „Der Stopper – das Leben des Wolfgang Paul“ der Öffentlichkeit präsentiert wird. 

Der Soester Uwe Schedlbauer und sein Dortmunder Co-Autor Fritz Lünschermann haben mit dem druckfrischen Werk das Leben des ehemaligen Kapitäns von Borussia Dortmund gewürdigt, der im Januar seinen 80. Geburtstag feiert. „Er war der erste deutsche Spieler, der einen Europapokal entgegengenommen hat“, hob Fritz Lünschermann bei der Präsentation hervor.

Der Applaus war dem Sauerländer, der aus Schwerte stammt und in Bigge lebt, sicher; Applaus im Saal des Hauses Gerbens auch von ehemaligen Weggefährten wie Siggi Held und Theo Redder, beide wie Wolfgang Paul Mitglieder jener legendären BVB-Elf, die 1966 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hat.

Geschichten der "Sauerländer Eiche"

Dieses Spiel gegen den FC Liverpool im Glasgower Hampden-Park nimmt natürlich ein ganzes Kapitel ein im Buch, das sich neben der sportlichen Laufbahn mit Deutscher Meisterschaft 1963 und dem DFB-Pokalsieg 1965 auch dem privaten und beruflichen Werdegang des „Stoppers“ widmet.

Die spannende Geschichte der „Sauerländer Eiche“ erzählt, wie der auf dem Fußballplatz kompromisslose Stopper als gelernter Uhrmachermeister und Goldschmied außerhalb des Platzes eher feinfühlig zu Werke ging und gibt einen Einblick in das Privatleben von Wolfgang Paul: Wie er seine ebenfalls sportbegeisterte Frau Almuth auf dem Tennisplatz kennenlernte, und wie er heute am Spielfeldrand seine Enkel anfeuert, von denen einer in der BVB-Jugend spielt. Etliche, vorher nie veröffentlichte, Fotos aus dem Privatarchiv des 79-Jährigen schmücken die 180 Seiten.

Die Idee, den „Stopper“ auf diese Weise zu würdigen, hatte Uwe Schedlbauer. Wolfgang Paul war quasi Stammgast bei den Lesungen aus den inzwischen fünf Auflagen der „Schwarz-Gelben Geschichten“ des Soester Autors und bekennenden BVB-Fans. „Ich habe Wolfgang Paul als bodenständigen Gesprächspartner kennengelernt. Als ich dann mitbekam, dass er nächstes Jahr 80 wird, dachte ich mir, dazu hat er ein eigenes Buch verdient“, plauderte der Soester aus dem Nähkästchen.

Er wählte den Kontakt über Wolfgang Pauls Ehefrau Almuth. „Ich weiß, dass Wolfgang bei Blitzlichtgewitter am liebsten wegrennt“, wollte Schedlbauer nicht mit der Tür ins Haus fallen. Und nach ein paar Wochen kam die positive Nachricht. Seit August war der 60-Jährige mit seinem Co-Autor Fritz Lünschermann an der Seite („Er ist das lebende BVB-Wikipedia“, so Schedlbauer) fleißig und schaffte es, das Buch pünktlich zur Vorweihnachtszeit zu präsentieren. Die beiden Autoren gaben in Wickede auch eine kleine Leseprobe, in der die Anfänge der Karriere des vom VfL Schwerte stammenden Wolfgang Paul skizziert wurden.

Tätigkeit im Ältestenrat

„Sein Wahlspruch ‚Einmal Borusse, immer Borusse‘ zeugt von innerer Überzeugung und der Geradlinigkeit, mit der Wolfgang Paul in jedem seiner Spiele aufgetreten ist. Er ist ein Herzstück unseres Vereins“, so BVB-Präsident Reinhard Rauball, der Pauls Tätigkeit im Ältestenrat hervorhob. Und der BVB-Chef vergaß augenzwinkernd nicht zu erwähnen, dass er dem langen Defensivkünstler den Namen „Stopper“ verpasst hatte.

Das Buch

„DER STOPPER“ – Das Leben des Wolfgang Paul Verlag: Blundus Media
Preis: 10 Euro
Erhältlich: Im Buchhandel sowie Online unter https://shop.bvb.de/ oder unter www.blundus-shop.net

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