Werler Triathlet Ingo Klein leidet noch unter den Folgen seiner Covid-19-Erkrankung

„An meine Topzeiten werde ich nicht mehr herankommen“

Der 43-jährige Werler Triathlet Ingo Klein leidet noch immer unter den Folgen seiner Covid19-Erkrankung.
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Der 43-jährige Werler Triathlet Ingo Klein leidet noch immer unter den Folgen seiner Covid19-Erkrankung.

Der Werler Triathlet Ingo Klein leidet noch immer unter den Folgen des Corona-Virus. An Weihnachten wurde bei dem 43-Jährigen Covid-19 diagnostiziert und seitdem kämpft er gegen die Langzeitfolgen. Als er wieder in die Trainingsvorbereitung einsteigen will, merkt er, dass sein Körper noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen hat.

Werl - Jetzt kämpft der Sportler von der DJK Grün-Weiß Werl gegen die Folgen der Krankheit an. Wie er berichtet, hat er am ersten Weihnachtstag erfahren, dass ein Coronatest positiv ausfiel. Der Werler glaubt, dass er sich in seinem Umfeld infiziert hatte, weil sich dort die positiven Fälle gehäuft hatten. „Meine Frau hat einen Tag vor mir die Nachricht erfahren, dass sie an Covid 19 erkrankt ist“, denkt er an den Dezember des vergangenen Jahres zurück.

Bis einen Tag vor seiner Diagnose hatte er noch trainiert. Er erzählt, dass er eine Trainings-App, die unter anderem auch seinen Herzschlag kontrolliert, nutzt. „Die signalisierte mir dann, dass es vielleicht keine gute Idee wäre, zu viel zu trainieren“, erzählt Klein. „Ich habe mich da schon etwas unwohl gefühlt, Geschmacks- und Geruchssinn waren verschwunden“ fügt er hinzu. Der 43-Jährige ahnte, was da kommen würde.

Wie der Triathlet schildert, waren die Krankheitsverläufe in der Familie unterschiedlich. „Meine Frau hatte mit muskulären Schmerzen und Herzproblemen zu kämpfen, bei mir hatte es Auswirkungen auf die Atmung. Ich war den ganzen Tag schlapp und platt. Es war ein bisschen so, als hätten wir zwei völlig verschiedene Krankheiten. Diese Verläufe waren schon krass“, sagt der Werler.

Seine Tests waren erst Anfang Januar wieder negativ, sodass er erst ab da wieder arbeiten konnte, teilt der Werler mit, der in der Merchandising-Abteilung von Borussia Dortmund tätig ist.

Er stellte sich vor, dass er schnell wieder ins Training einsteigen könnte. Doch das war nicht so einfach. „Ich habe mich erst einmal von einem Arzt durchchecken lassen, ob ich überhaupt wieder einsteigen kann. Denn ich habe schon gemerkt, dass ich körperlich nicht mehr auf dem Level war wie vor der Erkrankung“, erzählt der für den Marathonclub Menden startende Ausdauersportler.

Seine Pläne, nach denen er die Übungseinheiten gestaltete, waren deutlich geringer als zuvor. „Als ich Anfang Januar wieder ins Training eingestiegen bin, habe ich gemerkt, dass ich körperlich fernab von allem war, was ich vor der Erkrankung leisten konnte“, schildert er. „Der Körper fühlte sich einfach nicht wohl.“

Es dauerte drei Monate, die verbunden waren mit viel Disziplin und kleinen Schritten. „Du musst den Körper langsam wieder aufbauen und dich damit abfinden, dass du nicht mehr da stehst, wo du einmal warst. An meine Top-Zeiten aus 2012 oder 2015 werde ich nicht mehr herankommen“, ist er sich sicher.

Zum Laufen kam der in Hagen groß gewordene Ingo Klein erst viel später. In seiner Jugend spielte er Fußball und Tischtennis. Erst vor zwölf Jahren entschied er sich für den Laufsport. Sein Ziel war es, einen Halbmarathon zu laufen. Schnell wurde sein Vorhaben erweitert und er trainierte nun für einen Marathon. Beim Lauftraining kam ihm ein neuer Gedanke. „Ich habe gemerkt, dass ich mal einen Triathlon ausprobieren wollte“, erzählt er.

Laufen und Radfahren konnte er. Da er zu dieser Zeit in Düsseldorf gewohnt hatte, schloss er sich einem Ratinger Triathlonclub an. „Ich bekam einen Trainingsplan und habe mich dabei besonders auf das Schwimmen konzentriert, das ich noch richtig lernen musste“, denkt er an die Anfänge zurück.

2011 war es dann soweit. Ingo Klein nahm am „Iron Man“ in Roth teil. Nur ein Jahr später bewältigte er die Marathonstrecke in einer Zeit von weniger als drei Stunden. Mit der Mannschaft des Marathonclubs Menden wollte er am Triathlon-Ligabetrieb teilnehmen. Doch durch die Pandemie liegen diese Pläne erst einmal auf Eis.

Er hofft, dass die Wettkämpfe bald wieder starten, denn er hat sich schon bei einigen Veranstaltungen angemeldet. Nach der überstandenen Krankheit schaut er positiv nach vorne: „Es gibt wieder Licht am Ende des Tunnels.“

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